Mittwoch, 26. November 2014

Shadowmen 1


Andrew Paquette

Shadowmen von J-M. und R. Lofficier
ist ein Buch, das versucht,
einen Ueberblick über
die Helden und Schurken
der franösischen Trivialliteratur
zu geben.




Man begegnet dabei völlig
unbekannten Grössen,
wie "Nyctalope", von dem
ich nie zuvor gehört hatte...




... der sich aber, wie die meisten
dieser Gestalten dieses Genres, eines 
ausserordentlich langen Lebens
zu erfreuen scheint  und immer
wieder neu aufgelegt und
überarbeitet wird.
Biografien der Verfasser und
 der fiktiven Helden, Filmografien und die
Adaptionen in TV und Comic
 sind säuberlich aufgelistet.




 Atlantide 1919 von Pierre Benôit geschaffen.
Ein französisches Pendant
zu Rider Haggards "She"




Arsène Lupin , der Meisterdieb aus der Feder
von Maurice Leblanc.





… der es in unseren Tagen sogar zum Helden
eines gleichnamigen Mange gebracht hat.





Daneben findet man alte Bekannte wie 
Robur, der Eroberer und
Kapitän Nemo...





den legendären  Fantômas




Überragende Wissenschafter, wie Dr. Omega…




… Docteur Cornelius …




… oder den Okkult- und
 Astraldetektiv"Sar Dubnopal...



Dienstag, 25. November 2014

Djinn in a bottle - Geist im Glas




Das Motiv eines in eine  Flasche
eingesperrten Geistes oder Dämons, ...





... das hier unserem Mr. Butcher widerfährt,
kennt man aus einigen Märchen und Sagen.





Man denke an den Geist aus Aladins Wunderlampe,
hier von Willy Pogany für den Film
"Der Dieb von Bagdad" entworfen...




... oder an eine modernere Version




Ein weiteres Märchen aus 1001 Nacht
erzählt vom Fischer,
der einen Djinn aus einer
Flasche befreit.



 René Bull

Hier in verschiedenen Versionen
zeichnerisch dargestellt.




 Louis Rhead



Offenbar
werden drei Gruppen von
 “Dschinns”unterschieden:




Frank Schoonover


1. Dämonen, die den Menschen
Schaden und Schrecken zufügen.
Dabei sind die mächtigen die Ghul,
die sehr mächtigen die Sila,
 die noch mächtigeren mit
dezidiertem Zerstörungstrieb die Ifrit
und die allerstärksten die Marid





Maxfield Parrish


2. Mittelwesen, die wie die
Menschen die Schöpfung bevölkern
 und nicht besonders
 in Erscheinung treten und...




Arthur Rackham




Edmund Dulac


3. Der "Doppelgänger" des Menschen,
der ähnliche Funktionen
einzunehmen scheint,
wie der römische Genius und auch
gewisse Aehnlichkeiten mit dem "Schatten" in
C.G. Jungs Psychologie aufweist.

Der dem Menschen zugewiesene Dschinn bleibt
 von der Geburt bis zum Tode an der Seite seines Trägers
und dient als Hauptzeuge
am Tag des Jüngsten Gerichts.

Eine ununterbrochene Debatte findet
zwischen der Menschenseele
und der Dschinnseele statt,
bis beide vom gleichen
 Standpunkt überzeugt sind.





Auch in Grimms Märchen 
gibt es eine Variante als
"Geist im Glas" hier illustriert von 

Varianten finden sich etwa in der
 Sage des Paracelsus, der einen in
eine Tanne verpropften Teufel befreit.

Eines der ältesten Beispiele eines Menschen,
der Geister bannen und sich dienstbar
machen konnte, war
der sagenhafte König Salomon,
der den Dämon Omias zum
Tempelbau zwang und danach
in ein Gefäss bannte.





Eine neue Variation des Themas
findet sich bei Robert Louis Stevenson.
deutsch als Das Flaschenteufelchen oder
der Flaschenkobold bekannt.

Das Einsperren der Seelen ist auch im
Voodoo bekannt und eine entfernte Entsprechung
findet sich  sich in Wilhelm
Hauffs  Märchen "Das kalte Herz".

Montag, 24. November 2014

Sonntag, 23. November 2014

Alistair MacLean







Die grossen deutschen Illustrierten 
wie Stern, Quick, Revue ... 




... waren auch an heimischen Kiosken 
 erhältlich. 
Die Hefte gingen innerhalb des 
Bekanntenkreises meiner Oma
von Hand zu Hand und waren meist 
nicht mehr auf dem neuesten Stand 
punkto Tagesaktualität, bis ich auch mal
 (heimlich) einen Blick hineinwerfen konnte.
Neben Klatsch und Tratsch
beinhalteteten sie aber auch Fortsetzungsromane.

Es muss nicht immer Kaviar sein” mit dem Fein-
schmeckeragenten wider Willen, Thomas Lieven, lernte 
ich in “Quick” kennen, ...




... ebenso wie “Modesty Blaise” 
( hier in einer Darstellung des 
berühmt- berüchtigten "nailers"
im Stern.
Die Revue war auf Konsalik abonniert .


Dann gabs noch Alistair Mac Lean,
 dessen “Kanonen von Navarone”
 ich (ich weiss nicht mehr in welcher Illustrierten)
in wöchentlichen Häppchen gierig verschlang.

Alistair MacLean  21. April 1922 - 2. Februar 1987  
war ein schottischer Thriller-Autor. der auch
 unter dem Pseudonym Ian Stuart schrieb.

Im Zweiten Weltkrieg diente er in der Royal Navy 
 im Atlantik, im Mittelmeer und ab 1945 im Pazifik. 
 Seine angebliche japanische Kriegsgefangenschaft wurde
von kritischen Biografen ins Reich der Legende verbannt
und seiner Phantasie, wie seiner Trunksucht zugeschrieben.





Jedenfalls begann er während seines Studiums zu schreiben.
und landete mit “Die Männer der Ulysses”, 
der auf eigenen Kriegserfahrungen basierte
einen ersten grossen Erfolg.

Sein grösster Erfolg war wohl “Die Kanonen von Navarone”
wo er  ein Himmelfahrtskommando der Alliierten auf einer
griechischen Insel beschreibt.




Kommandounternehmen und Agententhriller 
wurden sein Hauptmetier.



MacLean etablierte sich als
einer der führenden Autoren in diesem Genre und 
schrieb 28 Romane, von denen 
die meisten Welterfolge wurden und
sich rund 30 Millionen Mal verkauften.




Später erschienen auch die unter dem
 Peudonym Jan Stuart verfassten
Bücher unter seinem Namen.
Spannende, actionreiche Bücher von denen eine
ganze Reihe wurde erfolgreich verfilmt wurde:

Allen voran 

besetzt mit  Stars wie  Gregory Peck,
 David Niven und Anthony Quinn 
in den Hauptrollen




Im gleichen Jahr erschien "Secret Ways"
 ein wenig bekannter, aber durchaus sehenswerter 
Agentenfilm mit Richard Widmark.



The Stan Bug 1965
wieder ein Agentenfilm.
Von der Regie von John Sturges 
hätte man sich etwas mehr erhofft.





Where Eagles Dare 1968
mit Richard Burton und
Clint Eastwood.





Ice Station Zebra 1969

Wieder mit Weltstars besetzt. Leider
sah das ewige Eis doch etwas
allzu sehr nach Pappkulisse aus.





Puppet on a chain 1972
(Souvenirs, Die Ratten von Amsterdam)
ein durchaus gut gemachter Thriller um
einen Drogenring .




Fear is the Key 1972
mit dem späteren "Petrocelli"
Darsteller Barry Newman in der Hauptrolle.





Caravan to Vacarres 1975


Breakheart Pass 1976
ein Abstecher in den Wilden 
Westen mit Charles Bronson.





Force 10 from Navarone 1978

Eine Fortsetzung der Kanonen von Navarone mit
einer Reihe interessanter Darsteller.
Darunter ein noch sehr jugendlicher
Harrison Ford. Nicht schlecht gemacht, aber
irgendwie war 1978 die Zeit für
Kommandounternehmen im
 Zweiten Weltkrieg vorbei.

Seine beste Zeit hatte MacLean wohl in den 
1960er Jahren, dann bekam man
 das Gefühl, dass er sich wiederholte 
und so nutzte sich  auch dieses Erfolgsschema 
langsam  ab. Auch die späteren Verfilmungen blieben meist
bestenfalls ordentlicher Durchschnitt.


Eine ausführliche Auflistung und Besprechung 
seiner Bücher und Filme findet
und da  die dortige Einschätzung
sich weitgehend mit der Meinigen
deckt, verweise ich gerne darauf.


MacLean verstarb am 2. Februar 1987
in München und hinterliess
eine Fülle unvollendeter Manuskripte.
Verschiede Autoren nahmen sich dann unter 
dem Label Alistair MacLean's: (....)
oder unter dem Pseudonym 
Alastair MacNeill seiner Hinterlassenschaft an
und bastelten noch rund ein Dutzend Romane daraus.

Samstag, 22. November 2014

Hasenburg




 Niklaus Stoecklins Lithografie
"Hasenburg"wurde zu
einer Urbasler Ikone.




Jetzt ist die  Zukunft der  “Hasenburg” 
 ungewiss, so heisst es in
einer neuen Schreckensmeldung
die durch die Zeitungen geistert.




Dem  Amtschimmel und Behördenauflagen 
ist es zu verdanken, dass 
der Wirt Daniel Rieder  ans Aufhören denkt.





Nach so Vielen in den letzten
Jahren geschlossenen oder
 umfunktionierten Beizen nun
auch noch das “Château Lapin”?

Die "Hasenburg", die einst mit dem 
“Gifthüttli” und dem “Grünen Heinrich”
 das berüchtigte 
Basler “Bermuda Dreieck” bildete?

Mitte der 1960er Jahre war  
für einen strebsamen Schüler 
der Kunstgewerbeschule der
 Besuch der “Hasenburg” Pflichtfach.
Dort traf sich die Basler Bohème,
oder was sich dafür hielt....

Damals war noch das legendäre Wirtepaar 
Rieder auf der «Hasenburg.




Urs Widmer bezeichnet  die “Hasenburg” 
in seiner Autobiografie
 “Reise an den Rand des Universums”
 als seine “Wohnung”. 




Man traf Maler, wie Kurt Fahrner,
Walter Wegmüller. Wini Sauter,
Carlo Aloe und Viele mehr.




Den Illustrator Mario Grasso,
Sphinx Verlagsbegründer
Dieter A. Hagenbach
René Schweizer, Begründer des
Instituts für taktischen Wahnsinn, 
Daneben eine bunte Mischung von
Handwerkern, Spinnern, Marktleuten,
Musikern, Grossräten, strickenden Feministinnen,
( die sich mit Elsi Rieder in die Haare gerieten)
und eine ganze Menge jener
 Sorte Mensch, die man heute
dezent als "randständig" bezeichnet.

Heerscharen von halbvergessenen
Namen und  Gesichtern 
tauchen aus den Nebeln der
 Erinnerung auf.

Menschen, die allesamt auf
ihre besondere Art und Weise
zur Einmaligkeit der "Hasenburg" beitrugen.




Die "Hasenburg" diente u.A. auch als  Kulisse
für den Film 




Hin und wieder trat man den Berner
Underground Guru Sergius Golowin
 und gar der LSD Papst Timothy Leary
 soll während seines
Schweizer Exils dort Gast gewesen sein.





Jean Willi setzte dieser Zeit im "Château Lapin"
in einigen Kapiteln seines Buches
"Sweet Home" ein Denkmal.

Das ging bis in die 1980er Jahre so.
Das letztes Jahr in den Ruhestand getretene Wirtepaar 
Schwendinger “zivilisierte” dann die “Hasenburg”,
dem wandelnden Zeitgeist gehorchend, 
vorsichtig, aber kontinuierlich.
Die nikotinvergilbten Wände wurden weiss,
die Tische bekamen Tischtücher,
 das karge Neonlicht wurde
ausgetauscht, der mottenzerfressene 
 Eberkopf durch einen
Neuen ersetzt.

Doch auch diese Epoche ging
zu Ende und nun ist die Zukunft
der Hasenburg ungewiss.


Die Welt und die Beizenkultur haben sich  im
vergangenen halben Jahrhundert verändert.
Zum Schlechteren, wie ich meine.
Ich jedenfalls trauere der Zeit nach, 
als man noch  soff und rauchte,
anstatt an einem “stillen Wässerchen” zu nippen.
Wo die Serviertöchter 
noch nicht Servicefachangesellte hiessen,
 dafür zügig zu bedienen wussten.
Wo gestritten und disputiert wurde, 
anstatt aufs Smartphone zu starren.
Kurz, wo man in einer Beiz noch
 unter “richtigen” Menschen war.