Dienstag, 4. Juli 2017

Rheinbrücke - Manor




Lange Jahre war 
die "Rheinbrücke"
in der Greifengasse,
DAS Warenhaus 
im Kleinbasel...




... und weit darüber 
hinaus bekannt.
(Im Vordergrund 
rechts ist noch das
ehemalige Kino "Maxim"
zu erkennen.








Seit etlichen Jahren heisst
das Warenhaus nun "Manor, aber Leute
meiner Generation  reden immer 
noch von "dr Rhybrugg".





Soviel ich weiss, war
die "Rheinbrücke"
das erste Warenhaus mit
einer Rolltreppe in Basel, 
die Anlass zu manchem
Ausflug an schulfreien
Nachmittagen war.



Edi Hauri



Eine Reihe bekannter
Plakate,
die im Laufe der Jahrzehnte
für das Warenhaus
warben.




In jüngster Zeit hat
auch "Manor"
mit dem veränderten
Einkaufsverhalten zu kämpfen...



Armin Vogt

Laufende Strukturprogramme werden 
umgestellt und es drohen Entlassungen.
Etwas, das man sich vor 50 Jahren, 
kaum hätte vorstellen können.




PS. Wenn mich nicht alles täuscht,
sind es die Schaufenster
der "Rheinbrücke" vor denen die 
Halbstarken auf diesem Bild um
1962 ihre "Aentefudifrisur" - Duck Tail
richten.



Montag, 3. Juli 2017

Z Basel uff dr Brugg




Im Gegensatz zu der "offiziellen"
Hymne, "Z' Basel am mim Rhy"
stammt dieses "Lumpeliedli"
wohl aus dem minderen Basel
und ist ein Kind der "Höschsprache"
(Auch Ruechesprooch,
 Stenzesprooch, 
Rhygassprooch,
 Rhyhafesprooch,
 Chnullerisprooch.)





Eine Dialektvariante
des Kleinbasler Industrieproletariats
die gegen Mitte des letzten Jahrhunderts
geläufig war,
 mit einem befremdlichen,
aber nicht wegzuleugnendem
 Hang zum Vulgären. 

Als Kinder grölten wir das Liedchen
jedenfalls mit Inbrunst,
 sehr zum Missfallen
der Lehrerschaft.




"Z Basel uff dr Brugg
mit em Nastuch im Gnigg (Gnugg)
und de ellelange umeglitzte Hose,
do seit dr eint zum andre
hösch gimer au e Schick
sunscht muess dr eini hintenabe bloose."

Refrain:
"Ja aber das ist die Garde, die das
 Basler Trottoir ziert, ja aber das ist die
Garde, die das Basler Trottoir
 ziert, jo und verschmiert.
Jollala, jollala, jollala, jollala und
 d'Zürcher goht's e Schissdrägg a.
Jollala, jollala ä Schissdrägg goht'se a!"


Während der Refrain gesungen wurde,
wurden die Strophen in einer
Art rhythmisiertem Sprechgesang vorgetragen,
- eine frühen Form des Rap?




"Und am Mäntig macht me Blaue,
und am Zyschtig schlooft me us,
und am Mittwuch gort eim
 gopfridstutz no s'Pulver us.
und am Donnschtig suecht me Arbet,
und am Frytig foht me a,
und am Samschtig sott me 
ums veregge Vorschuss ha! "

Refrain


Mittlerweile gibt es zu dieser Strophe
 eine Version die von den Fans
 des FC Basels gesungen wird.

Und am Mändig kasch kuum warte,
Und am Zyschdig dänggsch scho draa,
Und am Mittwuch muesch se hoole
Wotsch am Samschdig d Byljee haa,
Und am Donnschdig schtygt denn s Fieber,
Und am Frytig flippsch fascht uss,
Denn am Samschdig schpiilt
 dr FCB vor vollem Huus.

Im Original  geht es so weiter :

Und dr Seppli vo Mulhouse
isch uff Basel abe cho,
go d'BVB cho bschaue
do isch är mit em Grind 
zwüsche d'Puffer ne cho
und die Puffer, die hän' kracht
und dr Seppli dä het glacht!

Refrain


Gartenbad Eglisee


Und wotsch denn öbbis gseh,
so gosch ins Eglisee,
e Rissverschluss hebt alles zämme
und wotsch denn no e Gnuss
 so ziesch am Rissverschluss
und die Gritte muess sich
 gopfergässe schämme!


Das Ziehen am Reissverschluss 
des Badekleides
oder am Verschluss des Bikinis
war eine üble, aber bei der 
männlichen Jugend
beliebte Unsitte
in jener dunklen Zeit.

Refrain

Laut Eduard Strübin
"Strömungen in einer
 Stadtmundart "(1944)
wurde das "Lied des
 Basler Eckenstehers"
erstmals als Soldatenlied gedruckt .
Er nennt auch folgende, mir bislang
unbekannte Variante.

Und am Mändig macht me Blaue, 
Und am Zischtig rueht men us, 
Und am Mittwuch tuets eim stinke, 
Denn der Pulver, dä isch us,
Und am Donschtig suecht men Arbet,
Und am Fritig foht men a,
Denn am Samschtig mues men 
unbedingt no Vorschuss ha.

Und gehn sie Sonntags aus,
Aber das ist ein Schmaus,
Steifer Kragen, hoher Koks, 
das ist was Nobles, 
Schwere goldne Ring am Finger
Und die Glacehandschuh an,
So ziehn sie am Spalenberg zur Parade.



Rudolf Maeglin Neue Gasfabrik 1931


Und sind sie stier
Und händs kei Gäld im Sack,
So gehn sie in d'Gasi go schufle; (Gaswerk!)
 Und hän sie drei Tag gschafft,
Hän sie zwanzig Stei im Sack;
Das nennt man die Basler Sackträgerschaft1).

Sonntag, 2. Juli 2017

Rumpelstilzchen




»Heute back ich, morgen brau ich,
übermorgen hol ich 
der Königin ihr Kind;
ach, wie gut, dass niemand weiss
dass ich Rumpelstilzchen heiss!«




Der Giftzwerg, der Stroh zu
Gold spinnen kann, gehört
in die Kategorie
"jenseitige Helfer",
deren Charakter in Märchen
oft ambivalent
gezeichnet wird.



Paul Zelinsky

Der Pakt mit dem
 Vertreter des
"Jenseits", 
 bei dem die Müllerstochter
dem Zwerg ihr erstgeborenes 
Kind verspricht,...



Jesus Blasco

... kann nur durch
die Lösung des
Namenzaubers
gebrochen werden.


Solch ein Pakt mit einem
übernatürlichen Gegenspieler, um den
Preis des erstgeborenen
Kindes findet sich
auch in "Rapunzel",
aber etwa auch in der Artussage.
  So beansprucht der Zauberer Merlin
etwa das Kind Artus,
nachdem er König Uther
ermöglicht hatte, bei Igraine, der Frau
von Herzog Gorlois zu liegen.





Märchen sind "deutungsvariant"
und so hat auch Rumpelstilzchen
 so manche Interpretation
über sich ergehen lassen müssen.




Ich beschränke mich hier
auf eine Auswahl der
typischsten Illustrationen.




Konstant geblieben ist aber
der fast sprichwörtlich gewordene
Charakter
des Rumpelstilzchens,
das vor Wut platzt,
oder im Boden versinkt,
 als die Königin
seinen wahren Namen nennt.



Anne Anderson


Charles Folkhard


W.Goble


Paul Hey




Hermann Wöhler



H. Dockal




Valerian Gillar




Anne Andersson

Das Märchen bürgerte 
volkstümliche Redensarten, wie
"wo Fuchs und Has sich
 gute Nacht sagen",
oder "Hinz und Kunz"
in die deutsche Sprache ein.



Rye Cramer



A.Rackham











Die erste Schweizer Mundartrockband
benannte sich nach der Märchenfigur.



Samstag, 1. Juli 2017

Viktorianischer Horror




 Im “viktorianischen Zeitalter”
scheinen die Grenzen zu
den Schattenwelten besonders
 brüchig gewesen zu sein.
Es  war nicht nur
die Hochzeit der Spuk- und
Gespenstergeschichten.
Madame Blavatsky schrieb
ihre "Geheimlehre" und gründete die
Theosophische Gesellschaft.
Spiritismus und Séancen blühten
und zogen etwa auch Conan Doyle in
ihren Bann.
Daneben gab es eine ganze Reihe
okkulter Geheimgesellschaften,
wie der
"Hermetic Order of the
Golden Dawn"
dem auch Aleister Crowley
 von 1898 -1900
angehörte.

der Weltliteratur entstanden  (fast ) zu
Victorias Lebzeiten.




Nebst den Klassikern
  Shelley , Stevenson,
und Stoker  sei etwa an
 Charles Dickens geisterhafte 
Weihnachtsgeschichten
 "A Christmas Carol"
 und The Chimes (1843),
sowie an seinen
 letzten, unvollendeten Roman 






 Sheridan  Le Fans,
Wilkie Collins,
Oscar Wilde,
  Arthur Conan Doyle,
Montague Rhodes ,




 M.R. James,
 E. F. Benson,





Algernon Blackwood,
Horace Russell Wakefield
und Rudyard Kipling 
tummelten sich
in ihren Werken
in den Welten des
 Uebersinnlichen
und Unerklärlichen.

Das Book of Werewolves,
 wird in  Kreisen angelsächsischer
 Werwolfexperten 
auch heute noch gern
 zitiert, wenn es oft 
auch naserümpfend als
 populärwissenschaftlich
 bezeichnet wird.
Sein Werk fand seinen
Niederschlag
wohl in Dracula, wie auch
in "Der Hund der Baskervilles"







 In Victorias Regierungszeit
fällt auch einer der ersten Berichte
über “Ausserirdische”.
"Der" Jumping Man ", auch
als “Spring Heeled Jack” bekannt,
tauchte offiziell erstmals
im Jahr 1837 auf.




 Im selben Jahr, bestieg die 18-jährige
 Victoria den Thron von England.




Dieser  "Jumping Man"
 terrorisierte  England  fast 70 Jahre
und war. wie es heisst, ...




... "eindeutig kein 
gewöhnlicher Sterblicher, 
wenn er tatsächlich von 
dieser Welt überhaupt war."