Dienstag, 30. August 2011

Dr. Erika Fuchs


Vor sechzig Jahren, am 29.August 1951 erschien
das erste Micky Mausheft
auf deutsch, untrennbar verbunden mit Frau Dr. Erika Fuchs.
Lange Jahre kannte kaum jemand ihren Namen...





Von der ersten Nummer an, war sie Chefredakteurin, geniale Uebersetzerin und Sprachschöpferin der deutschen Ausgabe
von Micky Maus.



Ihre Sprechblasentexte veränderten die deutsche Sprache.
z.B durch die von ihr gern onomatopoetisch gebrauchte
Verbstammform. Wörter wie "klirr" und "plumps" kannte
man zwar schon vor der Aera Fuchs. Sie verlieh diesem
Stilmittel ganz neue, ungeahnte Dimensionen, ...
"grübel, ächz, stöhn, seufz"
Sie zog alle Register von Klassikerzitaten bis hin
zum Teenagerkauderwelsch.




Frau Dr. Erika Fuchs.
7. 12. 1906 - 22. 04. 2005




Bis Anfang der Siebziger übersetzte sie fast alle
Disneygeschichten, danach nur noch die des
Onkel Dagobert Erfinders Carl Barks.
Ein geniales Paar hatte sich gefunden.


Montag, 29. August 2011

Leiber/ Stoller



Am 22.August ist Jerry Leiber, eine Hälfte des
legendären Songschreiber
Duos Leiber / Stoller
im Alter von 78 Jahren gestorben.



"Wer lernt die Vokabeln nicht?
Wer spielt Skat beim Englischunterricht?

Charlie Brown, Charlie Brown
Das ist ein Clown, der Charlie Brown

Und wenn der Lehrer spricht, wer hört gar nicht hin?

Charlie Brown, der hat nur immer Unsinn im Sinn"
Als Hans Blum anno 1959 mit diesem unter uns
Schülern gern geträllerten
Lied die Hitparaden
stürmte, hatte ich selbstverständlich
noch nie
etwas von dem Duo Leiber/Stoller
gehört.
Damal kannte man allenfalls die Interpreten,

aber kaum je Texter oder Komponist.





Das Original der Coasters , die auch viele andere
Leiber/Stoller Titel interpretierten, habe ich auch
erst später
mit einem "Best of Album" kennengelernt.





Viele Titel der beiden Songschreiber lernte man
zuerst als Coverversionen kennen.
"Little egypt" wurde
in Frankreich von Henri
Salvador als "Cleopâtre"
herausgebracht
und "Along came Jones"
hiess "Zorro est arrivé"




Auch hinter "Rote Lippen soll man küssen" und
"Das ist die Frage aller Fragen"
beides Riesenhits
in den
früher Sechzigern steckten Leiber und Stoller...





Und auch die unvergleichlichen "Chaussettes noires"
coverten
"Dirty,dirty feeling" unter dem Titel "Si seulement"





"Trouble" hiess "La bagarre" und wurde
von Johnny Halliday gesungen.





Und gar Edith Piaf interpretierte mit "L'homme à la moto"
den Song "Black denim trousers and motorcycle boots"






Dann erst stellte man eines Tages fest, dass sie
sozusagen die
Hauskomponisten von Elvis waren...




.. und sie rund zwei Dutzend Hits für den King geschrieben hatten.
Darunter "Hound dog"das ursprünglich von Big Mama Thornton
gesungen worden war.
Und je man darauf zu achten begann, wer auf den Platten
als
Songwriter angegeben war, desto mehr geriet man ins Staunen.





"Jailhouse Rock" stammte aus ihrer Feder...




Die Textzeile "Spider Murphy played the tenor saxophone,
Little Joe was blowin' on the slide trombone..."
soll übrigens die bayrische Band "Spider Murphy Gang"

zu ihrem Namen inspiriert haben.






Die Liste der Hits die Jerry Leiber und Mike Stoller
schrieben ist ellenlang und die Zahl der Interpreten Legion.
Alligator Wine, ein Erfolg für Screamin Jay Hawkins,
(I'm going to) Kansas City, ein Titel der eine Zeitlang zum
Standard jeder Band gehörte, die etwas auf sich hielt.





On Broadway von den Drifters... Poison Ivy, Yakety Yak,
Youngblood,Love Potion #9,...
nur einige Titel, die Leiber/Stoller
für die Coasters schrieben
.

Hound Dog und Jailhouse Rock, zwei von insgesamt 24 Titeln
die Elvis sang

Stand by Me. von Ben E. King...
...und, und, und...




Mittlerweile gibts es ein Musical, das ausschliesslich auf
Leiber/Stoller Hits basiert
Eine Liste all ihrer
unvergesslichen Songs
und deren Interpreten findet sich unter:

http://www.leiberstoller.com/Discography.html

Sonntag, 28. August 2011

St. Jakob an der Birs

Basler Staatsarchiv

So idyllisch war die Umgebung noch um 1824,
als an der Weggabelung der Landstrassen nach
St. Jakob und Münchenstein
das erste St. Jakobsdenkmal von
Marquand Wocher entstand.
Nach wenigen Jahrzehnten aber wurde es baufällig und
ein neues Denkmal wurde geplant.
Der Künstler Ferdinand Schlöth musste mehrere Entwürfe
einreichen bis er allen Ansprüchen gerecht wurde und dabei
angehalten, die “Weiblichkeit” der Helvetia deutlicher
herauszuarbeiten.



Heute steht das St. Jakobs Denkmal,
1872 feierlich eingeweiht, etwas verloren im Verkehrsgewühl.

Die Geschichte des Denkmals und weitere
Informationen zum Schlachtgeschehen finden sich unter

www.altbasel

Das Denkmal erinnert an die Schlacht an der Birs,
wo am 26. August 1444
rund 1200 Eidgenossen verstärkt durch etwa
zweihundert Baselbieter sich
dem Armagnakenheer des französichen Dauphins
mutig entgegenwarfen, wie es in
der bis 1961 gültigen Schweizer Nationalhymne
„Rufst du mein Vaterland“ besungen wurde:
„Heil dir, Helvetia!
Hast noch der Söhne ja, Wie sie Sankt Jakob sah,
Freudvoll zum Streit!“
In meiner Kindheit galt Meinrad Lienerts Schilderung
des Schlachtgeschehens noch
weitherum als unbestritten.

www.sagen.


In neuerer Geschichtsschreibung ist die Uebermacht
der Armagnaken
von früher 40’-50’000 wundersamerweise auf
8000-10’000 Mann geschrumpft und
dem Kampfesdurst
der Eidgenossen steht man erheblich nüchterner,
wenn nicht gar ein wenig
verständnislos und irritiert gegenüber.

Ein Bote aus Basel, Friedrich von Strassburg, der vor der
Uebermacht warnen wollte,
wurde nämlich von den Eidgenossen
mitsamt seinem Pferd umgebracht, da er sie mit seiner
Warnung "wollt zaghaft machen".
Sie bedrohten die eigenen Hauptleute, die vor der
Ueberquerung der Birs warnten
mit dem Tod, und stürzten sich dann in wilder Raserei
dem vielfach überlegenen Feind
entgegen.




Das eidgenössische Heer wurde fast vollständig aufgerieben.
Der französische Dauphin
soll angesichts der verheerenden Verluste
die seinem Heer zugefügt worden waren, von einem
weiteren Vormarsch ins Gebiet
der Eidgenossenschaft abgesehen haben.
Heute wird sogar bezweifelt, ob er diese jemals
ernsthaft hatte angreifen wollen.





Burkhard Münch, ein französischer Ritter
verspottete die sterbenden Eidgenossen.
„Ich blicke in einen Rosengarten, den meine
Vorfahren vor hundert Jahren gepflanzt haben“
Der zum Tod verwundete Hauptmann der Urner, Arnold Schick,
richtete sich mit der letzten Kraft auf und rief,
einen Stein nach dem Ritter schleudernd: "Da friss eine der Rosen!"



Ein im 19. Jahrhundert beliebtes Bildmotiv, wie man
überhaupt die Schlacht noch ganz als heroische
Rettung Basels und der
Eidgenossenschaft verstand. Man begann
ihrer mit aufwändigen
Festen feierlich zu gedenken.
Ein erstes Denkmal wurde 1824 eingeweiht,
das heutige stammt von 1872.

Während des Zweiten Weltkriegs und im Kalten Krieg,
bis weit in die fünfziger Jahre hinein, galt die Schlacht als
Beispiel der erfolgreichen
Anwendung der „Militärdoktrin des hohen Eintrittspreises“.
Wie dem auch sei, jedenfalls errangen sich die Eidgenossen
bei St.Jakob einen Ruf,
der sie für etliche Jahrhunderte zu begehrten und
gutbezahlten Söldner machte, bis das
«Bundesgesetz, betreffend die Werbung und den
Eintritt in den fremden Kriegsdienst vom
30. Heumonat 1859» den Dienst in
schweizerischen Söldnertruppen verboten.
Das MStG von 1927 erlaubt fremden Militärdienst nur
noch im nationalen Interesse.
Eine ausnahme bildet die Schweizer Garde im Vatikan.

Samstag, 27. August 2011

Bibliothek 2000





So scheint der "Bücherwurm" zu einer aussterbenden
Spezies zu werden,
wie das Spiegelschaf,
die Emmentalerziege,
das Tavetscherschaf,
das Wollschwein,
die Rote Gartenmelde
und der Goldmöstler ...
ein Fall für ProSpecieRara?

www.prospecierara.ch



"Bücherwurm" von Carl Spitzweg

Freitag, 26. August 2011

Bibliothek2




Während einst fromme Mönche in Scriptorien in
mühseliger
Handarbeit Bücher abschrieben,
wurde es mit der Erfindung des Buchdrucks möglich,
Bücher maschinell zu vervielfältigen.
Der Buchdruck hielt sich im Prinzip fast unverändert
von Gutenbergs Zeiten
bis etwa Mitte letzten
Jahrhunderts und das
Buch war rund 500 Jahre
das beherrschende
Medium der Wissensvermittlung.
Die Gutenberg Galaxis wird allmählich durch
das elektronische Zeitalter abgelöst ...




Auch hier ereignen sich im "Traum" erstaunliche Dinge.
So finde ich etwa manchmal Wikipediaartikel,
die
offenbar nur auf der "Traumebene" existieren...
Die "Akasha Chronik" digitalisiert???

Donnerstag, 25. August 2011

Bibliothek



Dass ich quasi mein halbes Leben mit der Herstellung,
dem Verkauf und der Vermittlung von Büchern verbracht habe.
hinterlässt seine Spuren auch in meinen Bildern.
In regelmässigen Abständen habe ich das Bedürfnis,
wieder einmal eine Bibliothek zu pinseln.
Eine jener Bibliotheken, wie ich sie hin und wieder im Traum
vorfinde, wo schier endlose Gänge durch verschlungene Labyrinthe
angehäuften Wissens führen.
Eine Art “Akasha Chronik”die als eine Art Aufzeichnung des
kosmischen oder kollektiven Bewusstseins gilt?
Dabei handelt es sich angeblich nicht um tatsächliche
Bücher oder Schriftrollen, sondern um “energetische Schwingungen”
die sich in Bildern, Formen, Symbolen und Sprache darstellen,
die unser Geist verstehen kann.
Nun, ich seh jedenfalls Bücher, die man anfassen
kann, aufschlagen und darin lesen.
Vorausgesetzt, sie sind in einer Sprache geschrieben, derer ich mächtig bin.
Hin und wieder spielen mir aber auch die Traumkobolde einen Streich...
oder ich merke, dass ich vergessen habe, meine Lesebrille mit ins Reich
der Träume mitzunehmen...


Mittwoch, 24. August 2011

Stumpen





...und im Wartsaal isch gheizt sitzt e Ma
won e Stumpe roukt wo stinkt und list ds Amtsblatt




Mani Matter "Ds Lied vo de Bahnhöf" Mani Matter
zeichnet hier ein Stimmungsbild, das es heute nicht
mehr gibt.
Einerseits, weil überall Rauchverbot herrscht,
Andererseits, weil der
"Stumpen" seine Glanzzeit schon
seit längerer Zeit
hinter sich hat.




Die “Cigarre der Eidgenossen” war lange Zeit der "Stumpen",
der sich in meiner Jugendzeit zwar noch grosser Beliebtheit
erfreute, aber doch schon eher ein Attribut älterer Männer war.





Jedenfalls waren damals die Stammtische allerorten noch
von
blauem Dunst eingenebelt, der meist einer "Rio 6".
einer "Brissago" oder einem Rösslistumpen entstammte.
Ein unverwechselbares Dufterlebnis, das sich
lebenslänglich
unauslöschbar eingeprägt hat.
Einige qualmten dann die
Stummel noch in
der Pfeife zu Ende.



Während des Zweiten Weltkrieges war die Schweiz das
einzigeLand Europas, das den Tabak nicht rationierte und

so stieg die Anbaufläche in den Kriegsjahren von
780 Hektaren (1939) auf 1'450 Hektaren (1946).




Ältere Schweizer, die damals Aktivdienst leisteten, verbreiteten
die Legende, dass die Rössli-Stumpen,
...




...genauso wie zwei Päckli
Parisienne carré
exakt in einer Patronentasche Platz hatten.



Beliebt waren Stumpen auch unter Imkern um die Bienen einzuräuchern.



Dienstag, 23. August 2011

Cigarettenplakate





Einige Plakate der schweizerischen Zigarettenwerbung, wie sie in den Fünfzigern des letzten Jahrhunderts noch ungeniert an allen Plakatsäulen prangten...




...zum Teil von hochrangigen Grafikern gestaltet, bis der Kreuzzug gegen den Tabak sie verschwinden liess.




Der Tabak kam bereits Anfang des 16. Jahrhunderts nach Europa. Doch erst mit dem 30jährigen Krieg verbreiteten Söldner die (Un)Sitte des Tabakkauens, Schnupfens und Rauchens über den Kontinent. Die ersten Tabakfelder der Schweiz tauchten um 1680 im Raum Basel auf. Kurze Zeit später auch im Tessin. Der Tubagg, badisch: Duwackh , elsässisch ~ Tüwack eroberte das Oberrheingebiet. Dem Tabak wurden anfangs heilbringende Kräfte zugeschrieben ...




... als Sud getrunken, soll er gegen Pest, Gicht, Koliken, Schwerhörigkeit und Zahnschmerzen helfen, Läuse vertreiben und Grind, Brand, Wunden und Geschwüre heilen.





Schnupftabak wurde gar als Mittel gegen die Verlockungen der Sinnlichkeit propagiert. Doch dann schlug die Stimmmung um, Die Päpste Urban VIII und Innozenz X verhängten den Kirchbann über jene, die in der Kirche Tabak schnupften, kauten oder rauchten.Und allerorten wurde zu Hatz gegen den "vermaladeyten Taback" geblasen. Im Kanton Bern soll sogar nach dem Gebot "Du sollst nicht ehebrechen" ein weiteres, biblisch nicht abgesichertes, eingefügt worden sein: "Du sollst nicht rauchen."




Also auch hier: Alles schon mal dagewesen...



...und so werden heute die einstmals schönen Packungen
bis zur Unkenntlichkeit
von warnenden Hinweisen verunziert...




...über deren Sinn und Nutzen man mit Fug und
Recht
noch geteilter Meinung sein darf.

Montag, 22. August 2011

Sonntag, 21. August 2011

José Philip Farmer “Die Welt der tausend Ebenen”



Philip José Farmer 26. Januar 1918 - 25. Februar 2009
hat die Vorstellung von "Weltenebenen" in seinem Zyklus
“Die Welt der tausend Ebenen” in Form 
eines fantastischen Romans auszugestalten
versucht.




“Meister der Dimensionen” ist der erste
 Teil eines fünfbändigen Zyklus um die
Welt der tausend Ebenen (World of Tiers).
 Beim Besichtigen eines Hauses öffnet sich
Robert Wolff ein Dimensionstor in ein 
Paralleluniversum. Dort trifft er auf den Indianer
Kickaha. Zusammen erleben sie mannigfaltigste
 Abenteuer in den verschiedenen
Dimensionen einer phantastischen Etagenwelt, 
wo tausend Gefahren drohen.




Der fünfbändige World Of Tiers-Zyklus, 
voller atemberaubenden Verfolgungsjagden
durch Raum und Zeit gehört zu den
 spannendsten SF- und Fantasy-Serien überhaupt.





Zumindest fand ich das damals, als
 ich ihn zum ersten Mal gelesen hab.
Allerdings gabs damals noch die D- Mark.
Ist also auch schon eine Weile her.




Immerhin ist er zwischenzeitlich offenbar
 ein weiteres Mal aufgelegt worden.