Montag, 23. April 2012

Die Moebius-Jodorowsky Connection




Alejandro Jodorowsky geboren am 17. Februar 1929,
ein aus Chile stammender Tausendsassa, drehte
Anfang der siebziger Jahre zwei,
je nach Standpunkt
erleuchtende oder
verwirrende Filme.
El Topo 1970,
eine Art mystisch surrealer Spaghettiwestern
und Montana Sacra 1973
Danach machte er sich an die Verfilmung
von Frank Herberts Roman “Dune”,


dune-der-wustenplanet


...ein Projekt, das trotz aller grosser Ankündigungen,
nie realisiert wurde.
In jene Zeit fällt auch seine Bekanntschaft mit Moebius, mit
dem er fortan eine wechselseitig äusserst kreative
Zusammenarbeitpflegen sollte ...






So schrieb er für Moebius "Les Yeux du Chat"...






...und die Story um John Difool und den Incal .




Moebius zeichnet die ersten sechs Bände der
ausufernden Serie,
die formal wie inhaltlich so
manche bislang gültige
Grenze des Genres sprengte...






...Band 7 - 12 wurden von Zoran Janetow gezeichnet.
Daneben gab es noch “Die Meta Barone” und
“Die Technoväter”,
beides mehrbändige Serien die
irgendwo
im selben Kosmos wie der Incal spielen.




Später folgte die mehrfach unterbrochene
Serie
"La Folle du Sacré Coeur"...




... wo Jodorowsky seinem Ruf als Meister
der
"Psychomagie" mehr als gerecht wurde.


Sonntag, 22. April 2012

Samstag, 21. April 2012

Moebius und Métal Hurlant







Wie es heisst, waren einige
damals (1975) jüngere Zeichner mit der Verlagspolitik
von René Goscinny, dem damaligen
Herausgeber von "Pilote" nicht mehr einverstanden...





...und beschlossen deshalb, ihr eigenes Magazin
" Métal Hurlant" herauszugeben und gründeten
dafür den Verlag
"Les Humanoïdes Associés ".
Mitbegünder waren Jean-Pierre Dionnet, Moebius
(eigentlich Jean Giraud), Philippe Druillet und
(ein fiktiver?) Bernard Farkas.

Métal Hurlant erschien zum ersten Mal im Januar 1975 .
68 Seiten, davon 16 farbig,vierteljährlicher Herausgabe.




Métal Hurlant wurde zu der Sensation auf
dem Gebiet der graphischen Erzählung.
Bald zeichnete Alles, was Rang und
Namen hatte, für das Heft.






Es folgte eine amerikanische Ausgabe...





..ebenso wiedas Heft auch bald
in Deutschland erschien.






Massgeblich beteiligt am Erfolg
war Moebius.





Nebst der furiosen Geschichte um
"Arzach"...






...die verblüffende Welt der
"Garage hermetique de Jerry Cornelius",
war es dann
"The long tomorrow"
nach einer Story von Dan O'Bannon...






...die für weltweites Aufsehen sorgte,
und nicht zuletzt Ridey Scotts
"Blade Runner" in Sachen Decor und Hintergründen
massgeblich beeinflusste.





Später schufen Jodorowsky und Moebius
zusammen die Geschichte um John Difool und den Incal,
die sich zumindest stimmungsmässig
stark an O'Bannons Story anlehnt.





O'Bannon, Jodorowsky und Moebius kannten sich
von ihren gemeinsamen Plänen um die Verefilmung
von Frank Herberts Roman "Dune",
was wiederum eine andere Geschichte ist.

dune-der-wustenplanet

Freitag, 20. April 2012

Jean Giraud /Lieutenant Blueberry




Jean Giraud 8. Mai 1938 - 10. März 2012
Pseudonyme: Gir, Mœbius,
Ab und zu führten meine Comicstreifzüge
ins benachbarte
Elsass nach St. Louis. Auch wenn ich
die Texte nur
halbwegs verstand, beeindruckte
mich doch die
ungeheure Vielfalt
der französischsprachigen Comicszene,
die zu jenerZeit nur zu einem kleinen Teil
ins Deutsche übersetzt wurde.







So um 1963 erschien in "Pilote" eine neue Serie, "Fort Navajo" die später unter dem Namen "Leutnant Blueberry" berühmt werden sollte. Dass sich hinter dem Zeichner, der mit GIR signierte, Jean Giraud versteckte, wusste ich damals noch nicht, wie man damals überhaupt kaum etwas über Comiczeichner wusste. Giraud 's Karriere begann 1961 als Assistent von Jijé, einem damals berühmten Zeichner, und er arbeitete an einer Folge von Jerry Spring für das Magazin Spirou mit. Mit dem Texter Jean-Michel Charlier gestaltete er dann ab 1963 die Western-Serie Fort Navajo für Pilote.





Der Titelheld erinnerte vom Aussehen her mit der gebrochenen Boxernase, an Jean-Paul Belmondo, der Zeichenstil war stark geprägt von Jijé, der 1965 in der Folge "Das Halbblut" aushalf und einen Teil der Zeichnungen fertigte. In den folgenden Jahren entwickelte sich die Serie. Handlungsabläufe und Personen wurden vielschichtiger, die Erzählstränge komplexer. Und vor allem zeichnerisch entwickelte Giraud das Genre immer weiter.






Giraud löstesich in der Folgzeit mehr und mehr
aus dem Kästchengefängnis des traditionellen
Panelaufbaus und experimentierte
mit
verschiedensten zeichnerischen Techniken.







Nach Charliers Tod 1989 übernahm er auch den Part des Texters und wurde zum alleingen Herrscher des Blueberry Kosmos. Zwischendurch versuchten sich auch andere Zeichner, Colin Wilson zeichnete 1985 mit Die Jugend Blueberrys 1991 schuf William Vance die Serie Marshal Blueberry. Neuerdings arbeitet Michel Blanc-Dumont an einem weiteren Ableger der Serie.





Nun, ich muss gestehen, dass ich nie ein totaler Fan der Story war. Kavalleriewestern waren nie so mein Ding, Meine Sympathien lagen mehr bei den Indianern, eine Einstellung, die sich durch Herrn Peer Steinbrücks fortgesetzte Drohung, der Schweiz das 7. Kavallerieregiment auf den Hals zu hetzen, nur bestärkt hat.





Zeichnerisch gehört Blueberry aber wohl zum Besten, was das 20. Jahrhundert an Bildgeschichten hervorgebracht hat. Vom lockeren Pinselstrich...





... bis zur akribischen Federzeichnung,...






Giraud beherrschte alles.






Weitläufige Panoramaansichten, Interieurs, Gruppenbilder,Dialoge, alles perfekt...



Mittlerweile existieren
vier Stränge der Saga:

Die Jugend von Blueberry
Leutnant Blueberry
Marshall Blueberry
Mister Blueberry,
wobei Giraud sich beim letzten Zyklus noch einmal selbst überboten hat.






Nebst Blueberry entwarfen Jean Giraud und Jean Michel Charlier noch die Figur des Jim Cutlass





Dieses an sich schon riesige Werk bildet aber bekanntlich nur die eine Hälfte von Jean Girauds Schaffen. Unter dem Pseudonym Moebius sollte er sich Mitte der siebziger Jahre daran machen, die Comicwelt zu revolutionieren.

Donnerstag, 19. April 2012

Mister Moebius und Dr. Giraud





Dem Phänomen Moebius alias Gir gerecht zu werden,
ist wohl schlicht unmöglich.

1976 schrieb Numa Sadoul mit " Dr.Gir et Monsieur Moebius"
eine Monografie Jean Girauds.





Mit Moebius, dessen Pseudonym sich von dem
Möbiusband des deutschen Mathematikers

August Ferdinand Möbius, ableitet,
betrat
das Alter Ego von Jean Giraud
in den
siebziger Jahren die Comicszene.





Während Monsieur Giraud als GIR im wirklichen
Leben
einen der weltbestesten Westerncomics ablieferte,...







...versetzte Mister Moebius mit "Arzach" die Comicwelt ins Staunen.





Es folgten Schlag auf Schlag
Die hermetische Garage
des Jerry Cornelius"...






...mit dem kuriosen Major Grubert...




...sowie die Story um John Difool und den Incal.





Danach war nichts mehr, wie zuvor.






Zumal die als Moebius gemachten zeichnerischen
Experimente
auch wiederum auf die Arbeiten als Gir...


...um Lieutenant Blueberry zurückwirkten.

Mittwoch, 18. April 2012

Parkour



Mit 63 Jahren auf dem Buckel und einem
künstlichen Hüftgelenk
kann man von
solchen Eskapaden
ja nur noch träumen...






Man weiss ja noch von Arnim Dahl,
wohin
solche Waghalsigkeiten führen können


arnim-dahl


Bleibt nur, solche Träume am Zeichenbrett
auszuleben zu versuchen.

Jedenfalls schau ich mir die Sprünge der "Traceurs"
immer wieder gerne als Inspirationsquelle an, ...





...wenn
mal in meinem Comic
wieder ein Verfolgungsjagd
angesagt ist.






Zumal die Basler World's Parkour Family um
Kevin Fluri und Chris Harmat
zur
aktuellen Weltspitze in Parkour
gehört.





"Erfunden" wurde Parkour u.a. von David Belle
der
als Kind von seinem Vater die "Méthode Naturelle"
des
ehemaligen Marineoffziers...






Georges Hébert ( 27. April 1875 .2. August 1957)
erlernte.
Die Méthode Naturelle ist die Kunst der
Bewegung im
Einklang mit der Landschaft mit ihren
natürlichen
Hindernissen. Ende der 80er Jahre übertrug David Belle...





...diese Methode auf die urbane Landschaft der
Pariser Vororte.
Bekannt wurde die Sportart durch diverse
Filme, etwa
"Die purpurnen Flüsse 2 – Die Engel der Apokalypse,"
Prince of persia" "The Transporter." " Ghettogangz"
wo David Belle als
Stuntman und Darsteller mitwirkte.




Anders als im Film, ist man, ähnlich wie bei Kampfszenen,
beim Zeichnen dazu verdammt, mit eingefrorenen
Bewegungen Dynamik und Action
zu suggerieren.
Immer wieder aufs Neue eine Herausforerung.