Samstag, 8. Januar 2011

Magic Carpet?


Mir schien es, als ob ich in Bezug auf Drogen wieder auf ähnliche Vorurteile stossen würde, wie ich sie als Kind bei meinen Träumen und meiner verabscheuenswürdigen Vorliebe für Comics vorgefunden hatte. Sie entführten „in eine unwirkliche Lügenwelt“ waren „nervenaufpeitschend“ und ihr Ergebnis war „eine entartete Phantasie“. Himmelpotzdonner !!!



Ein ganz anderes Bild zeichnete Ernst Jünger in seinem Roman „Heliopolis“ mit der Figur des parsischen Buchbinders und geistigen Abenteurers Antonio Peri, der über Jahrzehnte ein Logbuch über seine Traumreisen und Drogenexperimente angelegt hatte. Ernst Jünger selbst berichtete 1970 in „ Annäherungen“ über seine Erlebnisse, “Fahrten” und Erfahrungen mit Drogen und Rausch.




Das Buch des Basler Orientalisten Rudolf Gelpke „Vom Rausch im Orient und Okzident“ wies mich zumindest auf eine grundlegend andere Beziehung zu Drogen und eine unterschiedliche Auffassung des Rausches hin.



Das Abendland verknüpft den Begriff des Rausches fast ausschließlich mit Bewusstseinstrübung, sieht darin nur ein Symptom der Flucht vor und aus der sogenannten „Wirklichkeit“. Im Orient dagegen steht das “Berauschende“ in unmittelbarer Beziehung zur schöpferischen Phantasie, Imagination und Inspiration.



A magic Carpet? Offenbar hatte die Phantasie ein Janusgesicht, wenn mir auch nicht ganz verständlich war, wo die Grenze zwischen Schöpferisch oder Entartet zu ziehen war? Imagination ist eigentlich die Fähigkeit, Konzepte, Ideen oder Bilder zu entwickeln oder zu erinnern, die materiell nicht vorhanden sind und somit mit der Vorstellungskraft und der Phantasie verwandt. Imaginär ist ein Sammelbegriff für alles „Bildhafte“, geniesst aber im Allgemeinen keinen besonders guten Ruf. Der alltägliche Sprachgebrauch versteht darunter so viel wie „scheinbar“, nur in der Vorstellung stattfindend, unwirklich, unwahr, fiktiv. Der gesunde Menschenverstand bringt das Imaginäre gerne mit der ebenso suspekten Phantasie in Verbindung und rückt den Begriff damit in die Nähe des Phantastischen. Das Eine wie das Andere ist ihm schnell unheimlich.




Und Phantasie wiederum leitet sich von phantasía ab und bedeutet soviel wie– „Erscheinung“, „Vorstellung“, „Traumgesicht“, aber auch „Gespenst Alles Begriffe, die in die „Twilight time“ verweisen. In die Grauzone, ins "Dazwischen", wo die Sicherheit um die Grenzen unserer „Wirklichkeit“ sich im Nebel verliert, zur „fata morgana“ wird.




„Seltsam, aber so steht es geschrieben“ wie es in den Gespenster Geschichten des Bastei Verlages weiland immer hiess. Gibt’s leider auch nicht mehr.

Freitag, 7. Januar 2011

The Trip


Im Film „The Trip“ greift Corman das Motiv des eigenen Begräbnisses einmal mehr auf. Geschrieben von Jack Nicholson. Regisseur Paul Groves steckt in einer tiefen Krise. Dies veranlasst ihn dazu, sich auf seinen ersten LSD-Trip zu begeben. Doch als Paul plötzlich zu sterben glaubt und seinem eigenen Begräbnis beiwohnt, entpuppt sich die Reise als Horrortrip.

Zur Vorbereitung auf den Film nahmen Peter Fonda, Dennis Hopper und Jack Nicholson gemeinsam an einem Gruppen-LSD-Trip teil..., Roger Corman hatte selbst einschlägige und nur gute Erfahrungen zu berichten.



Nun, Cormans Bilder gelten als relativ authentische darstellende Umsetzung eines LSD Trips und mögen eine Vorstellung davon geben, wie es damals unter den jungen Wilden Hollywoods zugegangen ist. Bizarr-psychedelische Farben und Kulissen, eine original San Francisco Acid-Test Lightshow, - was damals ja alles ganz neu und nie gesehen war.



Parallel verflochtene Erzählebenen, alles wild durcheinander, führten dazu, dass „die Handlung“ für den durchschnittlichen Kinogänger nicht mehr so recht vorhanden war. Freunde, die den Film bekifft oder sonst wie verladen sahen , schwärmten ... mich erinnerten gewisse Sequenzen fatal an ein Kinderkaleidoskop.

Donnerstag, 6. Januar 2011

Mittwoch, 5. Januar 2011

Dienstag, 4. Januar 2011

Opium



"Opiate- eine entriegelte Tür im Gefängnis der Identität. Sie führt in den Gefängnishof."
(Ambrose Bierce)
"Und vor lauter Opium, fällt der alte Opi um ."( Insterburg & Co)




Opium wird aus dem getrockneten Milchsaft unreifer, ausgewachsener Samenkapseln des Schlafmohns gewonnen. (Papaver somniferum L.)




Schlafmohn wurde als Heilpflanze, Schmerzmittel, Euphorikum, Aphrodisiakum und als Rauschdroge in rituellen Zusammenhängen schon von den Sumerern und den alten Ägyptern verwendet. Mohn soll ein Bestandteil des Trankes gewesen sein, den die Priesterärzte zur Erzeugung des religiösen Heilschlafs verwendeten. Opium wurde auch seit jeher mit Schlaf- und Traumzuständen in Verbindung gebracht, ja war ein Symbol der prophetischen Träume schlechthin.




So weihten die Griechen den Mohn der Nyx, der Göttin der Nacht, dem Morpheus, der der Sohn des Hypnos ist, sowie dem Thanatos. Auch war die Pflanze ein Attribut der Kornmutter Demeter, die stets mit Mohnkapseln und Getreidegarben in den Händen dargestellt wird. Bis weit ins Mittelalter liegen berichte von christlichen wie von arabischen Aerzten über die äusserliche und innerliche Anwendung von Opium bei verschiedensten Krankheiten vor. Paracelsus pries seinen aus Opium gewonnenen Saft „Laudanum“ als Allheilmittel.




Zum Narkotikum der breiten Masse wurde Opium in China bis das „Chandu“-Rauchen 1729 verboten wurde.




Der Kampf um die britische Vorherrschaft des Opiumhandels gipfelte im Opiumkrieg zwischen China und England (1840 bis 1842)




Im 19. Jahrhundert hatte der Opiumkonsum längst die europäischen Länder erobert. Vor allem bei den armen Industrie- und Hafenarbeitern Englands und Frankreichs war Opium sehr weit verbreitet. Es galt als billige Alternative zum Alkohol. In Nordamerika sollen in der Zeit nach dem Bürgerkrieg (1861-1865) vier bis fünf Prozent der Bevölkerung Opium konsumiert haben. Es ist unklar, inwieweit in dieser Zahl die weitverbreiteten, legalen Opiumderivate wie etwa die Tinktur Laudanum mit eingeschlossen sind. Ebenso dürfte die Erfindung der Injektionsspritze und die damit verbundene Möglichkeit in den Lazaretten Morphium intravenös zu spritzen, zur Morphiumabhängigkeit vieler Soldaten geführt haben.





Reisende aus Fernost brachten Mitte des 19. Jahrhunderts die Opiumpfeife mit nach Europa.




Ein Zeremoniell, durch das Opium bei Künstlern und Intellektuellen in Europa sehr beliebt wurde Es ging um die Erweiterung des Bewusstseins und die Steigerung der künstlerischen Kreativität, um das Sich-Abheben von der bürgerlichen Welt. Als einer der Ersten berichtete der englische Schriftsteller Thomas de Quincey (1785 - 1859) in seinen 1822 erschienen "Bekenntnisse eines englischen Opiumessers", über seine Erfahrungen mit Opium.




De Quincey nahm darin zentrale Gedanken der Psychoanalyse vorweg und beeinflusste die poetische Drogenliteratur von Samuel Coleridge, Edgar Allan Poe, bis hin zu Aldous Huxley, Gottfried Benn und Ernst Jünger nachhaltig. Charles Baudelaire übersetzte im zweiten Teil seines Essays über den Haschischkonsum und seine Folgen, Les paradis artificiells (1860; Die künstlichen Paradiese), die Bekenntnisse eines englischen Opiumessers ins Französische. Sicherlich stand der Opiumgenuss auch in engem Zusammenhang mit der Entstehung von Kunstrichtungen wie dem Symbolismus bis hin zum Surrealismus. Für Charles Baudelaire war die Welt "une forêt de symboles" - ein Wald von Symbolen. Die Symbole werden in immer neuen Entsprechungen zusammengesetzt, in der Absicht, die Wirklichkeit zu vergeistigen. Orientalist Rudolf Gelpke über den Stoff: «Opium löst die Seele aus ihrer Verflechtung mit den Dingen des Alltags und der Aussenwelt. Opium macht still und sanft. Es inspiriert und beflügelt die Fantasie, auch die erotische, steigert die Sensibilität und das Zärtlichkeitsempfinden.»



Die Raupe in "Alice im Wunderland"saugt an einer Opiumpfeife, ebenso wie etwa Wilkie Collins Opium in Form von Laudanum, "That all-potent and all-merciful drug" gegen sein Rheuma nahm. Beliebt war auch, etwas Laudanum auf Zucker zu träufeln und mit Absinth abzuschmecken. In Oscar Wilde’s The Picture of Dorian Gray [1891], raucht der Protagonist Opium, ebenso wie schon einige Jahrzehnte früher in Dicken’s unvollendeter Novelle The Mystery of Edwin Drood [1870], das Opiumrauchen beschrieben wird.



Und auch Mr. Holmes treibt sich zuweilen in viktorianischen Opiumhöhlen herum...



Um Opium und die damit verbundene Geschichte der Tongs entstand eine ganze Flut von Kriminal- und Abenteuergeschichten.




The Poppy Is Also a Flower ist ein von den Vereinten Nationen international produzierter Antidrogenfilm des Regisseurs Terence Young nach einer Geschichte von Jan Fleming aus dem Jahr 1966. Die hochkarätige Starbesetzung, die Darsteller erhielten jeweils ein symbolisches Honorar von nur einem Dollarkonnte allerdings die betulich - oberlehrerhaft vorgetragene Geschichte auch nicht retten.

Montag, 3. Januar 2011

Samstag, 1. Januar 2011

Neujahr 2011


Guten Rutsch ins neue Jahr !