Sonntag, 4. September 2011

Hermann Hesse Steppenwolf



Im Zusammenhang mit der „psychedelischen Revolution“ und der „Counterculture“ erlebte das Werk des Dichters Hermann Hesse eine ungeahnte Renaissance, die sich der 1961 verstorbene Dichter so wohl nie erträumt hätte. Hesses Bücher hatten in der Zwischenkriegszeit ein grosses Echo unter der Jugend gefunden und trafen seltsamerweise in der völlig anderen Welt von 1967 offenbar wieder einen Nerv der Zeit.





Sein „Steppenwolf“ gab der Band den Namen, die den wohl ultimativen Bikersong „Born to be wild“ fabriziert hatte. Ken Kesey und Timothy Leary priesen die Sequenzen des „Magischen Theaters“im "Steppenwolf" als„psychedelische“ Offenbarung und manch einer sah sich als „Morgenlandfahrer“ oder „Glasperlenspieler“.




Hesses „Siddharta“ passte zu dem damals aufkommenden Indienboom, den die Beatles mitinitiert hatten, als sie den Yogi Maharashi Mahesh besuchten und George Harrison fortan Sitarklänge in die Musik der Band einfliessen liess. Hesse galt als zuverlässiger Führer auf dem Weg nach Innen. Er kannte sich in fernöstlicher Mystik, mit dem Tao te King wie dem I Ging aus, ebenso wie er sich über den fast gleichaltrigen C.G. Jung auch mit Psychoanalyse und gnostischen Schriften auseinandergesetzt hatte, was in etlichen Passagen des „Demian“ seinen Niederschlag fand. Kurz, Hesse war „kult“ oder „in“ wie man damals zu sagen pflegte.




Irgendwann (1974) wurde der „Steppenwolf“ dann auch verfilmt und etliche Sequenzen wurden in Basel gedreht, der Stadt in der Hesse zum Teil seine Jugend verbracht hatte und in der er gelebt hatte, als er seinen Roman 1927 schrieb.





Max von Sydow spielte den empfindsamen Dichter,
nachdem eine Zeitlang der damals in der Schweiz im Exil
lebende Drogenpabst Timothy Leary im Gespräch
gewesen sein soll...





...der einer modernen Variante des Werwolfs gleich,...




...innerlich zerissen zwischen „Kulturmensch“ und „ wölfischer Bestie“ durch die mittelalterlichen Gässchen den Basler Altstadt geistert. Ein „Outsider“ wie Colin Wilson ihn bezeichnete, ein Ausgestossener, ein einsamer Wolf.



Mit von der Partie waren Basler Schauspieler wie Helmut Förnbacher und Silvia Reize. Beizen wie die „Hasenburg“ lieferten das Dekor und nachgestellte Sequenzen der Basler Fasnacht dienten als psychedelische Einsprengsel. Regie führte Fred Haines. Der tschechische Künstler Jaroslav Bradac war am animierten Artwork für das magische Theater beteiligt.




Die Latte der Erwartungshaltungen war hoch gesetzt und wurde dann prompt enttäuscht. Wobei betont werden muss, dass der Film nun bei weitem nicht sooo schlecht ist, wie manche damals fanden. Im Gegenteil !!! Etliche Hintergrundinformationen zur Verfilmung finden sich in dem Referat von Hendrik Licht: Verfilmung der Erzählung "Der Steppenwolf" von Hermann Hesse
das als pdf im Internet zu finden ist.