Arnim Dahl 12. März 1922 - 3. August 1998 "Lieber 10 Minuten Angst als einen Monat arbeiten."
Wieder einmal jemand, den zu meiner Zeit jedes Kind kannte, und über den man heute kaum mehr, als ein paar wenige Einträge im Netz findet. Arnim Dahl , Sensationsdarsteller, Cascadeur oder der erste Stuntman Deutschlands.
Arnim Dahl trat oft in der Kinderstunde auf und erzählte aus seinem abenteuerlichen Leben als „Klettermaxe“. Hin und wieder trug er einen Gipsverband oder war sonst irgendwie havariert. "Es gibt keinen Knochen, den ich mir nicht gebrochen hätte. Mein ganzer Körper ist voller Nägel und Schrauben."
Das machte natürlich Eindruck.
Arnim Dahl gehörte in den 50er und 60er Jahren zu den Leinwandstars: Er war der erste Stuntman Deutschlands Nach einer Zimmermanns- und Maurerlehre trieb er sich sich eine Zeitlang beim Wanderzirkus herum und trat zunächst als Clown und Trapezartist mit einer Vorliebe für waghalsige Drahtseilakte auf. Ab 1950 wurde er „Sensationsdarsteller“ in Filmproduktionen.
1952 engagierte ihn der Regisseur Kurt Hoffmann für seine Komödie Klettermaxe , einen sagenhaften Einbrecher und tollkühner Fassadenkletterer, der andere Gauner um ihre Beute erleichtert und auf ihrer Stirn einen Stempelabdruck mit seinen Initialen hinterlässt. Dahl wurde Stuntdouble von Hauptdarsteller Albert Lieven sowie gleichzeitig von dessen Gegenspieler. Der Europa-Verleih ließ ihn in 22 westdeutschen Städten als lebende Reklame für den "Klettermaxe"Film an Häuserwänden hochkraxeln.
Von da an gabs kein Halten mehr und Arnim Dahl liess keine Gelegenheit zu halsbrecherischen Sensationsauftritten aus.
"Es gibt gewiß eine Menge tollkühner Hunde. Aber meine Sachen machen mir höchstens fünf Leute auf der Welt nach."
1959 balancierte er im Handstand dem Dachrand des Empire State Building nach. Das Bild ging rund um die Welt. In Hamburg sprang er von einem fahrenden Hochbahnzug in ein Hafenbecken oder hechtete vom zweiten Stock in ein vorbeifahrendes Cabrio.
Im zehnten Stockwerkseines Bürohauses hing er an einer reissenden Fahne. Er machte den Handstand auf Fabrikschornsteinen, hängte sich zum "Uhrenvergleich" an den kleinen Zeiger des Hamburger Michels. Daneben trat er in über über 50 Filmproduktionen auf und machte die Stunts für Heinz Rühmann, Curd Jürgens und Kirk Douglas. Dahl machte bereits in den Fünfzigern das, was heute als "Freerunning" oder "Parkour" bekannt ist.
Anfang der 60er Jahre fand Dahl Beschäftigung beim Fernsehen als Moderator von Kinder- und Jugendsendungen. Dort sprang er durch Glasscheiben, zerschlug sich Flaschen auf dem Kopf und erklärte die Tricks, die dahintersteckten.
27. Januar 1963 14.30 SDR Gefährlich leben Einmaleins der Filmartistik mit Arnim Dahl. Start einer dreiteiligen Reihe (Jugendstunde) (Ab 12)
Inwieweit dieser alte Graf in Stokers Traum die Zügevon Henry Irving trägt, lässt sich nur vermuten.Der berühmte Schauspieler Henry Irving war Stokers Arbeitgeber.Irvings angeblich tyrannische Wesen und das svengalihafte GehabeIrvings auf der Bühne lässt diesen Schluss offenbar zu.War „Dracula“ eine Hommage oder Rache Stokers an seinemArbeitgeber- oder beides zugleich?Stoker soll jedenfalls an Henri Irving mit der Bitteherangetreten sein, Dracula auf der Bühne darzustellen, was dieserjedoch ablehnte. Der Stoff sei für seine Bühne zu trivial.
Henry Irving , Stokers Arbeitgeber, soll Klage gegenOscar Wildes „Salome“ geführt haben, jener Gestalt, die zumPrototyp des weiblichen„Vamps“ wurde.
Der Begriff „Vamp“ entstand zwar erst im Hollywoodder 20er Jahre.
Doch gilt „Salome“ als dämonische Verführerin, wiesie seit Jahrhunderten als „femme fatale“ durch Kunst und Literatur geistern.
In Robert Wienes Film Genuine (1920) trinkt die „Femme fatale„buchstäblich das Blut der Männer, die ihr erotischverfallen. Die Nähe zum Vampirthema und den weiblichenVampiren die sich zu Beginn des Romans über Jonathan Harkerhermachen, dürfte einleuchten.Salome und ihre Mutter Herodias werden vielfachmiteinander vermischt. Im Neuen Testament ist Herodias dieGemahlin des Herodes, welche ihre Tochter Salome anstiftet,als Lohn für ihren Tanz den Kopf Johannes des Täufers zu verlangen.
Anderen Legenden zufolge soll sie oder ihre Tochter sich inJohannes verliebt haben, weswegen Herodes, den Täufer enthaupten ließ.
Seit Jahrhundert geistern sie als Hexe Aradia, als Nachtmahrund Anführerinnen der „Wilden Jagd“ durch die Gefilde der Sagenwelt.Verbannt in die Finsternis der Nacht, verdrängtund verteufelt ins Reich des Aberglaubens.
Zwischen der Wirklichkeit der Alltagswelt und dem Reich des traumlosen Schlafes. befindet sich eine intermediäre Zwischenebene, eine „twilight zone“, die meist etwas voreilig als „Traumwelt“ abgetan wird. Hier kommen Erlebnismöglichkeiten zum tragen, die dem Menschen auf der Ebene der alltäglichen „Wirklichkeit“weitgehendverschlossen sind.
Der amerikanische Physiker Fred Alan Wolf,...
... alias "Dr.Quantum"hat für diese Erlebnisebene den Terminus „Imaginal Realm „eingeführt, wobei er sich auf Henri Corbins Begriff "mundus imaginalis" beruft.
Eine Art "paralleles Universum", in welchem Erfahrungengemacht werden können, die weder ganz der Alltagsweltzugehörig, aber auch nicht als pure „Phantasie“ oder„Halluzination“ abgetan werden können.Der Zustand der imaginalen Wahrnehmung ist ein paradoxer Zustand. Eine Art „Wachtraum,bei dem wir uns bei klarem Bewusstsein im „Traumzustand“ befinden. – also vergleichbar mit einem„luziden Traum“ oder gewissen Formen des Out ofBody Zustands.Offenbar haben „Künstler“ die Gabe, einen leichteren Zugangzu dieser Zwischenebene zu finden und das dort Gesehene zuvermitteln.So basieren denn auch laut Christopher Frayling...
"Alpträume, die Ursprünge des Horrors " vier Klassiker derHorrorliteratur ursprünglich auf sogenannten „Alpträumen“ ihrer Verfasser.FrankensteinDracula Dr. Jekyll & Mr. HydeDer Hund von Baskerville
Bram Stokers Aufzeichnungen zu „Dracula“ beginnenam 8. 3. 1890 mit der Erinnerung an einen offenbar sich immerwiederholenden Alptraum : “ Junger Mann trifft Mädchen das ihn auf den Hals küssen will- alter Graf geht voller Wut undteuflischer Wildheit dazwischen .“ Dieser Mann gehört mir- ich will ihn...“
Wer für das wollüstige Weib Patin gestanden hat, blieb unerforscht.Stoker hat die Szene leicht erkennbar als Vorlagefür Jonathan Harkers stark erotisch eingefärbte Begegnung mitden drei weiblichen Vampiren in Draculas Schlossverwendet.
Auch dort springt ein älterer Graf - Dracula- dazwischen undbeansprucht Harker für sich. Eine Begegnung, derenUmsetzung sich allgemein grosser Beliebtheit erfreut.
Seit dem Erscheinen im Jahre 1976 gehören die Abenteuer von Adèle Blanc - Sec von Jacques Tardi zu meinen Lieblingscomics, ... auch wenn mir scheint, dass die Geschichte ihrem Schöpfer in den späteren Bänden etwas entglitten ist. "Adeles Welt ist bevölkert mit Okkultisten, verrückten Wissenschaftlern, Sauriern, Affenmenschen, lebenden Mumien und anderen Monstern. Die Handlungselemente scheinen aus Trivialromanen der Jahrhundertwende entlehnt und werden mit realen Ereignissen der Zeitgeschichte zu komplex konstruierten Erzählungen verwoben, die sich häufig erst nach mehrfachem Lesen erschließen." (Wikipedia)
Nun soll, wie die Gerüchteküche weiss, die Geschichte von Luc Besson und Tardi himself verfilmt worden sein.
Eines der Filmposter könnte aus dem Pinsel von Jürg Krähenbühl entstammen... jurg-krahenbuhl.
Nun, den Film selber habe ich noch nicht gesehen, aber was man so aus den duversen Trailern zu ersehen vermag, scheinen sich die Macher in Sachen Décor und Kostüme um Originaltreue bemüht zu haben.
Man darf also gespannt sein...
Rechtzeitig zum Kinostart von Luc Bessons Adèle-Verfilmung legt die Edition Moderne, die auch sonst das Gesamtwerk von Tardi in deutscher Sprache betreut, die ersten beiden Bände dieses Klassikers der Comicliteratur neu auf.
Ich war etwa siebenjährig, als mein Grossvater aus der Volksdruckerei, wo er arbeitete, ein Bilderbuch mitbrachte.„Das tapfere Schneiderlein“ von Heiri Strub geboren 1916Strub war Grafiker, Illustrator, Plakatgestalter und Kunstmaler.Im Atelier «nase» entstanden Fasnachtslarven und seineTexte und Illustrationen fanden Eingang in die Fasnachtszeitung «Schorsch Gaggo».
In den Zeiten des Kalten Krieges, vor allem nach derNiederschlagung des Ungarnaufstandes 1956, wurde er boykottiertund fand als Mitglied der PdA , ( Partei der Arbeit)als Kommunist also, keine Aufträge mehr in der Schweiz.Er emigrierte nach einer Einladung des Kinderbuchverlags der DDR 1957 – nach Ost-Berlin.
In diese Zeit fällt auch die Entstehung des „Tapferen Schneiderleins“Von all diesen Ereignissen wusste ich damals wenig.Die Bilder zum „Tapferen Schneiderlein“ haben aber alleStürme der Zeit überlebt und ich halte sie immernoch für ein hervorragendes Beispiele derdamaligen Schweizer Kinderbuchkunst.
Politisch betätigte Strub sich in der DDR nicht. Die Ostberliner Zeit war vorab künstlerisch fruchtbar. Er schufIllustrationen zu Kinderbüchern, kreierte Fotomontagenund gestaltete für die Theater Potsdam und Magdeburg auch Larvenzu Brecht und Aristophanes, sowie Bühnenausstattungen, Kostümentwürfe und Plakate.
1971 kehrte Strub nach Basel zurück,wo er heute noch lebt.
2008 widmete ihm der Christoph Merian Verlag ein schönes Buch
"Einer der ein Buch schreiben will, muss sich nicht auf die beziehen, die nur vom Hörensagen reden und schreiben, sondern er soll (...) aus der Erfahrung reden.Da ist es nicht ein Schwätzwerk....“Philippus Theophrastus Aureolus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus
Etwa 1971 lernte ich Werner Zurfluh kennen. Er war, wie ich, ein grosser Science Fiction Fan und sofort verband uns unser gemeinsames Interesse an Träumen und an der „Realität des Phantastischen“. Ausserdem trainierten wir während einiger Jahre zusammen Judo und Karate. Nebst seiner Tätigkeit als Lehrer studierte er damals noch, an der Universität Basel und am Jung Institut Psychologie. Ich hatte den Eindruck, da jemand getroffen zu haben, der aus eigener Erfahrung wusste, von was er redete und nicht nur übernommene Theorien wiederkäute. Er suchte zwar, seine Erlebnisse sorgfältig mit den verschiedensten Ansätzen und Hypothesen zu vergleichen,- orientierte sich aber letztlich an der Realität der eigenen Erfahrung . Ausserdem schien er mir im Gegensatz zu etlichen Schwarmgeistern von beruhigender Bodenständigkeit. Zurfluh war alles andere als ein freischwebender Esoteriker. Neuen Standpunkten stand er offen gegenüber liess aber auch immer kritische Distanz walten, wo Andere in Schwärmereien abdrifteten oder intellektualisierende Abwehrmechanismen einschalteten. Die Journalistin Christine Steiger, die ihn Anfang der Achtziger Jahre interviewte beschreibt ihn denn auch eher als stämmigen Holzfäller, denn als Wolken Guru.
Es entwickelte sich eine langjährige, von intensiven Diskussionen geprägte Freundschaft, die bis hin zu seinem Tod am 23.05.2008 dauerte. Sein Postulat, “im Schlaf wach zu bleiben”, mit “voll erhaltenem Ich - Bewusstsein zu träumen ” ist bis heute für viele Menschen ungewohnt, ja unvorstellbar geblieben. Konzepte wie “luzider Traum” und “Out of the body experiences” waren damals -Ende der Sechziger Jahre- hierzulande weitgehend unbekannt, oder in Vergessenheit geraten. Dabei wird schon in vielen Märchen der Übergang von der Alltags- zur Märchenebene (der Anderwelt) als Einschlafen und Wiedererwachen beschrieben, etwa in "Der Trommler". Oft wird das Gelingen einer Aufgabe oder das Erlangen einer Erkenntnis vom Wachbleiben abhängig gemacht. Es wird gefordert, daß die Ich-Bewußtseinskontinuität erhalten bleibt. Z. B. in "Der goldene Vogel": "Der Jüngling legte sich also unter den Baum, wachte und ließ den Schlaf nicht Herr werden." Werner Zurfluh versuchte, die Verbindung mit alten Traditionen wieder herzustellen.und sein persönliches Erleben und seine eigene Erfahrung damit zu verknüpfen, und uns damit Wege in die Zukunft zu weisen Auf den folgenden Seiten habe ich einige Stimmen zu
Mr. Butchers bevorzugte Waffe ist ein Stilett (lat. Stilus: metallischer Griffel, Schreibstift) , die klassische Waffe der Meuchelmörder.Eine Stichwaffe mit langer, schlanker Klinge. In seinem Ursprungsland Italien nannte man diese Waffe auch „Misericordia“ (lat. „Barmherzigkeit“), im deutschen Sprachraum „Gnadengeber“, „Gnadenbringer“ oder „Gnadgott“.
Stilette waren, als Stockdegen getarnt, bis ins frühe 20. Jahrhundert beliebt.
Der Stockdegen , mit einer stilettartigenKlinge versehen, wurde zur beliebtenWaffe gutsituierter Gentlemen.In viktorianischen Melodramen gehörte der Stockdegen unabdingbar zur Ausrüstung des Bösewichts.