Freitag, 27. September 2013

Freddy Quinn







"Ob am Quai von Casablanca,
ob am Cap von Salvador
singt er leis von Juanita,
deren Liebe er verlor"




Freddy Quinn war ein Phänomen.
 Keiner verkaufte in den
späten 1950ern und früher 60ern in
 der BRD mehr Platten als er.

Wer konnte schon (ausser vielleicht Eddie Constantine)
 eine  Filmreihe vorweisen, die nach 
dem eigenen Namen benannt wurde, und
die erst noch, mehr als einmal, einen Bambi für
 die kommerziell erfolgreichste
Produktion des Jahres einheimste.

1959: Freddy, die Gitarre und das Meer
1959: Freddy unter fremden Sternen




1960: Freddy und die Melodie der Nacht
mit Heidi Brühl



1961: Freddy und der Millionär...





... mit Heinz Erhardt.




1962: Freddy und das Lied der Südsee




1964: Freddy und das Lied der Prärie




1964: Freddy, Tiere, Sensationen


Er sang von der Sehnsucht nach fremden Ländern,
von Fernweh und Heimweh, und so abenteuerlich wie
seine Lieder, war auch seine Lebensgeschichte, 
die von der Plattenfirma eifrig kolportiert und
wohl auch ein wenig ausgeschmückt wurde.

Freddy Quinn
 (Franz Eugen Helmuth Manfred Nidl, später Nidl-Petz,)
wurde  am 27. September 1931 als Sohn 
des irischen Kaufmanns John Quinn
 und der österreichischen[ Journalistin 
Edith Henriette Nidl geboren. 
Einige  Lebensjahre verbrachte er 
bei seinem Vater in den USA,
Als seine Mutter. die einen „verarmten Adligen, Rudolf 
Anatol Freiherr von Petz“ geheiratet hatte,
 das Sorgerecht bekam, 
musste  er zu ihr nach Wien ziehen

Bald büxte Freddy aus, trampte per Autostopp
 durch Südeuropa und Nordafrika, 
arbeitete ( so die Legende) beim Wanderzirkus, wurde Akrobat 
und Seiltänzer, lernte Saxophon, spielte 
in Rom Klavier für  für amerikanische Truppen und in
 Sidi bel Abbès  Gitarre 
vor den (damals meist deutschen)
Fremdenlegionären, Das klang nach Abenteuer, nach 
grosser, weiter Welt.
Zurück in Deutschland  versuchte 
er sich als Hillbilly-Sänger 
und trat in AFN auf.


 1954 wurde Freddy Quinn in der 
Washington Bar in Hamburg-St. Paul entdeckt.


1956 nahm er bei Polydor eine Platte  
auf, die zum meistverkauften 
Titel des Jahres 1956 werden sollte.




Auf der
 A-Seite war “Sie hiess Mary Anne”
 ( Im Original Sixteen Tons von Tennessee Ernie Ford), 
und auf der B-Seite Heimweh (Memories Are Made
 of This von Dean Martin), 

Aus dem Klagelied eines amerikanischen Bergmanns wurde
ein Seemannslied:

"Mit 14 Jahren fing er als Schiffsjunge an,
Er war der jüngste aber er war schon ein Mann
Ein Mann wie ein Baum und stark wie ein Bär,
So fuhr er das erste mal über das Meer
Sie hieß Mary- Ann und war sein Schiff
Er hielt ihr die Treue was keiner begriff"

und auch Dean Martins "Memories"
bekamen einen deutlich anderen Schliff.

"Brennend heisser Wüstensand"
 fern, so fern dem Heimatland..."






Angeblich wusste man nicht so recht,
 wie man Quinn schreibt, und so 
beliess man es bei "Freddy"
Wie sich zeigen sollte, genügte das völlig.


 Für diese beiden, millionenfach verkauften
Lieder erhielt Freddy gerademal
 pauschal je 480 DM !!!
Aber sie machten ihn berühmt.




Von da an, ging es Schlag auf Schlag.
Wind und Wellen rauschten unentwegt.
Ein Jahrzehnt lang folgte
eine Goldene Schallplatte der andern.

1956: Heimweh
1956: Rosalie
1957: Heimatlos
1958: Der Legionär
1958: Ich bin bald wieder hier
1959: Die Gitarre und das Meer
1959: Unter fremden Sternen





"Fährt ein weisses Schiff nach Hongkong.
Hab ich Sehnsucht nach der Ferne.
Aber dann in weiter Ferne.
Hab ich Sehnsucht nach zu Haus."




1961: La Paloma
1963: Junge, komm bald wieder
1966: Hundert Mann und ein Befehl

Insgesamt waren es 23 Platzierungen in den Top Ten
 und rund sechzig Millionen verkaufter Tonträger.




Freddy spielte an der Seite der schönsten Frauen,
wie Jayne Mansfield und Mamie Van Doren


1962 sangen zwar auch noch die Beatles
in Hamburg
aber die Zeit der Seefahrtsromantik ging so 
langsam vorbei.
Freddy rundete die Epoche mit 
seinem absoluten Spitzenerfolg
"Junge, komm bald wieder ab "

Mit "Wir" ein Lied für die "schweigende Mehrheit"
und Hundert Mann und ein Befehl"
 wagte er sich auf dünnes Eis und stellte klar,
dass er mit der neuen Jugendbewegung wenig am Hut hatte.

Er blieb aber seinem älter werdenden Publikum treu,
und das Publikum ihm.

Er machte Toureneen, trat in vielen TV Shows auf,
im Ohnsorg Theater und in Krimiserien,
(wie Grossstadtrevier)
machte Zirkus,...




... spielte Country Music,
u.a. mit Ken Curtis, ...




...dem  Festus aus "Rauchende Colts"
auch bekannt  aus "Sprung aus den Wolken"

Erst  mit bald achtzig, nach dem Tod seiner
 Lebensgefährtin Lilli Blessmann zog sich Freddy
in den wohlverdienten Ruhestand zurück.

"Ich mache nichts mehr. Ich habe über 50 Jahre hart gearbeitet.
 Das reicht! Ich möchte einfach in Ruhe gelassen werden.
 Das habe ich auch verdient."