Mittwoch, 25. Oktober 2017

Disney - Pinocchio




"Pinocchio" war Disneys zweiter,
abendfüllender Zeichentrickfilm,
der 1940, also mitten
im Zweiten Weltkrieg,
in die Kinos kam, vielleicht
der Grund, weshalb dem Film bei weitem
nicht der Erfolg vergönnt war, 
wie "Schneewittchen".




Ich sah ihn Mitte der 
1950er Jahre und muss
gestehen, dass er mir über weite
 Strecken Angst einflösste.





Meister Gepettos Werkstatt
war trotz "guter Fee"
eine gruselige Sache.

Andererseits waren
die Zeichnungen derart gut,
dass ich in und her gerissen war.




Hier einige der Entwurfszeichnungen,
die zum grossen Teil Gustav Tenggren
zugeschrieben werden, wenn
 auch andere Zeichner,
wie etwa Albert Hurter
ihre Finger mit im Spiel 
gehabt haben dürften.




Vor allem die Architektur, 
für die Rothenburg ob der Tauber,




... Vorbild gewesen sein
dürften, ziehen mich bis heute in
ihren Bann.






Durch den Einsatz der Multiplankamera
wurde ein erstaunlicher Eindruck 
an räumlicher Tiefe
erweckt.




Der ganze Film zeichnet sich durch
Stimmungsbilder
von enormer Suggestionskraft aus.





"Pinocchio" gehört zum Motivkreis
der "belebten Puppe" oder des 
"künstlichen Menschen".
Einige wollen in dem Film die Darstellung
von Problemen bei der Entwicklung
und Belebung des "astralen Zweitkörpers"
dargestellt sehen.




Der Name Pinocchio ist 
von "pinolo'"abgeleitet.
 tatsächlich ist er ja aus dem Holz einer
vom Blitz gefällten Kiefer geschnitzt.
(Zumindest in der Darstellung 
von Walt Disney)
Die Verkleinerungsform ist "pignolo",
die Pineole bzw. der Piniensame.
"Pignolo" heisst zwar auch Peinlich,
Kleinigkeitskrämer und Umstandskrämer,
aber hier geht es wohl eher um die
Verwandtschaft mit dem Pinienzapfen und
dem Pinealorgan bzw. der Epiphyse und
um Erlebnisse im Wach/Schlaf-Grenzzustand .
In der Zirbeldrüse wird von den Pinealozyten
das Hormon Melatonin produziert. Die
Hormonproduktion findet 
überwiegend nachts statt.





Über das Melatonin werden der
Schlaf-Wach-Rhythmus 
und andere zeitabhängige
Rhythmen des Körpers gesteuert.
Tatsächlich erscheint in 
der Nacht eine blaue Fee
die ihn zumindest in eine 
lebende Holzpuppe verwandelt..
 In der hinduistischen Mystik wird
die Zirbeldrüse dem 6. Chakra
(Ajna-Chakra, dem dritten Auge)
 zugeordnet,
das mit (übersinnlicher) 
Wahrnehmung, Intuition
und Erkenntnis in Verbindung gebracht
wird., aber auch mit 
Vorstellungskraft, bildhaftem
Denken, etwas visualisieren können...




Auch die Sequenz im Bauch des Wals
erinnert an C.G. Jungs Nachtmeerfahrt.





Aber auch ohne solche Bezüge
war "Pinocchio" zeichnerisch
und trickfilmtechnisch ein
Meilenstein.




Es gibt zwar durchaus lustige
Sequenzen, wie die jeweils
wachsende Nase, wenn "Pinocchio"
lügt,...




... insgesamt empfinde ich den Film
aber auch jetzt noch als
düster und alptraumartig.