Mittwoch, 14. September 2011

"Zum Mohren"





19.8.2010
Laut den Chroniken sei ein Gasthof mit dem
Namen "Mohren" in Huttwil
schon seit Mitte des 13. Jahrhunderts belegt, also lange
vor der Entdeckung Amerikas und
dem Beginn des transatlantischen Sklavenhandels.
Trotzdem stossen sich angeblich unter den Gästen
aus den USA etliche an dem Namen.

Deshalb wollten die Besitzer das Hotel-Restaurant
"zum kleinen Prinzen", nach dem
Buch von Antoine de St-Exupéry, umbenennen.

Woher das Restaurant in Huttwil seinen Namen herhat,
vermag ich nicht zu sagen.
Aber bereits die um 1340 entstandene
Zürcher Wappenrolle, die wichtigste und vermutlich älteste, erhaltene
Wappensammlung des Mittelalters zeigt 9 mal einen Mohren,
Das Bild dieses Mohren ist somit wohl kaum mit
kolonialistischen oder rassistischen
Vorstellungen im heutigen Sinne in Verbindung zu bringen.

Als Namensgeber dieser " schwarzen Mohren“
wird oft der Hl. Mauritius,"der Dunkelhäutige“
in Betracht gezogen.
Patron von Burgund und zweier Schweizer Kantone, nämlich
Wallis und Appenzell-Innerrhoden, Schutzherr
von Coburg und Wiesbaden;
Patron der Soldaten, Waffen- und Messerschmiede,
Kaufleute, Färber, Hutmacher, Tuchweber, Wäscher und Glasmaler;
der Pferde und Weinstöcke; in Kämpfen, Helfer bei Pferdekrankheiten; gegen
Besessenheit, Gicht und Ohrenleiden;

http://www.heiligenlexikon.de/BiographienM/Mauritius.htm




Etliche Schweizer Gemeinden tragen
einen Mohren in ihrem Wappen.





Auch das Wappen der deutschen Stadt Coburg zeigt
den Mohrenkopf Mauritius;
im Dritten Reich musste dieser den NS-Machthabern
weichen, die der Stadt ein neues Stadtwappen mit Schwert
mit Hakenkreuz, verordneten.
1945 gehörte es zu den
ersten Amtshandlungen des kommissarischen
Oberbürgermeisters,
das traditionelle Stadtwappen mit dem Mohrenhaupt
wieder einzuführen.

Soviel zur "rassistischen Konnotation " der Begriffe "Neger" und "Mohr" .
Man sollte doch den jeweiligen Kontext nicht einfach ausser Acht lassen.

PS.
Im Fall Huttwil scheint sich ein
guteidgenössischer Kompromiss abzuzeihnen?...

langenthalertagblatt.ch