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Sonntag, 10. November 2013

Destry rides again





Im gleichen Jahr, wie “Stagecoach”. 1939, 
drehte George Marshall einen weiteren
Western Klassiker “Destry rides again”.





Der Titel spielt auf einen Westernklassiker von 
Max Brand 
 (Frederick Schiller Faust  29. Mai 1892 - 12. Mai 1944 )
an, hat aber eigentlich
ansonsten wenig damit zu tun.
Der Roman soll von 1930 bis 2000 ununterbrochen
lieferbar gewesen sein und wurde bereits
1930 von Carl Laemmle mit Tom Mix verfilmt.





In Marshalls Film geht es aber um Destrys Sohn.





In den Hauptrollen Marlene Dietrich, bestens in Szene gesetzt
als kettenrauchende, saufende und fluchende
Barsängerin Frenchy.

Daneben James Stewart, der lieber Milch trinkt
und zumindest Anfangs nicht einmal eine Waffe trägt.


In Bottleneck ist der Teufel los und
 nachdem der alte Trunkenbold Wash
(Charles Winninger)
zum Sheriff ernannt wird,...



...  erinnert er sich 
seiner glorreichen Jugend, als
er mit Tom Destry ritt, und so bittet
 er Destrys Sohn um Hilfe.





Dieser, gespielt von James Stewart,
 entpuppt sich aber vorerst als
ziemliche Enttäuschung .
Es zeigt sich aber, dass er und seine unkonventionellen
Methoden nicht zu unterschätzen sind.
Wie John Ford in "Stagecoach" verwendet
auch Marshall eine ganze Reihe
 gängiger Westernklischees und
ändert sie virtuos um. Der Film persifliert die
Stereotypen, bleibt aber trotzdem  ein spannender Western,
woran auch die sorgfältig besetzten Nebendarsteller
grossen Anteil haben.





Der Oberschurke des Films, der mächtige
Saloonwirt Kent, wird
von Brian Donlevy dargestellt.
Ein fieser, eleganter Schuft, wie er im Buche steht.





Vor allem aber ist es ein Film für Marlene Dietrich
als "Frenchy". Frank Loesser und Friedrich
 Hollaender schrieben ihr für diesen Film
 Songs wie Little Joe, You've Got That Look
 und Boys in the Backroom
auf den Leib.




Ausserdem sorgte ihr "Catfight"...





...von James Stewart jäh
 und unsanft unterbrochen...





...für Furore.





Daneben Mischa Auer in einer Glanzrolle als Boris Callahan.





George Marshall's Film lebt von den herausragenden Darstellern,
einem wohldurchdachten Skript, ausgereiften Dialogen und
ist die perfekt inszenierte Western (tragik)komödie,
 die nach all den Jahrzehnten noch ebenso witzig
wie spannend ist.




1954 drehte George Marshall gleich noch das Remake des Films.
Diesmal  mit Audie Murphy in der Hauptrolle.
Trotz Technicolor blieb es aber eine eher blässliche Kopie.





Mittwoch, 18. März 2015

Soiled Doves



Zwar haftet ihnen im Westernfilm
meist ein Hauch von Verruchtheit an...




Marlene Dietrich als "Frenchy"




Angie Dickinson als "Feathers"
in "Rio Bravo"



Stella Stevens in
"The Ballad of Cable Hogue"




...  im allgemeinen werden aber die
Saloongirls, Spielerinnen
 und “Madams” doch ziemlich 
verklärt dargestellt.





Robert Altmans “Anti-Western” 
"McCabe and Mrs. Miller"
dürfte ein erheblich realistischeres Bild 
vom Leben umherziehender
Gambler gezeichnet haben...





... und das Schicksal der Hure Martine in
“Monte Walsh” ist ein weiteres, doch näher 
an der Realität angesiedeltes Beispiel.






In Tat und Wahrheit verlief dass Leben der
Frauen im Wilden Westen nur zu oft
am Rande der Prostitution.






 Viele der bekannten weiblichen
Westernlegenden, wie "Calamity Jane"
"Big Nose Kate Elder" die Geliebte
von Doc Holliday, Etta Place, die
Freundin von "Sundance Kid"
oder "Squirrel Tooth Alice" verdienten sich
zumindest teilweise ihren Lebensunterhalt
mit käuflicher Liebe.





Als "Soiled Doves" oder  "daughters of sin”,
"fallen frails,” "doves of the roost,”und "nymphs
du prairie” , "scarlet ladies,” fallen angels,”
"frail sisters,” "fair belles,” und "painted cats,”
bezeichnete man
diese "gefallenen Mädchen"
von denen es doch etliche zu
legendärem Ruhm in den
Annalen des Westens brachten.



Donnerstag, 8. Mai 2014

Western Saloon





 Der Saloon...




... ist ein fester ikonografischer
Bestandteil des Westernfilms.
Das beginnt schon mit der
Saloontüre.




Die Schwingtür wird aufgestossen,
alle Augen richten sich auf die Gestalt
im Türrahmen,...




... Schurke oder Gesetzeshüter ?

Eine Tür die in einen der
magischen Räume des Westerns führt.





Schauplatz  schicksalhafter Begegnungen...





... wie hier zwischen Wyatt Earp und Doc Holiday...










... Austragungsort tödlicher Revolverkämpfe...







.. und wilder Prügeleien.
Szenen, die einst in keinem ordentlichen Wildester
fehlen durften und
die mit Bud Spencer
ausgestorben zu sein scheinen.




Das Rubbelheft von Morris
listet auf, was alles zu einem
richtigen Saloon gehört.





Unverzichtbar :
Der Barkeeper







Die Pokerrunde, am besten mit einem
falschspielenden Kartenhai,...






... mit Ass und Derringer im Aermel.







Eine Waffe, die am Strumpfband getragen...






... auch von mancher Saloonschönheit benutzt wurde.



Die Saloonschönheit:

Oft lag die Herrschaft über den Saloon
auch in zarter Frauenhand,
wie etwa der von Marlene Dietrich
 in "Destry rides again" ...




...oder in Fritz Langs
"Rancho Notorious"





 Linda Darnell als Sängerin Chihuahua
in "Oh my Darling Clementine"




Erinnert sei an Amanda Blake,
als "Miss Kitty"...




den Dodge Cita Saloon in "Gunsmoke"führte ...







...oder auch Linda Hunt
in "Silverado"