Peter Uebersax und die legendäre
Sexberaterin Marta Emmenegger.
Mit der erfolgreichen (zweiten)
Aera Uebersax 1980 bis 1986),
mit Auflagenhöhen von 400’000,
( die aber auch dem Blick Bingo
zu verdanken waren), erreichte der
Blick in den achziger Jahren
seine grösste Popularität.
Peter Uebersax war alles andere,
als unumstritten.
Seine Kampagnen gegen
tamilische Asylbewerber,
gegen die SRG
und deren Soap “Motel”
(mit Jörg Schneider)
und Anderes brachten
hochverdienten Heiner Gautschy
in einem Interview so in Rage, ...
... dass er sich völlig im Ton vergriff
und seinen Posten beim Schweizer
Fernsehen räumen musste.
In den Jahren danach kam der
Blick vom “rechten Weg” ab.
Nicht mehr die Sorgen des
“kleinen Mannes” interessierten.
Der Blick war kein
Sprachrohr mehr, das den
Problemen und Nöten seiner Leser
eine Stimme gab.
Der Trashfaktor wurde
heruntergefahren.
Der Blick schrieb sich
die Erziehung seiner Leser
zu besseren Menschen auf die Fahnen.
Er positionierte sich einseitig
gegen Blocher und die SVP,
missionierte EU- freundlich, der
Tonfall ähnelte mehr und mehr
einem “Wort zum Sonntag”.
Schlussendlich führte man
gar ein ein regelrechtes
"Feuilleton" ein.
Die angeblich überalterte Leserschaft
goutierte den Sinneswandel nicht,
neue Leser wurden damit aber wohl
auch nicht gewonnen.
Das Ziel, den Blick
offenbar zum Leibblatt
für vegane Hipster aus
der Grossstadt zu machen,
wurde nicht erreicht.
Das Karussel der Chefredaktoren
drehte sich.
Zudem geriet der Blick immer wieder
wegen schlecht recherchierten,
oder frei erfundenen Angaben und gezielt
manipulierten Bildern in die Kritik.
Angebliche Blutlache von Luxor.
( rot eingefärbt)
Der Fall Thomas Borer endete
mit einer Entschuldigung
Ringier und einem Vergleich.
Nicht überall kam die
Einmischung in den
türkischen Wahlkampf gut an.
Hin und wieder gelingt
es dem Blick heute wieder,
Aufsehen zu erregen.
Aber der Blick ist nicht
mehr, was er einmal war.
Die Krise der Printmedien hat auch
vor dem Blick nicht halt gemacht.
Der Spagat zwischen
Political Correctness und
Boulevardjournalismus will
immer weniger gelingen.
Trotz allem, in den nunmehr
sechzig Jahren seines Bestehens,
hat der Blick die
Schweiz massgeblich mitgeprägt.
Im Guten, wie im Schlechten.