Donnerstag, 3. August 2017
Mittwoch, 2. August 2017
Dialekt - Mundart 1
Immer öfter beschleicht mich
das Gefühl, das “meine” Welt,
die Welt in der ich
aufgewachsen bin und die
mich geprägt hat, langsam in den
Nebeln der Zeit verschwindet.
Sich schleichend auflöst, und irgendwann
Ein Prozess, der vor Jahrzehnten
seinen Anfang nahm nähert sich
seinem vorläufigen Abschluss.
Kaum ein Haus, an dem ich auf meinem
Schulweg vorbeigekommen
bin, steht noch,.
bin, steht noch,.
Zum Teil wird bereits zum zweiten
Mal neu gebaut.
Gesichtslose Häuser
Gesichtslose Häuser
ohne Charakter und Individualität, wie
sie offenbar dem
Auch die Sprache verändert sich.
Man hat nicht mehr “weh”,
sondern “Schmerzen”.
Man geht nicht mehr zum “Doggter”,
sondern zum Arzt.
Der Eiskasten oder Frigidaire ist zum
das "Aabebapier"
(Toiletten-oder WC Papier)
(Toiletten-oder WC Papier)
wird nun Klopapier genannt.
"Uffzgi"(Hausaufgaben)
heissen "Huusuffgobe".
"Uffzgi"(Hausaufgaben)
heissen "Huusuffgobe".
Winzigkeiten im Einzelnen, die aber
im Ganzen dazu führen, dass der
Enkel den Ahn’ in einfachsten,
alltäglichen Dingen nicht mehr versteht.
wenn ich erzieherisch
wertvolle Sprüche, wie
wertvolle Sprüche, wie
” hesch Milch, Brot und Angge,
kasch Gott dangge”
kasch Gott dangge”
weiter zu vermitteln suche...
Allerdings wurde meist schon früher
mit dem Wort Butter geworben,
sogar in Verbindung
mit Mundarttext.
Der "Angge" oder "Anke" blieb
der gesprochenen oder
gesungenen Sprache
vorbehalten.
"Mir Senne hei's lustig, mir Senne hei's guet
Hei Chäs und hei Anke, das git üs guets Bluet".
Also, alles in Butter?
In den Basler
Kindergärten sei der Dialekt am
Verstummen, seit die Sprachregelung
«Standarddeutsch und Dialekt» gilt.
Allerdings wurde meist schon früher
mit dem Wort Butter geworben,
sogar in Verbindung
mit Mundarttext.
Der "Angge" oder "Anke" blieb
der gesprochenen oder
gesungenen Sprache
vorbehalten.
"Mir Senne hei's lustig, mir Senne hei's guet
Hei Chäs und hei Anke, das git üs guets Bluet".
Also, alles in Butter?
In den Basler
Kindergärten sei der Dialekt am
Verstummen, seit die Sprachregelung
«Standarddeutsch und Dialekt» gilt.
Die bunte Vielfalt des Dialekts
weicht einem ab
Kindergarten eingebläuten
Kindergarten eingebläuten
Hochdeutscheintopf.
Der Einwand, dass die Kinder
die Mundart beim Spielen erlernen,
überzeugt nicht, da der Anteil
an fremdsprachigen
Kindern oft grösser ist, als der der
Einheimischen. In vielen Quartieren
erlernt man auf der
Strasse höchstens ein
"balkaneesisch"
"Voll krass, Monn !"
Viele baseldeutsche Mundart-
ausdrücke, Sprach- und
Ich meine jetzt nicht jenen oft gestelzt
klingenden Dialekt des “Daigs”,
das Dalbanesisch der
bildungsbürgerlichen Oberschicht
des letzten Jahrhunderts,
der von Fasnächtlern meist
etwas aufgesetzt kultiviert wird,
sondern die "normale", gebräuchliche
Alltagssprache in und rund um Basel..
Wörter und Begriffe verschwinden,
wenn die tägliche Anschauung
nicht mehr gegeben ist.
Heute weiss fast niemand
mehr wer der "Glegglimaa" ist,
weil der “Gleggliwaage” längst
verschwunden...

... und auch
der "Wyschetekibel" und
dann der “Mischkübel”
sind längst dem “Abfallsack”
gewichen ist.
Dass die dazugehörigen
Abfall- Marken und Säcke
nun aber an der Supermarktkasse
als “Kehrichtmarken” oder
"Kehrichtsägg"
verlangt werden, ...

... und der
”Mischtkübelmaa” nun als
“ Kehrichtmaa”bezeichnet wird,
sind Germanismen die
mich doch etwas stören.
Der Einfluss des Hochdeutschen
stört mich auch, wenn
von "Träppegländer"
statt "Stägegländer",
vom" Pfärd" statt "em Ross"
die Rede ist, wenn es,
"desswäge" heisst,
statt "wäge däm".
“Wäge däm muesch du nid trurig si,
wäge däm, wäge däm, wäge
däm. ”
Auch pseudomundartliche Ausdrücke
wie zu erwartende “erheblichi Niderschleeg“
sind mir ein Gräuel. was doch einfach
heissen sollte: „Es chunnt
allwäg fescht ko rägne.“
Die Klage ist allerdings nicht neu.
"Das het der Gross-
vatter scho mit der Geissle klepft!"
Eduard Strübin (1914 -2000 )
stellte bereits 1944 in
"Strömungen in einer Stadtmundart" fest:
„Gross ist die Zahl der Ausdrücke, die dem
deutschen Grosstadtjargon entnommen sind
und bald in hochdeutscher Form, bald in
fadenscheinigem Mundartmäntelchen
einherkommen." Er nennte etliche Beispiele,
die zum Teil wieder verschwunden sind,
oder sich so eingebürgert haben,
dass niemand mehr den deutschen
Grosstadtjargon als Ursprung ahnt."
"Man hats nicht leicht, aber leicht
hats einem,"
"Nur die Ruhe kann es
bringen,"
" Nei, nei, mein lieber Schwan,"
("mein lieber Scholli!")
" Ran an den Speck!"
"D'Sach isch im Butter"
"dä Mensch het e Vogel",
"dä het Schwein",
"haus ab in Topf",
"du bisch Hängema,"
"Kunststück!",
" Künstlerpech!",
"E Geheul mache",
"im Tempo
des gehetzten Affen".
Besonders fallen auch einige
Adjektive auf: gerisse, fertig
(dasch e fertige Blödsinn),
schaurig, schandbar, aschgrau,
ohnmächtig, kei blassi
(Ahnig) ha, platt (erstaunt) sy,
rum (erledigt) sy,
dä isch mause (mausetot). “
Auch wenn das Wort „Fuessball“
das altehrwürdige Wort
„schutte“ vielfach abgelöst hat,
so ist doch zu bedenken, dass auch dieses nicht
allerreinste Mundart ist, sondern sich vom
Englischen (to shoot, schiessen). herleiten soll .
Schon frühere Generationen
fürchteten den Untergang der
Mundart.
Vielleicht hat es einfach
mit dem Altwerden werden
zu tun?
Sprache ist Teil der eigenen
Geschichte und Identität. Verändern
sich Wörter, oder verschwinden sie gar,
geht auch ein Stück dieser Identität verloren,
die eigene Welt entschwindet,
Stück um Stück.
Der Einwand, dass die Kinder
die Mundart beim Spielen erlernen,
überzeugt nicht, da der Anteil
an fremdsprachigen
Kindern oft grösser ist, als der der
Einheimischen. In vielen Quartieren
erlernt man auf der
Strasse höchstens ein
"balkaneesisch"
eingefärbtes Baseldeutsch
"Voll krass, Monn !"
Viele baseldeutsche Mundart-
ausdrücke, Sprach- und
klingenden Dialekt des “Daigs”,
das Dalbanesisch der
bildungsbürgerlichen Oberschicht
des letzten Jahrhunderts,
der von Fasnächtlern meist
etwas aufgesetzt kultiviert wird,
sondern die "normale", gebräuchliche
Alltagssprache in und rund um Basel..
Wörter und Begriffe verschwinden,
wenn die tägliche Anschauung
nicht mehr gegeben ist.
Heute weiss fast niemand
mehr wer der "Glegglimaa" ist,
weil der “Gleggliwaage” längst
verschwunden...

... und auch
der "Wyschetekibel" und
dann der “Mischkübel”
sind längst dem “Abfallsack”
gewichen ist.
Dass die dazugehörigen
Abfall- Marken und Säcke
nun aber an der Supermarktkasse
als “Kehrichtmarken” oder
"Kehrichtsägg"
verlangt werden, ...

... und der
”Mischtkübelmaa” nun als
“ Kehrichtmaa”bezeichnet wird,
sind Germanismen die
mich doch etwas stören.
Der Einfluss des Hochdeutschen
stört mich auch, wenn
von "Träppegländer"
statt "Stägegländer",
vom" Pfärd" statt "em Ross"
die Rede ist, wenn es,
"desswäge" heisst,
statt "wäge däm".
“Wäge däm muesch du nid trurig si,
wäge däm, wäge däm, wäge
däm. ”
Auch pseudomundartliche Ausdrücke
wie zu erwartende “erheblichi Niderschleeg“
sind mir ein Gräuel. was doch einfach
heissen sollte: „Es chunnt
allwäg fescht ko rägne.“
"Das het der Gross-
vatter scho mit der Geissle klepft!"
stellte bereits 1944 in
"Strömungen in einer Stadtmundart" fest:
„Gross ist die Zahl der Ausdrücke, die dem
deutschen Grosstadtjargon entnommen sind
und bald in hochdeutscher Form, bald in
fadenscheinigem Mundartmäntelchen
einherkommen." Er nennte etliche Beispiele,
die zum Teil wieder verschwunden sind,
oder sich so eingebürgert haben,
dass niemand mehr den deutschen
Grosstadtjargon als Ursprung ahnt."
"Man hats nicht leicht, aber leicht
hats einem,"
"Nur die Ruhe kann es
bringen,"
" Nei, nei, mein lieber Schwan,"
("mein lieber Scholli!")
" Ran an den Speck!"
"D'Sach isch im Butter"
"dä Mensch het e Vogel",
"dä het Schwein",
"haus ab in Topf",
"du bisch Hängema,"
"Kunststück!",
" Künstlerpech!",
"E Geheul mache",
"im Tempo
des gehetzten Affen".
Besonders fallen auch einige
Adjektive auf: gerisse, fertig
(dasch e fertige Blödsinn),
schaurig, schandbar, aschgrau,
ohnmächtig, kei blassi
(Ahnig) ha, platt (erstaunt) sy,
rum (erledigt) sy,
dä isch mause (mausetot). “
Auch wenn das Wort „Fuessball“
das altehrwürdige Wort
„schutte“ vielfach abgelöst hat,
so ist doch zu bedenken, dass auch dieses nicht
allerreinste Mundart ist, sondern sich vom
Englischen (to shoot, schiessen). herleiten soll .
Schon frühere Generationen
fürchteten den Untergang der
Mundart.
Vielleicht hat es einfach
mit dem Altwerden werden
zu tun?
Geschichte und Identität. Verändern
sich Wörter, oder verschwinden sie gar,
geht auch ein Stück dieser Identität verloren,
die eigene Welt entschwindet,
Stück um Stück.
Dienstag, 1. August 2017
Schweizer Fahne
Ursprünglich das Feldzeichen
der Schwyzer,
sind in Beschreibungen
der Schlacht
von Laupen (1339) ...
... erstmals Kreuze aus
weissen Stoffstreifen
als gemeinsames
eidgenössisches
Erkennungszeichen
bezeugt.
Von da an war es aber noch
ein langer Weg bis
zur Landesfahne.
Heute sind die Zeiten vorbei,
als das Schweizer Kreuz
allüberall
stolz als ein Wahrzeichen
unseres Landes prangte.
Als das weisse Kreuz
im roten Feld für alles stand, ...
... was die Schweiz für
die Schweizer Bürger
ausmachte, ...
... und was heutigentags
mit dem kläglichen Begriff
"Swissness"
zu umschreiben versucht wird.
Nicht nur die "Swissair"
wurde verscherbelt, ...
... auch so manch andere,
"typisch schweizerische" Marke ...
... ist an internationale
Firmenkonglomerate
übergegangen.
So wurde Knorrli zum Holländer und
das schweizerischste aller
Gewürze, das Aromat gehört dem
holländischen Nahrungsmittelmulti Unilever
Ovomaltine von Wander wanderte
in den Besitz von
Associated British Foods...
... und Toblerone zählt
zum US-Lebensmittelgiganten
Mondelēz International...
... und so manch anderes
einst "typisch schweizerische"
Produkt, ist
längst in fremden Händen,
Neue Bestimmungen machen
auch dem "Made in Switzerland"
das Leben schwer.
Wo Schweiz drauf steht,
soll auch Schweiz drin sein.
Was beim Käse noch
selbstverständlich ist, wird
bei anderen, typisch
schweizerischen Produkten
zum Problem.
Kakaobohnen z.B.
wachsen nun mal nicht in
der Schweiz und sind
dennoch ein essentieller
Bestandteil in der
Schweizer Schokolade.
Die Schweizer Fahne (korrekt Flagge)
ist ebenfalls weltweit ein Sonderfall, ...
... weil sie, anders, als alle
andern Nationalflaggen
quadratisch und nicht rechteckig ist.
Die offizielle Schweiz sah sich gezwungen,
bei der UNO zu intervenieren
"Es ist uns vor einiger Zeit aufgefallen,
dass vor dem Uno-Hauptgebäude eine
rechteckige Schweizer Fahne weht".
Doch auch bei internationalen
Sportanlässen führt
diese Eigenheit zu Problemen.
Einmal mehr kommen
internationale Standardisierungszwänge
auf die Schweiz zu.
Und auch sonst ist es ein Kreuz
mit dem Schweizer Kreuz.
Vor einigen Jahren forderte
der Immigranten-Verein
Second@s Plus. gar die Abschaffung
der Schweizer Fahne.
«Die Schweizer Flagge
entspricht der heutigen, multikulturellen
Schweiz nicht mehr», befand
Vorstandsmitglied Ivica Petrusic.
Als Ersatz wurde die
ehemalige Flagge der 1799
gegründeten helvetischen
Republik, eines französischen
Vasallenstaates,
vorgeschlagen, die für eine
fortschrittliche und weltoffene
Schweiz stehen soll.
Das Schweizer Kreuz (das auch die
vier Landesteile und Landessprachen
symbolisierte) mit seinem
christlichen Hintergrund,
entspräche nicht mehr der
religiösen und kulturellen
Vielfalt des Landes.
Gottlob gibt es noch immer währschafte
PatriotInnen, die das weisse Kreuz im roten
Feld in gebührenden Ehren halten.
Und noch immer darf das
besser bekannt als
das Schweizer
Kreuz tragen, ...
... obwohl in unserem Land kein Stahl
produziert wird.
Die grösste Schweizerfahne 31 Meter lang
und 31 Meter breit, hing übrigens lange Zeit an
der Rigi, oberhalb von Vitznau.
Dann wurde sie von einer
noch grösseren Fahne
am Säntis abgelöst.
Diese ist 80 Meter breit,
6400 m2 gross und 700 kg schwer.
Allerdings bekam sie einen Riss.
Ein Sinnbild für den Zustand unseres Landes?
und wieder kam es, bedingt durch
stürmisches Wetter, zu einem kleinen Riss.
Zum Abschluss noch:

Das diesjährige 1. Augustabzeichen
von "Pro Patria"
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