Montag, 30. September 2013

Sigurd, der ritterliche Held wird sechzig





Und noch ein Held meiner frühen Jahre
hat Geburtstag.
60 Jahre SIGURD – der ritterliche Held !!!

1953 erschien der blonde Recke mit den 
 unglaublich breiten Schultern und
der blonden Tolle erstmals als Piccoloheftchen.






Für so machen meiner Generation ein
 einschneidendes und prägendes Erlebnis.





Gabriel Nemeth, den die Aelteren unter meinen Lesern
noch als “Tschap” aus dem legendären Comicmagazin ZOMIX
 ("Deutsches Komiks-Heft"oder auch "Deutsch Comix - Viel Gutt!" )
 hat mich mit unten stehender Zeichnung auf
dieses denkwürdige Jubiläum aufmerksam gemacht.



Ich selbst habe Sigurd ja erst so um 1959 
kennengelernt,  als er in Grossbandformat
auch in der Schweiz an die Kioske kam,... und
mein erstes Sigurdheft war eigentlich gar nicht meins, 
sondern das von meinem  Mitschüler W.B.
der mir vor der beginnenden Schulstunde 
gnädig einen Blick  in seinen Schulranzen
und auf das Titelbild gestattete.
Es zeigte einen blonden Recken, der mit 
gezücktem Schwert einem Saurier gegen-
überstand. 
Das Bild zog mich völlig in seinen Bann.
Von der Schulstunde bekam ich rein gar 
nichts mit. Meine Gedanken kreisten aus-
schliesslich um die Abenteuer,
von denen das möglicherweise Heft zu 
erzählen wusste.  Das war der Wäschereffekt!




Von da an erlag ich für etliche Zeit in vierzehntägigem Rhythmus
dem Sigurdfieber, oder vielmehr dem H.R. Wäscherfieber...



... denn so hiess, wie ich erst viele Jahre später erfuhr,
der Vater unseres Comichelden.




Wie auf der Hansrudi Wäscher Website zu lesen ist
erschienen von "1953 bis 1960  im Walter Lehning Verlag,
 Hannover, die ersten 324 Piccolohefte. Zwischen 1958 
und 1968 wurde die Geschichte in Großbänden stark
 gekürzt wieder aufgelegt, von Nummer 125 bis 257 folgten 
Fortsetzungen. In den Verlagsreihen Piccolo-Sonderband 
und Bild Abenteuer erschienen gleichzeitig Einzelabenteuer. 
Die zweite Piccolo-Serie, ebenfalls aus gekürzten Nachdrucken
 der ersten, wurde zwischen 1961 und 1963 mit 87 Heften 
verlegt. 1965 veröffentlichte Walter Lehning einen 
Sigurd-Sonderband.




1976 gab der Melzer-Verlag, Darmstadt, zwanzig 
Hefte des Lehning-Großbandes neu heraus (Nr. 125-144).

Ab 1977 hat der Norbert Hethke Verlag, Schönau, 
Sigurd in verschiedenen Formaten nachgedruckt 
und mit Fortsetzungen ergänzt. 1993 verlegte Hethke
 die dritte Piccolo-Serie, die von Hansrudi Wäscher 
bis Band 100 geschrieben und gezeichnet wurde. 
Ab 1991 gab es regelmäßige Sigurd-Sonderbände 
im Hardcoverformat. In den ersten vierzehn Bänden 
erschienen neue Episoden, abschließend Nachdrucke."



Sonntag, 29. September 2013

Dr.Fu Manchu wird 100




Einer der grössten Bösewichte aller Zeiten feiert
seinen hundertsten (literarischen) Geburtstag,
Dr. Fu Manchu





In dem Film, "The fiendish Plot of Fu Manchu" mit
Peter Sellers in der Hauptrolle feierte 
der grausame Doktor bereits 1980 seinen
168.Geburtstag.
In unserer Wirklichkeit aber, erblickte der 
asiatische Finsterling  1913
(ein Jahr nach Tarzan)
 unter den Titeln wie:







The Mystery of Dr. Fu Manchu und/oder
The Insidious of Dr. Fu Manchu das Licht dieser Welt.
Allerdings war er da schon ein Mann
in mittlerem Alter, und da er dazu neigt
 mit allerhand Drogen und Verjüngungstränken
sein Alter zu manipulieren,
werden wir wohl sein tatsächliches
 Alter nur erahnen können.






Fortan versetzte er (und mit ihm eine ganze Reihe...




... von Fu Manchu Klons) eben diese 
unsere Welt in Angst und Schrecken.
Zumindest im Buch,...



...  im Radio, im Comic...




Kein Geringerer als Altmeister
Wally Wood
schuf Anfangs der
1950er Jahre...




... diesen Fu Manchu Comic.







...  und im Film, wo nach
Warner Oland und Henry Brandon...





... Boris Karloff...




... und schliesslich Sir Christopher Lee dem
grausamen Fu Manchu Gestalt verlieh.



Seine ewigen Widersacher Nayland Smith...




... und der wackere Dr. Petrie
sind ihm immer dicht auf den Fersen...






... und tappen immer wieder aufs 
Neue in seine teuflischen Fallen,
aus denen ihnen nur Fu Manchus schöne Sklavin
Karameh heraushelfen kann.




Seinem Erfinder Sax Rohmer 
gelang mit Fu Manchu einer
der Erzschurken der Literatur- oder
zumindest der Pulpgeschichte,
und in der Nachfolge von Dr. Fu Manchu
tummelten sich fortan Horden
 in den dunklen Gassen von
Limehouse oder
Chinatown.



Samstag, 28. September 2013

Simplon - Orient Express




Der 1898–1905 ( 1. Röhre) und 1912–1921 (2. Röhre)
 erbaute Simplontunnels war bis Ende der 1970er-Jahre
 mit 19,8 km der längste Gebirgstunnel der Welt.
 Bekannt wurde der Tunnel auch durch den bis
 1962 fahrenden Simplon-Orient-Express.
In den alten Plakaten schwingt immer noch ein Hauch
Magie mit. Verschwundener Zauber einer Zeit,
als Reisen noch mit einer Prise von Abenteuer verbunden war. 





Am 11. April 1919 fuhr erstmals der 
Simplon-Orient-Express von Paris 
über die Schweiz,durch den Simplontunnel nach  
Mailand bis Triest. Anschlusszüge sicherten die Verbindung 
über Zagreb bis Belgrad.  




Ab Januar 1920 fuhr der
 Simplon-Orient-Express durchgehend
 bis Belgrad und im Sommer des gleichen Jahres
 bis nach Istanbul, das damals noch Konstantinopel hiess,
 sowie mit Kurswagen 
nach Bukarest.



Mit dem mit der Linie vebundenen Taurus Express
konnte man in acht Tagen von London
nach Bagdad fahren.





Anschlusslinien führten bis Aleppo...




... und Kairo.



Seine ganz grosse Zeit hatte der Orient
Express, der "Zug der Könige"
vor dem ersten Weltkrieg.
Könige, Maharadschas, Kalifen gehörten zu
 seinen Gästen, wie auch der Waffenhändler
Basil Zaharoff, Sarah Bernhardt oder Mata Hari,
Diplomaten und Geheimgaenten...






...und wie es die Legende besagt,
auch ein gewisser Mr. Holmes.
Graham Greene schreib "Stamboul Train"...




... später in Orientexpress umgetauft und auch so
manch andere Agentengeschichte spielte
 vor dem Hintergrund des sagenumwobenen Zuges.







Aber auch der spätere Simplon Orient Express übte 
seine Faszination  auf die schreibende Zunft aus  ...





... und wurde
etwa Schauplatz von Agatha Christies
1934 erschienenem Roman
"Murder on the Orient Express".




Und im Kalten Krieg finden wir Mr. James Bond
in "From Russia with love"als Fahrgast.
Ab den 1960er Jahren verblasste der Glanz
zusehends.Nationale Bahngesellschaften übernahmen
die einzelnen Streckenabschnitte.

Heute erinnern nur noch gelegentliche Nostalgiefahrten
an längst vergangene. stolze Zeiten.

Freitag, 27. September 2013

Freddy Quinn







"Ob am Quai von Casablanca,
ob am Cap von Salvador
singt er leis von Juanita,
deren Liebe er verlor"




Freddy Quinn war ein Phänomen.
 Keiner verkaufte in den
späten 1950ern und früher 60ern in
 der BRD mehr Platten als er.

Wer konnte schon (ausser vielleicht Eddie Constantine)
 eine  Filmreihe vorweisen, die nach 
dem eigenen Namen benannt wurde, und
die erst noch, mehr als einmal, einen Bambi für
 die kommerziell erfolgreichste
Produktion des Jahres einheimste.

1959: Freddy, die Gitarre und das Meer
1959: Freddy unter fremden Sternen




1960: Freddy und die Melodie der Nacht
mit Heidi Brühl



1961: Freddy und der Millionär...





... mit Heinz Erhardt.




1962: Freddy und das Lied der Südsee




1964: Freddy und das Lied der Prärie




1964: Freddy, Tiere, Sensationen


Er sang von der Sehnsucht nach fremden Ländern,
von Fernweh und Heimweh, und so abenteuerlich wie
seine Lieder, war auch seine Lebensgeschichte, 
die von der Plattenfirma eifrig kolportiert und
wohl auch ein wenig ausgeschmückt wurde.

Freddy Quinn
 (Franz Eugen Helmuth Manfred Nidl, später Nidl-Petz,)
wurde  am 27. September 1931 als Sohn 
des irischen Kaufmanns John Quinn
 und der österreichischen[ Journalistin 
Edith Henriette Nidl geboren. 
Einige  Lebensjahre verbrachte er 
bei seinem Vater in den USA,
Als seine Mutter. die einen „verarmten Adligen, Rudolf 
Anatol Freiherr von Petz“ geheiratet hatte,
 das Sorgerecht bekam, 
musste  er zu ihr nach Wien ziehen

Bald büxte Freddy aus, trampte per Autostopp
 durch Südeuropa und Nordafrika, 
arbeitete ( so die Legende) beim Wanderzirkus, wurde Akrobat 
und Seiltänzer, lernte Saxophon, spielte 
in Rom Klavier für  für amerikanische Truppen und in
 Sidi bel Abbès  Gitarre 
vor den (damals meist deutschen)
Fremdenlegionären, Das klang nach Abenteuer, nach 
grosser, weiter Welt.
Zurück in Deutschland  versuchte 
er sich als Hillbilly-Sänger 
und trat in AFN auf.


 1954 wurde Freddy Quinn in der 
Washington Bar in Hamburg-St. Paul entdeckt.


1956 nahm er bei Polydor eine Platte  
auf, die zum meistverkauften 
Titel des Jahres 1956 werden sollte.




Auf der
 A-Seite war “Sie hiess Mary Anne”
 ( Im Original Sixteen Tons von Tennessee Ernie Ford), 
und auf der B-Seite Heimweh (Memories Are Made
 of This von Dean Martin), 

Aus dem Klagelied eines amerikanischen Bergmanns wurde
ein Seemannslied:

"Mit 14 Jahren fing er als Schiffsjunge an,
Er war der jüngste aber er war schon ein Mann
Ein Mann wie ein Baum und stark wie ein Bär,
So fuhr er das erste mal über das Meer
Sie hieß Mary- Ann und war sein Schiff
Er hielt ihr die Treue was keiner begriff"

und auch Dean Martins "Memories"
bekamen einen deutlich anderen Schliff.

"Brennend heisser Wüstensand"
 fern, so fern dem Heimatland..."






Angeblich wusste man nicht so recht,
 wie man Quinn schreibt, und so 
beliess man es bei "Freddy"
Wie sich zeigen sollte, genügte das völlig.


 Für diese beiden, millionenfach verkauften
Lieder erhielt Freddy gerademal
 pauschal je 480 DM !!!
Aber sie machten ihn berühmt.




Von da an, ging es Schlag auf Schlag.
Wind und Wellen rauschten unentwegt.
Ein Jahrzehnt lang folgte
eine Goldene Schallplatte der andern.

1956: Heimweh
1956: Rosalie
1957: Heimatlos
1958: Der Legionär
1958: Ich bin bald wieder hier
1959: Die Gitarre und das Meer
1959: Unter fremden Sternen





"Fährt ein weisses Schiff nach Hongkong.
Hab ich Sehnsucht nach der Ferne.
Aber dann in weiter Ferne.
Hab ich Sehnsucht nach zu Haus."




1961: La Paloma
1963: Junge, komm bald wieder
1966: Hundert Mann und ein Befehl

Insgesamt waren es 23 Platzierungen in den Top Ten
 und rund sechzig Millionen verkaufter Tonträger.




Freddy spielte an der Seite der schönsten Frauen,
wie Jayne Mansfield und Mamie Van Doren


1962 sangen zwar auch noch die Beatles
in Hamburg
aber die Zeit der Seefahrtsromantik ging so 
langsam vorbei.
Freddy rundete die Epoche mit 
seinem absoluten Spitzenerfolg
"Junge, komm bald wieder ab "

Mit "Wir" ein Lied für die "schweigende Mehrheit"
und Hundert Mann und ein Befehl"
 wagte er sich auf dünnes Eis und stellte klar,
dass er mit der neuen Jugendbewegung wenig am Hut hatte.

Er blieb aber seinem älter werdenden Publikum treu,
und das Publikum ihm.

Er machte Toureneen, trat in vielen TV Shows auf,
im Ohnsorg Theater und in Krimiserien,
(wie Grossstadtrevier)
machte Zirkus,...




... spielte Country Music,
u.a. mit Ken Curtis, ...




...dem  Festus aus "Rauchende Colts"
auch bekannt  aus "Sprung aus den Wolken"

Erst  mit bald achtzig, nach dem Tod seiner
 Lebensgefährtin Lilli Blessmann zog sich Freddy
in den wohlverdienten Ruhestand zurück.

"Ich mache nichts mehr. Ich habe über 50 Jahre hart gearbeitet.
 Das reicht! Ich möchte einfach in Ruhe gelassen werden.
 Das habe ich auch verdient."