Mittwoch, 26. Januar 2022

Fräulein Wunderbar



 "Ich sah ein schönes Fräulein im letzten Autobus
Sie hat mir so gefallen drum gab ich ihr nen Kuss"
Cliff Richard / Rote Lippen soll man küssen 1963

"Hey, Frläulein, bitte melden!
Ist dort Memphis-Tennessee? "
Bernd Spier / Memphis Tennessee 1964
 
So  und ähnlich wurde das Fräulein
in den Schlagern der  1950er und 60er
Jahre noch besungen,
ohne Böses dabei zu denken.
 
"Fräulein händ sie mis Hündli gseh ?"
wurde in der Schweiz
zum beliebten zum "Lumpeliedli" zur
Melodie des River Kwai Marsches 1958

Dann, vor rund einem halben Jahrhundert wurde
mit Erlass vom 16. Januar 1972 in der BRD
die Bezeichnung Fräulein
aus dem Amtsdeutsch verbannt.

Vorbei mit dem Fräulein Wunderbar,
das Peter Alexander
noch wenige Jahre zuvor angeschmachtet hatte.
Vorbei mit dem deutschen Fräuleinwunder,
das amerikanische GI's nach dem Krieg ins
träumen brachte
Vorbei mit dem kleinen Fraulein von Isar und Rhein
von dem Jimmy Brown aus Dakota
und aus Minnesota schwärmte.



Im deutschen Sprachraum ein Hit von Chris Howland


Damals  durchaus positiv gemeint.
Jung, selbstbewusst, weltoffen, berufstätig –
das waren die Attribute des deutschen „Fräuleinwunders“...

 


... wie es etwa  Susanne Erichsen, die erste
Miss Germany der Bundesrepublik,...

 


 

... oder
Lilo Pulver  als "Fräulein Ingeborg" in
Billy Wilders "One-two three"
verkörperten.




Vorbei mit dem Fräulein von der Auskunft, mit dem Ces Kaiser
sich in seinem berühmten Sketch noch angelegt hatte.

 


Vorbei mit klassischen Galanterien!
 

Meine Kindheit wurde noch von Fräuleins dominiert.
Kindergärtnerin und Primarlehrerin waren gestrenge und ganz
und gar nicht gnädige Fräuleins, ...




... die an Fräulein Rottenmeier  aus dem Heidifilm erinnerten.
Ebenso das Fräulein G., das mich mit Blockflötenstunden
malträtierte.
Furchteinflössende Respektspersonen, die vor körperlicher
Züchtigung ungezogener Büblein nicht zurückschreckten.
Und die auch noch im hohen Alter auf die korrekte Anrede bestanden.

Heutzutage ist das "Fräulein"
gesellschaftlich verpönt und politisch unkorrekt.
Einmal mehr: So ändern sich die Zeiten.

 




Auch in der Beiz hat das Fräulein ausgedient, mit dem
man früher die Serviertochter ansprach, wenn man ihren
Vornamen (noch) nicht kannte.
Und zumindest hier finde ich,  dass eine schmerzliche Lücke
entstanden ist..
Bis heute habe ich es noch nie  erleben dürfen,
dass auf den schüchternen Ruf
"ääh, ääh Entschuldigung,
Frau Servicefachangestellte"
irgendjemand reagiert hätte.
"Hallo Sie"zu rufen  ist in meinen Augen respektlos.
Handzeichen und Blickkontakt suchen
kann in der heutigen Zeit auch leicht
missverstanden werden.
Mit den Fingern schnippen, pfeifen oder
gar an der Kleidung zupfen geht grad gar nicht.
Soviel zur Ehrenrettung des altehrwürdigen "Frolleins,

Montag, 24. Januar 2022

Samstag, 22. Januar 2022

Knorrli - Hans Tomamichel

 


Da im zweiten Weltkrieg die
Zulieferungskette von 
Knorr Deutschland
stockte, machte sich 
 Knorr Thayngen
selbstständig.






In der zweiten Jahreshälfte 
1947 entstand aus der Hand des 
Grafikers Hans Tomamichel die
Werbefigur Knorrli. 
Die mit einer Suppenkelle
bewehrte Figur gehört, mit einem 
Bekanntheitsgrad von 93%, 
zu den berühmtesten Schweizer Werbefiguren
und machte ihren geistigen 
Vater national bekannt.





Hans Tomamichel schwebte für 
die Figur ein freundlicher Berggeist
aus seinem Heimatdorf 
im Maggiatal vor:
Der runde Kopf sollte an 
einen Suppenteller erinnern.




Ab 1948 warb Knorrli  damals noch als
 Knorritsch-Maa, für Haferflocken.
( Porridge ), ...






... für Suppenwürste und
Beutelsuppen,
Unter dem Namen Knorrli erschien er
erstmals am 15. September 1948
 in einem Inserat in Der Beobachter:
"De Knorrli bin i – Knorr Suppe bring i."






Ab 1953 warb Knorrli auch für
das Nationalgewürz Aromat   und
ab 1960 für Stocki Kartoffelstock.




 Hans Anton Tomamichel (1899-1984)
stammte aus Bosco Gurin
 und arbeitete als Grafiker
in Zürich.




Er schuf  zuvor für die 
Schokoladefabriken Nestlé,
Peter, Cailler und Kohler (N.P.C.K.)
die Werbefiguren Fip und Fop
für den gleichnamigen,
bis in die 1960er Jahre
beliebten Fip Fop (Film)Club.





Für mich hat es mit 
dem Knorrli eine
besondere Bewandtnis.
 Gehörte er doch zu
zu meinen frühesten










Donnerstag, 20. Januar 2022

Bravo - Otto

 




1956.war BRAVO noch ein
 "Magazin für Film und Fernsehen" 




Der später bekannte und heissbegehrte 
Publikumspreis Otto wurde seit 1957 jährlich
 verliehen, hatte damals noch die Gestalt eines
 Beleuchter und wurde ausschliesslich an 
Filmschauspieler verliehen. 

Es gab seinerzeit nur sechs Gewinner 
Bei den Damen: Maria Schell (Gold), 
Gina Lollobrigida (Silber) 
und Romy Schneider (Bronze). 

Bei den Herren: James Dean (Gold), 
Horst Buchholz (Silber) 
und Burt Lancaster (Bronze)




 1960 kam die Kategorie 
"Sänger/Sängerin"  dazu.
Langsam deutete sich der Wandel 
zum Musikmagazin an.



1960, 1961, 1962 und 1963 
den Goldenen, 1964 den Silbernen 
und 1965 den Bronzenen Bravo Otto.

Ein Jahr später wurde das Pantoffelkino ,
 wie das Fernsehen damals genannt wurde,
 mitberücksichtigt.

und die Mutter der Nation, Inge Meysel,
 machten zuerst das erste Rennen.






Aber auch jüngere TV Stars wie
drängten sich bald  auf vordere Plätze und
deuteten an, dass Bravo sich  zunehmend 
zu einer Zeitschrift für Teenager mauserte.




1966 wurde  die Kategorie 
“Beliebteste Band” eingeführt 
und Otto wurde zum Indianer.





Der Grafiker und 
Trickfilmzeichner Hans Held   entwarf 
im Fahrwasser der "Winnetoufilme" 
für  die begehrte Trophäe
eine kleine Indianerfigur.







Neue Kategorien wurden eingeführt und 
teilweise wieder abgeschafft
1994 -2010 wurde die Verleihung gar
 im (Privat) Fernsehen übertragen.
Einige Jahre fieberte man mit, wer denn nun
das Rennen machen würde.
Dann wurde man älter,  die Preisträger
jünger und jünger und irgendwann
kannte man kaum mehr ihre Namen
und man musste einsehen, dass
 man der Welt der Teenager
endgültig entwachsen war.








Dienstag, 18. Januar 2022

Montag, 17. Januar 2022

Francis Durbridge - Das Halstuch

 



Francis Henry Durbridge 
 ( 25. November 1912 -11. April 1998 i
sorgte am Abend des 17. Januar 1962 dafür,
 dass die Strassen in (West) Deutschland leer
gefegt waren. 
93 Prozent der 5,9 Millionen angemeldeten 
TV Geräte waren eingeschaltet. 
Die Nation sah sich  die letzte 
Episode des dreiteiligen  Durbridge Krimis
 “Das Halstuch” an.
Das Phänomen des "Strassenfegers" war geboren.




 Durbridge hatte zwei  Jahrzehnte zuvor mit dem 
für die BBC geschaffenen Hörspiel Detektiv 
Paul Temple angefangen, der auch bald in der
 Bundesrepublik beliebt wurde.




1959 gelangte Durbridge
mit "Der Andere" 
erstmals ins deutsche Fernsehen 
 Es ist soweit (1960) zementierte
 Durbridge’s Ruf und die Welle erreichte mit 
 Das Halstuch (1962),
ihren ersten Höhepunkt.

Die Edgar Wallace Filme hatten das Feld 
dafür  vor gepflügt, dass man deutsche 
Schauspieler, wie 




 Heinz Drache ( Inspektor Yates), Horst Tappert,
 Dieter Borsche, Eva Pflug, Hellmut Lange 
und Margot Trooger 
die sich für Briten ausgaben, 
auch als Solche akzeptierte und die
 Zuschauer deutsche Kleinstädte
als englische Kulisse durchgehen liessen.
Drehorte  wurden  etwa in Lennep gefunden,




Im Haus Munsterplatz 11 wurde 
die Polizeistation eingerichtet. 




Fernsehansagerinnen ( ja, das gabs damals noch)
fassten jeweils des Geschehen 
der letzten Folgen zusammen 
und inspirierte wohl auch 
Loriots Scetch “Die Englische Ansage”.


Der Kabarettist Wolfgang Neuss 



verriet in einer Werbeanzeige
 für einen eigenen Film 
(Genosse Münchhausen) 
 wer der Mörder 
in  "Das Halstuch" 
war und wurde dafür beinahe gelyncht




  Durbridge erreichte bis Anfang der 
siebziger Jahre Traumeinshaltquoten.




Tim Frazer (1963), 
Tim Frazer: Der Fall Salinger (1964),
 Die Schlüssel (1965), Melissa (1966), 
Ein Mann namens Harry Brent (1968), 
Wie ein Blitz (1970) und Das Messer (1971)

Dann hatte sich das Erfolgsrezept
erschöpft.