Sonntag, 27. September 2015

The Last Hunt - Die letzte Jagd




"The Last Hunt" 1956
von Richard Brooks
ist meines Wissens der
einzige Western, der
das brutale Abschlachten
 des amerikanischen
Bisons zum Inhalt hat.




Er spielt zu der Zeit, als ein grosser Teil
der riesigen Bisonherden bereits nahezu
ausgerottet waren.




Die Prärie ist  übersät mit
den gebleichten Knochen, 
die später eingesammelt und
zur Verwertung in die Fabriken 
des Ostens verladen wurden.




Sandy McKenzie (Stewart Granger) und
Charlie Gilson, (Robert Taylor) brechen 
noch einmal zu einer letzten Jagd auf. 
Dabei entpuppt sich Gilson zunehmend als 
rassistischer und unberechenbarer Sadist.

"Jeder Büffel weniger bedeutet 
einen Indianer weniger"
ist seine Devise.

Als Gilson immer gewalttätiger wird, 
scheint ein Duell zwischen den Beiden
unvermeidbar.
 Doch Gilson erfriert in der Nacht zuvor
 in der winterlichen Prärie.





Robert  Taylor, den man sonst meist 
 (aber nicht nur) in der Rolle des romantischen Beaus
kannte, überraschte mit seiner schonungslosen
Darstellung der Figur des  Widerlings Gilson.
 Manche halten diese für Robert 
Taylors beste schauspielerische
 Leistung seiner Karriere.







Was das Töten von Tieren , 
die Brutalität der Bisonjagd. angeht,
 ist “The Last Hunt”
 einer der realistischsten Filme,
 die je gedreht wurden. 
Die Jagdszenen entstanden in 
amerikanischen Nationalparks 
bei den alljährlich
notwendigen Abschüssen 
zur Ausdünnung der 
wieder stark angewachsenen
 Büffelherden.


Für den Karl May Film “Winnetou 1”
wurden die Büffeljagdaufnahmen direkt 
aus “The Last Hunt” 
übernommen und einmontiert.






Richard Brooks  prangert in
 seinem Ausnahmefilm
die Ausrottung der Bisons in 
einer für die damalige Zeit
ungewöhnlichen Schärfe an.
Allein das macht den Film
 auch Heute noch sehenswert.






Die fast schon industrielle Abschlachtung
der Bisons ist eine der dunkelsten 
Seite des Wilden Westens.





Der Bau der Eisenbahn quer
 durch Amerika erforderte die 
Büffeljagd zur Versorgung
der Arbeiter mit Fleisch.
 Zwischen 1867 und 1868 erlegte der später...






...  als “Buffalo Bill” bekannt gewordene
 William Frederick Cody, für
 die Arbeiter der Kansas Pacific Railway
 bis zu 60 Bisons an einem Tag.
Andere taten es ihm gleich.
Berühmte Namen wie 
Pat Garrett und
finden sich unter den Büffeljägern.
Einem anstrengenden, aber zeitweilig
 äusserst lohnenden Geschäft-,








Das Abschlachten  der Bisons war zugleich 
 Teil der Lösung des “Indianer-Problems”
denen damit die Lebensgrundlage
 entzogen wurde.
General Philip Sheridan 
forcierte in den 1870er Jahren 
die Büffeljagd mit dem 
ausdrücklichen Ziel, den Indianern
 die Ernährung zu erschweren. 
”Wenn eine Armee ihren 
Materialnachschub verliert, ist 
sie im Nachteil”, erklärte Sheridan . 

"Let them kill, skin, and sell until the 
buffalo is exterminated, as it is the only 
way to bring lasting peace and allow
 civilization to advance."







 Mit der Eröffnung der
 Central Pacific Railroad 
wurde es zum Volkssport, vom
 Zug aus Bisons abzuschiessen.




Viele wurden nicht einmal
 verwertet.
Man tötete sie einfach aus Spass.

Von 1872 bis 1874 wurden pro Jahr 
mehr als eine Million Büffelfelle 
nach Osten verfrachtet,
die für die Produktion 
von Soldatenstiefeln
 europäischer Armeen
verwendet wurden.

Von schätzungsweise 25-30 Millionen 
Bisons in Nordamerika lebten
Ende des 19. Jahrhunderts 
nur noch wenige hundert.





Eine unrühmliche Rolle
bei diesem Massaker
kam dem "Büffelgewehr" von Sharps zu.
Die  Sharps "Big Fifty" und
Modelle 1869 und 1874 wurden wurden 
für Schiessen auf große Distanzen entwickelt.




Posierende Büffeljäger.
Meist wurden die Jäger von einem oder
mehreren Häutern begleitet.





Der erste Schritt zum Schutz der
 Bisons wurde mit der Gründung
 des Yellowstons-Parks 1872 gemacht.

 Ihr Überleben ist dem Zoologen
und Naturschützer
George Bird Grinnell und
 der  Hilfe des späteren
US-Präsidenten Theodore
 Roosevelt zu verdanken.




Weitere Verdienste errang der als
Buffalo Jones bekannt gewordene
Charles  Jesse Jones.





Eine eindrückliche Szene mit
einer Büffelstampede
war im Film
"How the West was won"
zu sehen.