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Samstag, 27. Mai 2023

Wini Wini - Tahiti Tamourés


 
"Wini-Wini "wurde ursprünglich von dem
Tahitianer Yves Roche geschrieben,
der aber lange Jahre unerwähnt blieb.
Der Song dürfte im weiteren Sinn ein später
Ausläufer der Tiki Culture und der Hawaii-
und Südseebegeisterung sein, die nach  der
letzten Jahrhundertmitte um sich griff.
 
 


 
In den USA wurde der Titel als Instrumental
mit Bill Justis ein Hit.
 
 

 
Es gab eine Version von Chris Barber,...
 
 

 
... in Italien von Betty Curtis. 
 
 

 
Auf deutsch wurde das Liedlein von den
"Tahiti Tamourés" gesungen, eine Girl Group,
bei der eine  gewisse Doris Wegener
mitmachte, die unter dem Namen Manuela
dann kurz darauf  einen Riesenhit mit
"Schuld war nur der Bossa Nova" landete.
Am 28. Mai stand Wini-Wini
bei der Jugendzeitschrift Bravo an der
Spitze der Hitparade.

Montag, 20. Juni 2011

Aloha Hawaii



Hula Musik war Exotik, grosse, weite Welt und
die Südsee ein vager , aber magischer,
faszinierender Begriff...





... tanzende Mädchen mit 
 nichts als Blumenkranz um
den Hals und Baströckchen..
.eine unglaubliche Vorstellung.




Dazu Ukulele und Hawaiigitarre...





Die Hawaiigitarre ( lap steel guitar)
 hatte sich bereits im frühen
20. Jahrhundert in den USA verbreitet und Einzug
in die Country Music gefunden, was dafür sorgte.
dass hawaianische Klänge 
auch in manchem Cowboylied
mitschwangen.




Die elektrische Hawaiigitarre war eigentlich eine
Entwicklung des aus dem Baselbiet stammenden
des Amerikaschweizers Adolph Rickenbacher
der seinen Namen dann auf Rickenbacker änderte,
nicht zuletzt, um von der 
Popularität seines Verwandten
Eddie Rickenbacker zu profitieren, 
"Americas Ace of the Aces".




Das Hawaiihemd kam in Mode...



Die aus Polynesien stammende Kunst des
Tätowierens hatte bereits vorher
durch die christliche Seefahrt
Verbreitung gefunden, wenn sie auch noch
weit von dem Boom der Jahrtausendwende
entfernt war.




...und auch der damals ebenfalls 
 gross in Mode kommende Bikini
verdankte seinen Namen 
dem gleichnamigen Südseeatoll.
Allerdings sah die Wirklichkeit 
diesbezüglich ziemlich trist aus.
Zwischen 1946 und 1958 führten 
die USA dort Kernwaffentests
durch, die Bevölkerung wurde deportiert,
die Inselgruppe für Jahrzehnte mit 
radioaktivem Fall-Out kontaminiert.




Die Musik- und Unterhaltungsindustrie
 allerdings beschäftigte sich
lieber mit Fernweh, und beschwor 
eskapistische, exotische
Traumbilder noch und noch herauf.
Nebst mehr oder minder 
authentischen Hawaiigruppen,
hängte sich so mancher aus der Schlagerwelt
an den Hula Hawaiiboom.





Freddy sang das Lied der Südsee..




Paulchen Kuhn landete 
einen Bombenhit mit
"Es gibt kein Bier auf Hawai"
Hinter den Tahiti Tamourés 
verbarg sich u.a. Doris Wegener,
die den Aelteren unter meinen Lesern noch als
"Manuela" in Erinnerung sein dürfte.




Herauszufinden, wer sich alles
 hinter den tollen Tanten versteckt
überlasse ich der detektivischen 
Ader der geneigten Leserschaft.




Wini wini wini wini
Wana wana wana wana
Die Trommel ruft zum Tanz ...




In Basel gab es eine Gruppe, die sich seit 1945
mit ganzem Herzen der Hawaiimusik widmete
und sich bis heute
eine legendäre Beliebtheit erhalten hat.
Die Hula Hawaiians.-
und nicht zu vergessen,
die "Honolulu Girls"

Freitag, 23. August 2013

Manuela - Schuld war nur der Bossa Nova



Mitte August verstarb die US-amerikanische 
Sängerin Eydie Gorme 16. August 1928- 10. August 2013 
 die 1963 mit dem Hit
 "Blame It On The Bossa Nova" bekannt 
wurde,  im Alter von 84 Jahren .





Ich muss gestehen, dass ich ihre Version nie gehört habe.
“Schuld war nur der Bossa Nova”, 
wie das Lied auf deutsch hiess,
war hier zu Lande fest in der Hand von 
Manuela (Doris Inge Wegener) 
 18. August 1943 - 13. Februar 2001 






Manuela stammte aus Berlin, lötete tagsüber
 Radiokondensatoren  in einer
 Elektrofabrik und machte  abends 
Skiffle Musik.  Sie wurde entdeckt und  landete
 erste Erfolge bei der deutschen Mädchenband
 “Tahiti Tamoures" mit 
Wini Wini Wanna Wanna 1963


Dann coverte sie ”Blame it on the Bossa Nova”
Der  Bossa Nova stammte aus Brasilien und war 
einer der unendlich vielen Modetänze
 um die Mitte der 1960er Jahre.


 Manuelas Version löste einen Skandal aus.
Textzeilen wie:

"Als die kleine Jane grade 18 war,
Führte sie der Jim in die Dancing Bar.
„Doch am nächsten Tag fragte die Mama:  
Kind, warum warst du erst heut’ morgen da?"

liessen die Sittenwächter  vor Zorn erbleichen.
Der Bayrische Rundfunk boykottierte das Lied,
was, wie zumeist garantierte, dass der
Song erst recht berühmt wurde.
Für Manuela wurde es ein Riesenhit 
und es war der Beginn einer
mehrjährigen märchenhaften Erfolgsstory.
Da ich anno 1963 mit wehenden Fahnen zur
Beatmusik überlief, habe ich davon 
nicht mehr viel mitbekommen.
Aber die BRAVO- Leser wählten Manuela von 
1965-1972  zur beliebtesten
 deutschen Sängerin. Sie wurde mit acht 
Bravo-Ottos ausgezeichnet, ein 
bis dahin einmaliger Rekord. 



Ausserdem gab es 1967 und 1970 den 
Manuela-Starschnitt 


Samstag, 19. August 2023

Deutsche Hits 1963

 

 Als 1963 die Beatlemania  England überrollte sah
die Hitparade hier noch anders aus
Die Platzierungen variieren, aber
unter den ersten Plätzen waren:
 
 



Freddy Quinn: Junge, komm bald wieder
Freddy brachte einmal mehr Wind und Wellen.
Fernweh und Heimweh,
auf den Punkt.

 
 
Gitte : Ich will ’nen Cowboy als Mann
Die am  29. Juni 1946  geborene Gitte Hænning
gewann damit die dritten Deutschen
Schlager-Festspiele in Baden-Baden am 15. Juni 1963.



 
 
Connie Francis: Barcarole in der Nacht

“Polydor” produzierte im Jahr 1963,  
die Retortenmädchenband
 Tahiti Tamourés mit Wini-Wini.
Neben
Charlotte Marian und Monika Grimm.
sang  Doris Inge Wegener die bald darauf  unter
dem Künstlernamen Manuela die Hitparaden stürmte.



Manuela : Schuld war nur der Bossa Nova
Das Lied wurde vom Bayerischen Rundfunk
 nicht gespielt.  
Die Textzeile:
„Als die kleine Jane grade 18 war,
führte sie der Jim in die Dancing Bar,
doch am nächsten Tag fragte die Mama,
 Kind, warum warst Du erst heut
morgen da?“   war zu anstössig.
Wie meist, bewirkte der Boykott
 das Gegenteil und
machte den Song nur noch populärer.




Billy Mo: Ich kauf’ mir lieber einen Tirolerhut
Der Jazztrompeter Billy Mo (1923–2004)
 machte den Tirolerhut zu
seinem Markenzeichen und wurde mit
diesem Song für 2 Jahrzehnte zum
"Lieblingsneger" der deutschen
volkstümlichen Unterhaltungsmusik.
Erst 1964 versuchte die deutsche
Schallplattenindustrie auf die
neue Beatwelle aufzuspringen.
Vorerst noch mit eingedeutschten Fassungen.




"Sie liebt Dich" war die deutsche
Version von "She Loves You",
 "Komm Gib' mir Deine Hand"  von
"I Want To Hold Your Hand."

Samstag, 22. November 2014

Hasenburg




 Niklaus Stoecklins Lithografie
"Hasenburg"wurde zu
einer Urbasler Ikone.




Jetzt ist die  Zukunft der  “Hasenburg” 
 ungewiss, so heisst es in
einer neuen Schreckensmeldung
die durch die Zeitungen geistert.




Dem  Amtschimmel und Behördenauflagen 
ist es zu verdanken, dass 
der Wirt Daniel Rieder  ans Aufhören denkt.





Nach so Vielen in den letzten
Jahren geschlossenen oder
 umfunktionierten Beizen nun
auch noch das “Château Lapin”?




Die "Hasenburg", die einst mit dem 
“Gifthüttli” und dem “Grünen Heinrich”
 das berüchtigte 
Basler “Bermuda Dreieck” bildete?




Mitte der 1960er Jahre war  
für einen strebsamen Schüler 
der Kunstgewerbeschule der
 Besuch der “Hasenburg” Pflichtfach.
Dort traf sich die Basler Bohème,
oder was sich dafür hielt....

Damals war noch das legendäre Wirtepaar 
Rieder auf der «Hasenburg.




Urs Widmer bezeichnet  die “Hasenburg” 
in seiner Autobiografie
 “Reise an den Rand des Universums”
 als seine “Wohnung”. 




Man traf Maler, wie Kurt Fahrner,
Walter Wegmüller. Wini Sauter,
Carlo Aloe und Viele mehr.




Den Illustrator Mario Grasso,
Sphinx Verlagsbegründer
Dieter A. Hagenbach
René Schweizer, Begründer des
Instituts für taktischen Wahnsinn, 
Daneben eine bunte Mischung von
Handwerkern, Spinnern, Marktleuten,
Musikern, Grossräten, strickenden Feministinnen,
( die sich mit Elsi Rieder in die Haare gerieten)
und eine ganze Menge jener
 Sorte Mensch, die man heute
dezent als "randständig" bezeichnet.

Heerscharen von halbvergessenen
Namen und  Gesichtern 
tauchen aus den Nebeln der
 Erinnerung auf.

Menschen, die allesamt auf
ihre besondere Art und Weise
zur Einmaligkeit der "Hasenburg" beitrugen.




Die "Hasenburg" diente u.A. auch als  Kulisse
für den Film 




Hin und wieder trat man den Berner
Underground Guru Sergius Golowin
 und gar der LSD Papst Timothy Leary
 soll während seines
Schweizer Exils dort Gast gewesen sein.





Jean Willi setzte dieser Zeit im "Château Lapin"
in einigen Kapiteln seines Buches
"Sweet Home" ein Denkmal.

Das ging bis in die 1980er Jahre so.
Das letztes Jahr in den Ruhestand getretene Wirtepaar 
Schwendinger “zivilisierte” dann die “Hasenburg”,
dem wandelnden Zeitgeist gehorchend, 
vorsichtig, aber kontinuierlich.
Die nikotinvergilbten Wände wurden weiss,
die Tische bekamen Tischtücher,
 das karge Neonlicht wurde
ausgetauscht, der mottenzerfressene 
 Eberkopf durch einen
Neuen ersetzt.

Doch auch diese Epoche ging
zu Ende und nun ist die Zukunft
der Hasenburg ungewiss.




Die Welt und die Beizenkultur haben sich  im
vergangenen halben Jahrhundert verändert.
Zum Schlechteren, wie ich meine.
Ich jedenfalls trauere der Zeit nach, 
als man noch  soff und rauchte,
anstatt an einem “stillen
 Wässerchen” zu nippen.
Wo die Serviertöchter 
noch nicht Servicefachangesellte hiessen,
 dafür zügig zu bedienen wussten.
Wo gestritten und disputiert wurde, 
anstatt aufs Smartphone zu starren.
Kurz, wo man in einer Beiz noch
 unter “richtigen” Menschen war.