Samstag, 5. Oktober 2013

Telefon und Telegraf






Für Alle, die das nicht mehr miterlebt haben.
So sahen im letzten Jahrhundert die Telefone aus.
1920 wurde die Telefonie und Telegrafie mit der Post 
unter dem Kürzel PTT zusammengelegt.





Das ganze Land wurde mit einem Netz von
Telefonstangen- und Leitungen  überzogen,
die so fast allesamt
wieder verschwunden sind.

Längst nicht jeder Haushalt hatte einen
Telefonanschluss. Dafür gab es an jeder Ecke 
eine Telefonkabine.




Von den Telefonkabinen, die landauf, landab das
Ortsbild mitprägten, habe ich nur noch eine Version
für Modelleisenbahnen gefunden.
Im Innern gabs einen Münzsprechapparat
 und ein Hängeregister...




... mit den Telefonbüchern aller Kantone.




Das Telefonkabinen zuweilen so etas wie ein
magisches Eigenleben entwickelten,
hab ich schon andernorts beschrieben.

Das Telefon galt als "modern"...





... und vor allem unter Teenagern ...




... breitete sich eine
neue Krankheit aus:
die "Telefonitis"





Ein altes Gewerbe orientierte sich neu...






Selbst im Auto wollte und konnte so mancher
nicht mehr aufs Telefon verzichten.





Es gab weltweite Wettbewerbe, wieviele Personen
in eine Telefonzelle passen...


Berühmt  berüchtigt zur Zeit des Kalten Krieges:
das "rote Telefon" zwischen Moskau und
Washington...




... das es allerdings in 
dieser Form nie gab.
Der "heisse Draht" war vielmehr eine
ständige Fernschreiberverbindung, die
im Anschluss an die Kubakrise am 
30. August 1963 eingerichtet wurde.





Allerdings spielte das Telefon in Stanley Kubriks Film
"Dr Strangelove or: How I Learned to
 Stop Worrying and Love the Bomb)
"eine überaus wichtige Rolle.




Auch das Schuhtelefon,
- eine prophetische Vorwegnahme des Mobiltelefons-
von Agent Maxwell Smart
war eine reine Erfindung der Fernsehindustrie.






Charles Bronson spielte den "Schläfer"
Grigori Borzov,
der via Telefonanruf aktiviert wird.




Die Aufschriften in den  Telefonkabinen 
liessen eine
Reihe geflügelter Worte entstehen :







"Feind hört mit", hat unter andern
Vorzeichen wieder an
Aktualität gewonnen





Später wurde das Münztelefon
  von Telefonkarten
abgelöst, bevor die Telefonkabinen
 endgültig verschwanden...





... oder zweckentfremdet...




... weiterverwendet wurden.








Auch in der Musik wurde das Telefon verewigt,
so etwa in "Telephone Baby" von Johnny  Otis...




...von Chuck Berry,
Long distance information, give me Memphis Tennessee..
oder wie Bernd Spier in der deutschen Version sang:
Hey, Frläulein, bitte
melden!
Ist dort Memphis-Tennessee?
Ich such' überall mein Baby
und mein Baby heisst Marie.
Sie rief mich gestern Abend an,
doch ich war nicht zu Haus.
Jetzt denkt sie ganz bestimmt,
ich war mit einer andern aus."





Von Nino Ferrer


Gaston y a l'téléfon qui son
Et y a jamais person qui y répond
Gaston y a l'téléfon qui son
Et y a jamais person qui y répond




Von "Trio"

(I love you, I love you)
(I love you, I love you)
Hallo Sabine
(Sabine Sabine Sabine Sabine Sabine)
äh, wie geht´s na
pass mal auf
(Sabine Sabine Sabine Sabine)
ja, is im Radio
und äh, die hatten diese Musik im Radio
und äh, da mußt´ ich natürlich an dich danken
(Sabine Sabine Sabine)
Weil du ja auch letzt mal gesagt hattest,
ich soll ruhig wieder anrufen
(I love you, I love you)
doch doch, hast du gesagt, doch
doch bestimmt, bestimmt
und dann diese Musik, weisst du,
ja und dann dacht ich, ruf doch mal an.
Was? Hallo? Hallo? Sabine?
Nee nee nee nee, ich dachte nur
(Sabine Sabine Sabine Sabine Sabine)
...




... und nicht zu vergessen:
Cäsar Keisers genialer
Telefonsketch.

Freitag, 4. Oktober 2013

Bloodsport





Bloodsport – Eine wahre Geschichte 
war 1988 ein Meilenstein des Martial-Arts-Films
und  der Durchbruch des damals 28 Jahre 
alten Jean-Claude Van Damme.






Erstmals fiel mir Jean-Claude Van Damme,
 ( Jean-Claude Camille François
 Van Varenberg ) 18. Oktober 1960 in Sint-Agatha-Berchem bei 
Brüssel in “Karate Tiger 1” auf.
Dort spielte er den fiesen Ivan Kruschensky, den Gegenspieler 
des vom Geiste Bruce Lee’s trainierten Jason Stilwell.
Das war 1986 und Van Damme gab
einen ordentlich gemeinen  Schurken ab
und lieferte eindrucksvolle Kampfszenen.
Zwei Jahre später spielte er
 die Hauptrolle in “Bloodsport”und wurde
mit einem Schlag der Shooting Star der Martial Arts Filme.





Bloodsport basiert auf der  Geschichte des amerikanischen 
Ninjiitsu Kämpfers, Elite - Soldaten und späteren CIA
Agenten und Ausbilder der  US Navy Seals 
Frank W. Dux, der angeblich das Kumite, eine geheime, illegale
Vollkontakt-Meisterschaft der weltbesten Kämpfer aller Stile,
 in Hong Kong gewann. 
Der Wahrheitsgehalt der Aussagen von Dux ist 
allerdings umstritten.  Nicht wenige halten ihn für einen
 Nachkommen des Barons von Münchhausen. 




 Dux Geschichte, wie er 
als  Jugendlicher  in das Haus des 
Ninjiitsu Meisters Tanaka eindringt, von diesem
überrascht und dann dessen Schüler wird,
trägt  märchenhafte Züge.
Um seinem altehrwürdigen Meister Ehre zu 
machen, nimmt Frank dann an den 
geheimen Kumite-Kämpfen in Hongkong teil.


Frank W. Dux war jedenfalls für die Stunts
 und die Kampfchoreographie
 in "Bloodsport" und für das Training
 van Dammes verantwortlich.

Im Abspann des Films wird auf Frank Dux
eindrückliche Liste von Rekorden hingewiesen:






From 1975 to 1980 Frank W. Dux fought 329 matches.
He retired undefeated as the World Heavy Weight
Full Contact Kumite Champion.

Mr. Dux still holds four world records:

Fastest Knockout - 3.2 seconds
Fastest Punch with a Knockout - .12 seconds
Fastest Kick with a Knockout - 72 mph
Most Consecutive Knockouts in a Single Tournament - 56


 

Die Debatte über diese legendäre 
 und  kontroverse Figur des 
asiatischen Kampfsportes dauert an und 2011 versuchte
 ein Film alle offenen Fragen zu beantworten



 Für JCVD, Mr.„Muscles from Brussels“ war
 Bloodsport jedenfalls der Durchbruch.
Er war jung, gerade mal 28 Jahre alt,
während etwa Chuck Norris,
der das Banner der Kampfkunstfilme über
 Jahre aufrecht zu halten versucht hatte,
doch schon gegen 50 ging.





Van Damme lieferte eine Reihe beeindruckender
Kampfszenen und akrobatischer Action.





Ausserdem soll er eigenhändig den Film
noch einmal umgeschnitten
haben, um das Schwergewicht auf
die Kampfszenen zu legen.






Van Dammes Gegenspieler war Bolo Yeung, (eigentlich Yang Sze )
geboren am 3. Juli 1946, ein chinesischer Schauspieler und  Bodybuilder
der seit Jahren auf die Rolle des Bösewichts abonniert  und seit
 Bruce Lees “Enter the Dragon” auch dem
 westlichen Zuschauer ein Begriff war.






An Van Damme’s Seite, Don Gibb, 4. August 1954
ebenfalls bekannt als grimmiger Bursche in
vielen TV Serials und B- Movies.





Ausserdem hatte der damals noch völlig
 unbekannte Forrest Whitacker eine
Nebenrolle.

Wie der Titel sagt, war es eine eher blutige Angelegenheit.
Nun, jedenfalls wurde "Bloodsport" einer der erfolgreichsten
Martial Arts Filme überhaupt und gilt bis Heute als Meilenstein
innerhalb des Genres, auch wenn er vielfach nur
in gekürzter, stark geschnittener Form freigegeben wurde.
Van Dammes Karriere hatte Höhen und Tiefen,
Er spielte in ein paar wenigen guten und leider in
vielen weniger guten bis schlechten  Filmen.
Ab der Jahrtausendwende schafften es seine Filme nur noch
auf den Video bzw. DVD Markt und kamen gar nicht mehr in die Kinos.
Er schlug sich mit Eheproblemen, einer
bipolaren Störung und Kokainsucht herum
und lieferte anno 2oo8 eine Art selbstironischer
Pseudobiografie unter dem Titel JCVD.
2012 hatte er ein kleines Comeback in "The Expendables 2"


Donnerstag, 3. Oktober 2013

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Jacques Tardi - Série noire




Nebst seinem mehrbändigen Werk um
die Detektivin "Adèle",
seinen Zyklen um den 1. Weltkrieg und 
um die Pariser Kommune, schuf Jacques Tardi
eine lange Reihe von Kriminalgeschichten um 
hartgesottene französische Privatdetektive
die sich im Stil an den "film noir"
anlehnten.




Den Anfang machte "Griffu" nach einer Vorlage
von Jean Patricque Manchette, der 
in etwa um die Gegenwart seines
Erscheinungstermins, 1977, spielte.



Nestor Burma, die Gestalt aus der Feder von Leo Malet
kämpfte sich mit der Pariser Unterwelt
der 1940er und 50er Jahre herum.





Leo Malet gilt als “Père du roman noir français moderne”.
 In den 1940er Jahren begann Leo Malet 
 (7. März 1909 - 3. März 1996)
unter verschiedenen  Pseudonymen wie Frank Harding, 
Léo Latimer, Lionel Doucet, Jean de Selneuves, Noël Letam,
 Omer Refreger und Louis Refreger,Krimis zu schreiben,
1943 erschien sein Roman 120, Rue de la Gare, der 
Erste  einer  15 teiligen Reihe um den Pariser Privatdetektiv 
Nestor Burma,
die  in Anspielung auf  Eugène Sue’s. “Die Geheimnisse von Paris”
 jeweils  in einem anderen Pariser Arrondissement spielten.

Malet soll sich anfänglich mit der Idee 
schwer getan haben, seine Romane
in Comicform umgesetzt zu sehen.
Nach einigem Hin und Her liess er sich aber 
von Tardi's Können überzeugen.





Dazwischen folgten wieder Bände 
nach Vorlagen von Manchette...




Jean-Patrick Manchette 
19. Dezember 1942 - 3. Juni 1995 in Paris
war ein  wichtiger Vertreter des “néo-polar”, 
einer Variante des Roman noir,
 die in einer direkten Traditionslinie mit den
 amerikanischen Hardboiled-Detectives,
à la Hammett und Chandler stand.
Er verfasste neben seinen Romanen
 Drehbücher für Film und Fernsehen.
Nebst seiner Schriftstellerei war er politisch
 in der linken Szene  aktiv,
arbeitete als Uebersetzer, Kritiker 
 und  galt als grosser Jazz-Liebhaber.








"Le Der des Ders" nach Didier Daeninckx spielte gar 
in der Zeit nach dem 1. Weltkrieg.

Didier Daeninckx, geboren 1949
 gilt als einer der bedeutendsten
Kriminalschriftsteller Frankreichs.
Daeninckx greift in seinen Romanen
immer wieder unbewältigte Momente
der französischen Vergangenheit auf.
Das Original zu "Le Ders des Ders"
erschien unter dem Titel
"Tod auf Bewährung" auf  Deutsch.




La Deabauche nach Daniel Pennac war
 wieder in der Gegenwart angesiedelt.

Daniel Pennac, (Daniel Pennacchioni)
 geboren am  1. Dezember 1944
schreibt neben
Krimis auch "gewöhnliche" Romane
und  Kinderbücher.

Im Gegensatz zu den sonst meist in
düsterem schwarzweiss gehaltenen
Krimis, ist dieser Comic farbig.







Ebenfalls farbig sind die vier Bände "Tödliche Spiele"
nach Géo-Charles Veran. diesmal nicht
 im Privatdetektivmilieu angesiedelt.
sondern  von einer Gruppe Jugendlicher in den
Pariser Vorstädten der  50er Jahre ehandelt.









Pierre Siniac,  1928 - 2002 galt als Vielschreiber und
gewann 1981 den "Grand prix de litterature policiere".




Alle Krimis zeichnen sich durch
gute Plots aus, leben aber
vor allem von Tardi's
stimmungsvollen Bildern.


Dienstag, 1. Oktober 2013

Eddy Mitchell et les Chaussettes noires



Er war, wie Johnny Halliday, von Anfang an dabei, als der 
Rock‘n Roll in Europa Einzug hielt.





Er hielt allen Stürmen stand, weil er sich selber treu blieb
Eddy Mitchell.(Claude Moine) geboren am 3. August 1942

Sänger und Schauspieler mit nicht weniger als 40 Alben,
14 Live-Aufnahmen und 36 Filmen in Frankreich so etwas
wie eine lebende Legende.






Es begann in den späten 50ern.
Zusammen mit seiner Band “Les Chausettes noires“
war Mitchell ein Pionier des Rocks in Frankreich.
Les Chaussettes noires waren die erste französische Rock'n Roll Band.





 Der Bandname war eine Verulkung. da alle
Bandmitglieder, ausser Mitchell,
  Pieds-noirs, waren, wie damals die Algerienfranzosen
genannt wurden.





1961 verkaufte die Band zwei Millionen Schallplatten,
gehörten zum festen Bestandteil der Yé -Yé Jahre
und feierte Triumphe bis Mitchell zum Militär
akommandiert wurde.

Les Chaussettes noires versuchten es noch eine Weile
alleine, lösten sich dann aber gegen Mitte der Sechziger auf.



Nach einer über 5o-jährigen Karriere als Sänger,
 ging  Eddy  Mitchell 2011 das allerletzte Mal auf Tournée, 
bevor er in den wohlverdienten Ruhestand trat.