Samstag, 20. Februar 2010

"Laramie" -Am Fuss der blauen Berge



Ich komme wohl nicht darum herum, obwohl ich fürchte, dass mir die richtigen Worte fehlen, um meiner Begeisterung Ausdruck zu geben. „Am Fuß der Blauen Berge“ (Originaltitel: "Laramie") war und ist und bleibt für mich die beste Westernserien aller Zeiten, auch wenn es an die 50 Jahre her ist, seit der Satteltramp und Revolvermann Jess Harper (Robert Fuller) in mein Fernsehleben trat.



Und zwar noch in schwarz/weiss!


Robert Fuller und John Smith
als Jess Harper und Slim Sherman

Jess Harper, hart, eiskalt, einsam und gefährlich.
Blitzschnell mit dem tiefgeschnallten Colt. Und vor allem : JUNG !
zu Beginn der Serie gerade mal 25 Jahre alt.
Wie angedeutet wird, ist er ein ehemaliger Outlaw.
Ein Desperado. Ein Mann der an der Grenze zwischen Recht und
Gesetzlosigkeit reitet. Ein Mann mit Schatten auf der Fährte.
Das kannte ich von Zane Grey, dessen Romane ich damals
gerade verschlang. Ein Revolverkämpfer, auf der Flucht
vor seinem Ruf! So gelangt er zu der Postkutschenstation von
Laramie, die Slim Sherman betreibt.
Zusammen mit seinem kleinen Bruder Andy und
dem bärbeißigen Faktotum Jonesy.



Der reine Männer-Haushalt wurde in späteren Folgen durch
die Haushälterin Miss Daisy und den kleinen Mike ersetzt.

Aber das war alles Pipifax.

Der Star war Jess Harper, (Robert Fuller) Ein Mann mit
dunkler Vergangenheit, deren Schatten ihn immer wieder
einzuholen drohten.



“Laramie“ war noch richtiger Western, wie die Titel
der ersten Episoden es versprachen:
“ Maskierte Reiter,
Flucht über die Grenze,
Gewehr im Hinterhalt,
Sheriff der Gesetzlosen,
Herden, Cowboys und Banditen,
Reite oder stirb !




Da wurde noch geritten, gehauen und geschossen
dass es eine Freude war .Gepokert , Postkutschen überfallen,
es gab Saloonschlägereien, Duelle auf der Main Street,
wilde Verfolgungsjagden, einsame Ritte und jede Menge skrupelloser
Erzschurken.
Ganze Heerscharen übler Gesellen ritten nach Laramie.
Darunter Charles Bronson, Dan Duryea,
Lee van Cleef, Claude Atkins, L.Q. Jones, Jack Elam,
Ernest Borgnine.... Die erste Garnitur der Hollywoodbösewichte.
Ja, was soll ich noch sagen,? Ich fands einfach toll.



Da war nichts von dem üblen Klamauk, der in
den folgenden Jahren „Bonanza“ versauen sollte.
Nichts von dem
Familiengesülze späterer Serien wie „Big Valley“



Und die (jugendlichen) Zuschauer dankten es Robert Fuller.

Offenbar gefiel er auch der Damenwelt, denn
BRAVO veröffentlichte 1963 und 1969 jeweils einen Starschnitt
in Lebensgrösse mit Robert Fuller und verlieh ihm
zwischen 1963 und 1967 insgesamt fünfmal den „Otto“.




Später spielte er in „Wagon Master“ mit,
einer Serie, die hier nie zu sehen war.





Eine seiner letzten Rollen, nachdem er sich jahrelang als
Doktor in die Operationszimmer von „Emergency !“ verirrt
hatte, war neben Chuck Norris in einer Episode von „Ranger Walker“

Die Nachfolgeserie „Cowboys“ Original „Rawhide“
konnte es nie mit "Laramie"aufnehmen, auch wenn Clint Eastwood
als Rowdy Yates eine ganz gute Figur machte.



Die Serie ist nun auch auf DVD erschienen.



P.S. Jonesy wurde übrigens von Hoagy Carmichael gespielt,
von dem Mr. Jan Fleming sagt, dass James Bond eine gewisse
Aehnlichkeit mit ihm hätte.
So hat sich Mr. Fleming also seinen Agenten 007 vorgestellt.