Mittwoch, 16. Februar 2011

Schlossgasse



Beim Entrümpeln gefunden: Ein Bild vor dem Haus an der Schlossgasse 16 wo ich mein Atelier habe. Aufgenommen ca. 1920. Vorne links mein Grossvater, kurz bevor er für einige Jahre nach Südamerika auswanderte. Die junge Frau in der Mitte ist meine Grosstante Helen, Mutter des Schriftstellers Jürg Federspiel.


Der Hauseingang heute, während Jahren von einer Grossbaustelle umzingelt.

Dienstag, 15. Februar 2011

Mandrake- the magician



Noch eine andere Figur wurde
 nach der “Alraune” benannt,
allerdings nach deren lateinischer
 Bezeichnung “Mandragora”
Mandrake, der Zauberer, von Lee Falk,
(dem Alter Ego von Leon Harrison Gross,

( 28.4. 1911 – 13.3. 1999)
dem Schöpfer des “Phantoms”.

Mandrake hiess in den

 deutschen Ausgaben “Mandra”.









1952 erstmals in unseren Breitengraden
in den Phantom-Heftendes Aller Verlags,
aber auch in Zeitungen zu lesen.

Diese Zeitungsstrips wurden
 auch in Buntes Allerlei und
im Mauerhardt Verlag als 

Comics gedruckt.
Später erschienen dann Mandrakes

 Abenteuer, bei Semic Press
und in den 80 Jahren im Condor Verlag.
Der mit hypnotischen und magischen 
Kräften gesegnete Zauberer
Mandrake
und sein Freund, der 
herkulische Schwarze Lothar,
"Prince of the Seven Nations",
 
erleben rund um den Erdball
haarsträubende Abenteuer im

 Kampf gegen das internationale
Verbechertum.
Lothar war 
so etwas wie der erste
dunkelhäutige "Crimefighter"
der 
Welt,- zumindest der Comicwelt.




Der Comic basiert auf der Person 
von Leon Mandrake, 1911 -1993,
einem Illusionisten aus Hollywood,




Mandrake war mit Lee Falk befreundet 
und dieser nahm ihn als Vorbild für 
seinen Comic. Auf die grosse Aehnlichkeit
 zwischen Mandrake und Falk  
selbst angesprochen, antwortet Lee Falk:
"Well, of course he did. I was alone in 
a room with a mirror when I drew him!"



Lee Falk mit seinen beiden "Alter egos"
 
"The Phantom" und "Mandrake"




Ende der 1980er/Anfang der 1990er wurde 
Mandrake dann Teil der Marvel Defenders.


Montag, 14. Februar 2011

Valentinstag


Ist der Valentinstag nun die Erfindung von Fleurop, eine weltweite Verschwörung der Blumenhändler, oder war der hl. Valentin ursprünglich gar ein Werwolf im Schafspelz?




„La Lupa“ ist die Heilige Wölfin der römischen Legende,
die Amme der Zwillinge Romulus und Remus, der Gründer Roms.

Lupas Tempelpriesterinnen wurden lupae genannt.



Roms Geschichte beginnt der Verführung der Vestalin Rhea Silvia durch Mars.
Sie schenkte den Zwillingen Romulus und Remus das Leben.
Die Kinder wurden ausgesetzt, von einem Hirten gefunden,
dessen Weib Acca Larentia ihre Ziehmutter.

Die Gleichbedeutung des Wortes lupa = Wölfin, Dirne führte
im Laufe der Zeit zu einem erheblichen Durcheinander.


Die römischen Lupercalia wurden zum Fest der Grossen
Göttin Lupa in ihrem Aspekt der Juno Februata,
der Göttin des "Liebesfiebers".


„Das jährliche Fest der Lupercalia feierten die RömerInnen im ganzen Land in der Grotte der Wölfin* namens Lupercal; in der Stadt Rom war diese Grotte am Fuße des Palatin, einem der sieben Hügel Roms zu finden.
Die lupae schrieben ihre Namen auf Papyrusstreifen und ließen junge Männer diese Briefchen ziehen und zusammen wurde in grosser spiritueller Sinnlichkeit der Göttinnendienst gefeiert.
( Was immer das heissen mag???)
Nachdem sie an der Zeremonie teilgenommen hatten, wanderten die nackten Jünglinge, die Luperci, durch die Städte, um diese zu segnen."
Quelle: matriarchat.net



Später wurde die Sache dann wohl ein wenig umgedeutet, aber
die Verbindung von Wölfen und Fruchtbarkeit spiegelt sich auch deutlich im Fest des Wolfsgottes Faunus , der den Beinamen Lupercus ("Wolfsabwehrer") führte und weiterhin am 15. Februar gefeiert wurde.
Faunus, der oft in der Form einer Vielzahl von Faunen erscheint, galt als besonders lüstern.



Félix Vallotton




Seine Priester (luperci = Wölfe) liefen bei dem Fest, nur mit einem Bocksfell bekleidet, um den Palatin und schlugen mit Riemen auf die Vorübergehenden. Kinderlose Frauen erhofften sich durch solche Schläge Fruchtbarkeit.



Erst mit der Christianisierung wurde der 14. Februar dem heiligen Valentin gewidmet, einem christlichen Märtyrer, dem ausgerechnet während der Luperkalien der Kopf abgeschlagen wurde. Allerdings offenbar ein unsicherer Patron. Die frühen Martyrologien des 4. Jahrhunderts verzeichnen gleich drei verschiedene heilige Valentins, die im Laufe der Jahrhunderte untrennbar miteinander vermischt wurden. Zwar wurde seit dem Altertum der der heilige Valentin als Märtyrer in Rom und als Bischof von Terni verehrt, die historische Beweisführung scheint aber derart unsicher und kompliziert, dass es den Heiligen seit 1972 nicht mehr im offiziellen Kirchenkalender gibt.
mein-valentinstag

Sonntag, 13. Februar 2011

Künstliche Menschen


Im Aberglauben gehört das Galgenmännlein, wie die Alraune im Volksmund auch genannt wird, zu den „künstlichen Menschen“, wie etwa die Voodoo Puppe, der Atzmann, der Homunculus,...



der Golem,...




Frankensteins Geschöpf,...




das "Sennentuntschi" der Schweizer Volkssage ...



... die Cyborgs aus Ridley Scotts Film „Blade Runner, ...



oder der von Arnold Schwarzenegger verkörperte Terminator. Ob Android oder Klon, ob Automatenpuppe oder lebendig gewordene Statue, wie in Pygmalion ...




...oder lebendig gewordene Marionette wie Pinocchio ...



...bis hin zu den „Avatars“ des Cyberspace...




Der Mythos des künstlich erschaffenen Menschen und hängt wohl ursprünglich in vielfältigster Weise mit dem Zweitkörper, dem Alter ego oder dem Doppelgänger zusammen.




Samstag, 12. Februar 2011

Hanns Heinz Ewers


Hanns Heinz Ewers 3. November 1871 - 12. Juni 1943 Ewers hatte ein wildbewegtes Leben mit allen erdenklichen Höhen und Tiefen. Er scheint ein widersprüchlicher Charakter gewesen zu sein, und sass, oder setzte er sich stets zwischen alle Stühle. Ritt als Kabarettist und Satiriker scharfzüngige Attacken gegen das verspiesserte Bürgertum. Als Autor gehört er heute trotz seiner Auflagenrekorde zu den Vergessenen der deutschen Literatur. Die Wahl seiner Themen galt als dekadent und er liess kaum ein Tabu der damaligen Zeit aus. Die meisten seiner Sujets bezog er aus seinen exotischen Reisen. Baute sie ins Phantastische aus, verflocht sie mit Halluzinationen, Dekadenz, Okkultismus, Traumszenen und einer gehörigen Portion Sex.




Andererseits veröffentlichte er Märchenbücher für Kinder und ging als einer der ersten Filmpioniere in die Geschichte ein. Er gilt als Schöpfer des Wortes „Kintopp“. Ewers gab die berühmte „Galerie der Phantasten“ heraus, eine Buchreihe bekannter phantastischer Autoren, wie E.T.A. Hoffmann, Poe, Strobl, Oskar Panizza und Alfred Kubin. Er propagierte eine elitäre jüdisch-deutsche »Kulturnation« und kollaborierte später eine Zeit lang mit dem Dritten Reich, und erhielt dann von den Nazis Schreibverbot und war damit bis zu seinem Tode praktisch mundtot. Sein Einfluss auf die phantastische Literatur und den phantastischen Film ist nicht zu unterschätzen.




Ewers setzte sich ab 1913 für das noch junge Medium Film ein, das zu dieser Zeit noch als »billiges Jahrmarktvergnügen für die Massen« betrachtet wurde. Die Deutsche Bioscop, eine Vorläuferfirma der Ufa, schloss ab 1912 mit Ewers und dem Schauspieler Paul Wegener einen Vertrag ab.





Der Student von Prag (1913), der zweite Film von Ewers und Wegener, gilt als der erste Kunstfilm überhaupt und damit als Meilenstein der Filmgeschichte. Die Geschichte des Studenten Balduin, der sein Spiegelbild verkauft, war von Poe's "William Wilson" inspiriert und erinnert an klassische Vorbilder, wie Adelbert von Chamissos Peter Schlemihls wundersame Geschichte (1814), E.T.A. Hoffmanns Die Geschichte vom verlornen Spiegelbilde (1815) und Oscar Wildes Das Bildnis des Dorian Gray (1890).



Ewers hatte die Idee, schrieb das Drehbuch, führte zusammen mit dem Dänen Stellan Rye Regie, und war Produktionsleiter in der Prager Altstadt. Ewers drehte bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges noch mehrere Filme, die heute größtenteils als verschollen gelten.




Mit der Geschichte des Mädchens Alraune, verursachte er einen Skandal, erlangte er Weltruhm und avancierte zummeistverkauften deutschen Autor seiner Zeit. Das Buch wurde in 25 Sprachen übersetzt und unter dem gleichnamigen Titel "Alraune "gleich mehrfach verfilmt.




Alraune wird durch eine künstliche Befruchtung erzeugt. Der Samen wurde einem Lustmörder zum Zeitpunkt seiner Hinrichtung entnommen. Dies entspricht dem Aberglauben der um die Alraunenpflanze, die auch Galgenmännlein genannt wird, rankt.



Alraune selbst entwickelt sich zur promiskuitiven, männermordenden,„femme fatale", verfällt schliesslich dem Vampirismus und stürzt in den Tod.


1952 versuchte sich Arthur Maria Rabenalt an einem schwachen Remake. Leider hielt Hildegard Knef nicht, was sie auf den Plakaten versprach.


Freitag, 11. Februar 2011

Das kalte Herz


Miss Morgaines “gefangener Astralkörper” erinnert an die
Vorstellung des
Zombie astrale”. Dieser stellt eine verlorene
Seele dar, die von seinem
Körper getrennt und von einem
Zauberer eingefangen wurde, um sie
für bestimmte
Dienste zu benutzen.

Die Seele des Opfers befindet sich dabei in einem kleinen,
tönernen Gefäss
oder in einer Flasche
im Besitz des “Bokors”.


"Das haitianische Konzept von Körper, Geist und Seele
unterscheidet zwischen
der vegetativen Lebensenergie
Gros-bon-ange („großer guter Engel“), die den

materiellen Körper oder Corps cadavre beseelt und erhält,
und dem
Tätigkeitsprinzip Ti-bon-ange („kleiner guter Engel“),
das dem Menschen
Bewusstsein und Gedächtnis gibt .
Um einen Zombie zu erzeugen, sperrt der Schwarzmagier
dieses
Tätigkeitsprinzip für gewöhnlich in eine
verkorkte Flasche oder
einen Steinguttopf, wodurch es zum
Zombie astrale wird. Der Bokor extrahiert

es entweder aus dem Körper eines durch
Hexerei in den Scheintod versetzten

Opfers, oder er fängt es ein, sobald es aus dem Körper
eines Menschen entweicht,
der eines natürlichen Todes
gestorben ist .

Der zurückbleibende, lebende, aber willenlose Körper
wird als Zombie cadavre
bezeichnet. Er ist ein Sklave des
Bokor und wird entweder von ihm selbst oder

von einem anderen Bokor, an den er ihn verkauft,
insgeheim als Feldarbeiter
ausgebeutet. Die Versklavung kann
nur durch Ketten und Züchtigung, durch

weitere Giftgaben oder regelmäßige Behexung aufrecht
erhalten werden.

Von diesem Zombie cadavre, oft kurz „Zombie“ genannt,
ist jenes Zerrbild
abgeleitet, das wir aus westlichen Spielfilmen kennen."
leicht gekürzt nach
Klinische Untersuchung dreier haitianischer Zombies
Roland Littlewood und Chavannes Douyon

schwarzkunst




In dem Kunstmärchen “Das kalte Herz” von
Wilhelm Hauff findet sich

eine ähnliche Vorstellung aus unseren Breitengraden.





Der Holländermichel ist dort ein dämonischer Riese
mit einem Glasauge,
von dem erzählt wird, dass er die
Herzen der Menschen stehle und durch einen

Stein ersetze.




Er zeigt dem Helden Peter seine Herzensammlung, und
dieser erfährt dabei,
dass auch viele andere , grosse "Persönlichkeiten“
des Schwarzwaldes,
ihre Herzen bei Michel gegen schnöden
Mammon eingetauscht haben.


»Das kalte Herz« ist eines der schönsten Märchen von Wilhelm Hauff.
Paul Verhoeven
drehte den gleichnamigen Farbfilm 1950 mit einer
für damalige Zeiten
sensationellen Tricktechnik für die DEFA.

Donnerstag, 10. Februar 2011