Mittwoch, 16. November 2011

Peter Monteverdi



Peter Monteverdi
7. Juni 1934 in Binningen, - 4. Juli 1998

Ich bin zwar alles andere als ein Autofreak, aber wenn man sozusagen sein halbes Leben, kaum einen Steinwurf entfernt von dem wohl berühmtesten Schweizer Autokonstrukteur seit Louis Chevrolet verbringt, so hinterlässt das seine Spuren.
Vater Rossolino Monterverdi, betrieb seit 1926 in Binningen eine Automechanikerwerkstatt.
Unten an der Oberwilerstrasse lag die Tankstelle, damals manchmal noch mit einem Tankwart mit Mütze, der den Reifendruck kontrollierte und den Oelstand an Opas Fiat Topolino prüfte. Dann ging es leicht den mit Schotter belegten Hügel hinauf, wo die Garage stand. Dort schräubelte der junge Peter an seinem Rennauto.





Schon als 17jähriger konstruierte Peter sein erstes Rennauto. Aus einem Unfall-Fiat baute er den MONTEVERDI Special, mit selbstgebautem Chassis und Karosserie
Nach dem frühen Tod des Vaters übernahm der knapp über zwanzig jährige Peter den Betrieb. Damals war das Autofieber erst im kommen, das in den nächsten Jahren die ganze Schweiz ergreifen sollte. Es gab noch keine Autobahnen und so manche Strasse besass nur einen Schotterbelag.
Zwischendurch knatterte Peter, vom Autofimmel besessen, mit seinem selbstgebauten
„ Montverdi Special“ durch die Gegend.
„Ein Spinner“ ein „verruggter Cheib“ ein „Autoverrückter“ war er für manche. Mit seinen Ambitionen vielleicht ein paar Nummern zu gross für das damals noch dörfliche Binningen





Zwischen 1956 und 1961 nahm Peter 
Monteverdi an etwa 80 Rennen in der Schweiz
, in Deutschland und in Italien teil und er 
errang zahlreiche Siege. Mit seinem selbst 
entwickelten ersten Schweizer Formel-1-Rennwagen 
verunglückte er 1961 auf dem Hockenheimring 
so schwer, dass er seine 
Rennkarriere beenden musste.
Durch seine Erfolge im Rennsport, erhielt er 
1957 die Konzession von Ferrari für die 
Schweiz und wurde damit zum 
weltweit jüngsten Ferrari-Händler.





Aus Vater Monteverdis Einmannwerkstatt 
entwickelte sich ein Betrieb mit mehreren 
Mitarbeitern. 1961 wich das
 alte Gebäude einem Neubau.





Monteverdi hatte sich mit Leib und Seele 
dem Automobil verschrieben. Er war
 Techniker, Konstrukteur, Designer und manch 
anderes in Personalunion. Sein Flair für Ästhetik,
 fürs Sportliche und Luxuriöse wollten nicht
 so ganz zu dem Dorfnamen Binningen
 passen, der im Ausland nur Achselzucken auslöste.





So wurde nur kurze Zeit später der Name auf
" MBM Monteverdi Basel Motors "abgeändert.





Silberne Krone auf schwarzem Grund: . 
Der Name Monteverdi stand für Exklusivität
 und war in den 60er- und 70er-Jahren ein 
Statussymbol der Reichen und Schönen. 
Seine Kundschaft war von blauem Geblüt, 
oder entstammte zumindest dem Geldadel. 
Der Schah von Persien gehörte zu seinen 
Kunden, wie auch Filmschauspieler 
oder Ölscheichs.
Die Energiekrise im Jahre 1973 zwang 
 Peter Monteverdi zu einer tiefgreifenden 
Umstrukturierung. Anstelle der erfolgreichen 
„High Speed"-GT-Serie stieg er in den sich 
damals entwickelnden Luxus-Geländewagen-Markt ein.




1978 konstruierte Monteverdi, auf dem 
Pflichtenheft der Gruppe für 
Rüstungsdienste (GDR) basierend, einen
 Geländepersonenwagen, der in der 
Evaluation ein positives Echo fand. Wenig 
hätte gefehlt, und unsere Schweizer Soldaten 
wären nicht mit Pinzgauern oder Puchs gefahren, 
sondern auf einem Saurer Military.
Mitte der achtziger Jahre wurde das Werk 
in Binningen geschlossen und in das
 grösste Automobilmuseum 
der Schweiz umgewandelt.





Drei Etagen voll mit Kunstwerken auf 
vier Rädern. High Speed, Palm Beach, Hai, 
die Formel-1-Boliden, Safari, Military, 
die ganze von Peter Monteverdi 
entwickelte Palette.
Eine Zeitreise durch die Autogeschichte und
 ein Eintauchen ins Lebensgefühl der 
60er- und 70er-Jahre. Weitere 11 000 Exponate 
umfasst die Modellautoausstellung.


monteverdi-automuseum




Anfangs der Neunziger stieg Monteverdi 
 nochmals in den Formel 1 Zirkus ein,
übernahm den Rennstall Onyx, 
leider ohne grossen Erfolg.
Ab Mitte der 1990er-Jahre 
zog sich Peter Monteverdi 
zunehmend nach Marokko zurück.
Er starb 1998 in Binningen.
Der Name Monteverdi blieb bis heute:
 ein Synonym für Sportlichkeit,
 Luxus und aufregendes Design.
Weitere Infos unter
www.ruedi-wenger.ch/monteverdi.