"Die Dämonischen"
oder „Die Körperfresser kommen“
Das Motiv wurdeder ja mehrfach verfilmt.
.
wikipedia.org.

Die „Urfassung“ von Don Siegel ist einer meiner Lieblingsfilme.
Es heisst, dass der Film „Rorschachhandlungen“
beeinhalte, in die man eigene Überzeugungen hineinprojiziert... Nun denn...

Immer wieder wurde dieser Film als Parabel auf die Gefährdung
der „Freien Welt“ durch den Kommunismus
interpretiert, wie auch auf den paranoiden Antikommunismus
der McCarthy-Ära. Sicherlich kann man diese etwas platte
Auffassung vertreten, sie scheint mir aber eher „übergestülpt“.

Meines Erachtens zeigt der Film eine Ueberlagerung des
alten Doppelgängermotivs, wobei die Gefahr offenbar von
„nichtirdischen Wesenheiten“ ausgeht. Riesige Schoten, die als
Samen aus dem Weltall kamen, und in denen Personen durch
Doppelgänger ersetzt oder zu Solchen „umgewandelt“ werden.

Die Bedrohung durch die Gestalt eines wie auch immer
gearteten Doppelgängers, der die Kontrolle über einen Menschen
„übernimmt“, ersetzt oder willenlos macht, ist seit der Romantik
ein beliebtes Motiv in der Phantastischen Literatur,
im Science-Fiction- und Horrorgenre.

Z. B.: Adalbert Chamisso "Peter Schlemihl";

Edgar Allan Poe“ William Wilson“,

Robert Louis Stevenson "Dr. Jekyll and
Mr. Hyde".

Oscar Wilde "Das Bildnis des Dorian Gray";
George du Maurier "Peter Ibbetson".
Der Begriff „Doppelgänger“ soll von Jean Paul geprägt worden sein,
durch dessen ganzes Lebenswerk sich das Motiv zieht,
da er Kind eine übersinnliche Erscheinung hatte,
bei der er sich als Lichtgestalt gespiegelt sah.
Vergleichbare Motive
finden sich auch bei Heinrich Heine E.T.A. Hofmann
und Clemens Brentano in Achim von Arnims Isabella von Aegypten ,
Dostojewskijs Dvojnik {Der Doppelgänger, und Maupassants Le Horla .
Eine Fundgrube zum Thema bietet:
"Das Motiv des Doppelgängers als Spaltungsphantasie in der Literatur und im
deutschen Stummfilm"
von Gerald Bär.
Bär weist darauf hin, wie das Medium Film ein "neues Paradigma des
Phantastischen und damit des Doppelgängers" schafft.

Die „Dämonischen“ nimmt direkten Bezug auf diese Tradition.
Eine ähnliche Situation wie in "Die Dämonischen" finden sich
etwa in Robert A. Heinleins Puppet Masters
(dt. Die Marionettenspieler, früher auch Weltraummollusken erobern die Erde)
von 1951.

Ein anderes ähnlich paranoides Motiv findet sich in Philip K. Dicks
Kurzgeschichte The Father Thing (dt. Das Vater-Ding) von 1954, wo eine Kreatur
unbekannter Herkunft im Garten einer Durchschnittsfamilie Doppelgänger, die ein Larvenstadium durchlaufen, züchtet.
Der Begriff 'Larve' wird in der Zoologie erst seit dem Ende
des 18. Jh.s als Bezeichnung für ein Entwicklungsstadium
mancher Insekten zwischen Ei und Verpuppung verwendet.
Das wirkliche Erscheinungsbild des voll entwickelten Insekts
ist gleichsam hinter einer Maske verhüllt.

Heute kennt man den Begriff vor allem von Fasnachtsbräuchen

Früher verstand man unter „Larva “
soviel wie Totengeister , Gespenster....
Aber das ist wieder eine andere Geschichte.
