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Samstag, 26. August 2023

Kassettenrecorder

 
 
Am 28. August 1963 stellte Philips
auf der 23. Großen Deutschen
Funk-Ausstellung in Berlin
den Kassettenrekorder Philips EL 3300 vor.

Der Siegeszug sollte aber noch einige Jahre
auf sich warten lassen.
Erst als Jugendliche die Möglichkeit
entdeckten, kostenlos ihre Lieblingshits
aus dem Radio aufnehmen
wurde der ursprünglich als
Diktiergeräte gedachte Kassettenrekorder
wirklich populär.
Die Musikindustrie sah den Weltuntergang
kurz bevorstehen.

Dann folgten die Kinderkassetten und
Hörspielserien wie  TKKG,
Die 3 ???. Bibi Blocksberg,
Fünf Freunde, Wendy, Hanni und Nanni,
Benjamin Blümchen, Der kleine Vampir
und Hui Bui, das Schlossgespenst
machten den Kassettenrekorder
zum Babysitter der damaligen Generation.
 
 

Aber leider kam es immer wieder zum
gefürchteten Bandsalat.
Mit Hilfe eines Stiftes, den man in die
Löcher der Kassette steckte, gelang es meist,
das Band wieder aufzurollen. 
 


Lou Ottens, der Mann, der 1963 das
Kassettenband erfand, verstarb
am 06. März 2021,

Mittwoch, 26. Januar 2022

Fräulein Wunderbar


 
  " Wenn ich am Wochenende tanzen geh,
Und ein ganz besonders schönes Fräulein seh?
(...)
Dann schleich an das Fräulein ran
So wie ein Tiger! Oh, oh, oh!"
Peter Kraus 1959

"Ich sah ein schönes Fräulein im letzten Autobus
Sie hat mir so gefallen drum gab ich ihr nen Kuss"
Cliff Richard / Rote Lippen soll man küssen 1963

"Hey, Frläulein, bitte melden!
Ist dort Memphis-Tennessee? "
Bernd Spier / Memphis Tennessee 1964
 
So  und ähnlich wurde das Fräulein
in den Schlagern der  1950er und 60er
Jahre noch besungen,
ohne Böses dabei zu denken.
 
"Fräulein händ sie mis Hündli gseh ?"
wurde in der Schweiz
zum beliebten zum "Lumpeliedli" zur
Melodie des River Kwai Marsches 1958

Dann, vor rund einem halben Jahrhundert wurde
mit Erlass vom 16. Januar 1972 in der BRD
die Bezeichnung Fräulein
aus dem Amtsdeutsch verbannt.

Vorbei mit dem Fräulein Wunderbar,
das Peter Alexander
noch wenige Jahre zuvor angeschmachtet hatte.
Vorbei mit dem deutschen Fräuleinwunder,
das amerikanische GI's nach dem Krieg ins
träumen brachte
Vorbei mit dem kleinen Fraulein von Isar und Rhein
von dem Jimmy Brown aus Dakota
und aus Minnesota schwärmte.



Im deutschen Sprachraum ein Hit von Chris Howland


Damals  durchaus positiv gemeint.
Jung, selbstbewusst, weltoffen, berufstätig –
das waren die Attribute des deutschen „Fräuleinwunders“...

 


... wie es etwa  Susanne Erichsen, die erste
Miss Germany der Bundesrepublik,...

 


 

... oder
Lilo Pulver  als "Fräulein Ingeborg" in
Billy Wilders "One-two three"
verkörperten.




Vorbei mit dem Fräulein von der Auskunft, mit dem Ces Kaiser
sich in seinem berühmten Sketch noch angelegt hatte.

 


Vorbei mit klassischen Galanterien!
 

Meine Kindheit wurde noch von Fräuleins dominiert.
Kindergärtnerin und Primarlehrerin waren gestrenge und ganz
und gar nicht gnädige Fräuleins, ...




... die an Fräulein Rottenmeier  aus dem Heidifilm erinnerten.
Ebenso das Fräulein G., das mich mit Blockflötenstunden
malträtierte.
Furchteinflössende Respektspersonen, die vor körperlicher
Züchtigung ungezogener Büblein nicht zurückschreckten.
Und die auch noch im hohen Alter auf die korrekte Anrede bestanden.

Heutzutage ist das "Fräulein"
gesellschaftlich verpönt und politisch unkorrekt.
Einmal mehr: So ändern sich die Zeiten.

 




Auch in der Beiz hat das Fräulein ausgedient, mit dem
man früher die Serviertochter ansprach, wenn man ihren
Vornamen (noch) nicht kannte.
Und zumindest hier finde ich,  dass eine schmerzliche Lücke
entstanden ist..
Bis heute habe ich es noch nie  erleben dürfen,
dass auf den schüchternen Ruf
"ääh, ääh Entschuldigung,
Frau Servicefachangestellte"
irgendjemand reagiert hätte.
"Hallo Sie"zu rufen  ist in meinen Augen respektlos.
Handzeichen und Blickkontakt suchen
kann in der heutigen Zeit auch leicht
missverstanden werden.
Mit den Fingern schnippen, pfeifen oder
gar an der Kleidung zupfen geht grad gar nicht.
Soviel zur Ehrenrettung des altehrwürdigen "Frolleins,

Montag, 4. November 2019

Wellen machen - Reisig bündeln



Albert Anker


Während man heute 
viel von  Energiesparen spricht, 
wurde dies vor  einem halben 
Jahrhundert, oft der 
Not gehorchend,  gelebt, ohne 
viele Worte darüber zu verlieren. 




"Holz gibt mehrfach warm"
hiess es. Beim Fällen, beim Sägen, 
beim Spalten, beim Bündeln und
 dann erst noch beim Heizen.




 Bis in die  60er- und  70er-Jahre 
des letzten Jahrhunderts 
 hatten noch viele Häuser
 keine  Zentralheizung.
Das für das  Kochen, 
 Backen , Waschen und 
Heizen unabdingbare
 Brennholz wurde bewusst
 und sparsam eingesetzt.




Nichts wurde weggeworfen,
 alles wurde verwendet.




Auf dem Land war der 
Kachelofen (Kunscht)
verbreitet, der mit
“Wellen” (Wädeli, Staude,
 Burdeli, Bürdeli
 oder Büscheli,) beheizt wurde.




Eine fast ausgestorbenene
 Tätigkeit, die früher
zum Alltag gehörte und meist von 
älteren Männern ausgeübt wurde.
war das Wellen machen.




Darunter verstand man 
Büschel aus Reisigholz, 
die  mit dem Gertel
auf die gewünschte 
Länge zugeschnitten 
wurde und auf dem auf dem
Wellenbock gebündelt wurden.
Nach drei Jahren Lagerung
 loderten diese Wellen wie Zunder und
heizten rasch und zuverlässig auf.

Dienstag, 6. August 2019

Pedoskop





Um 1959 war dieses Gerät  noch der 
Stolz eines jeden Schuhgeschäfts, 
das etwas auf sich hielt.
Es kam, wie alles Gute damals,
aus Amerika.




Das Pedoskop, auch 
Fluoroskop genannt.



 Ein Röntgengerät,
mit dem  festgestellt werden konnte, 
ob die Schuhe auch richtig passten.




Man blickte fasziniert durch ein 
 Guckloch auf seine Fussknochen...




... während dem das
 Verkaufspersonal fachkundig 
erklärte, ob die Zehen genug 
Platz im neuen Schuh hätten.




 Dass Verkäufer, 
Eltern und Kinder
 den Röntgenstrahlen ungeschützt
 ausgesetzt waren,
beunruhigte niemanden. 




Erst als in den 1960er Jahren die 
Schädlichkeit erkannt wurde,
verschwanden  die Geräte 
schnurstracks aus den 
Schuhgeschäften.

Samstag, 9. Februar 2019

Deutsche Hits des Jahres 1959 - 2




Die Hitparade
als solche, gab es eigentlich 1959
noch gar nicht.
Die Rede war noch von “Schlager”.




Es gab "Schlager -Revue Hefte"
"Schlagerpaletten und jede Menge
Schlagerfilme.
Diese brachten die aktuellen
Gassenhauer, in eine dürftige
Handlung verpackt,
ins Kino.




Ab April 1954 wurden von der  
Musikzeitschrift „Der Automatenmarkt“ 
Statistiken über Erfolgsschlager 
 in  Musikboxen geführt,
 die heute  als eine Art 
 „offizielle Hitparade”
 betrachtet werden.
Daneben gab es unterschiedliche, 
oft stark voneinander
abweichende Statistiken von 
Verlagen und Plattenfirmen.
  Eine erste deutschsprachige 
Hitparade 
 wurde am 6. April 1958 
von Camillo Felgen
in  Radio Luxemburg ausgestrahlt. 
Es dauerte bis 1967 als der Begriff 
Hitparade im “Duden” erstmals 
 aufgeführt wurde.

Die Platzierungen der beliebtesten  Titel 
im Jahre 1959 sind also unterschiedlich.
Die Popularität der aufgeführten Titel 
deckt sich aber weitgehend mit
meinem Erinnerungsvermögen.




Billy Vaughn: La Paloma
Ein Jahr zuvor hatte
 Vaughn seinen grössten und 
bekanntesten Hit mit seiner 
 Sail Along Silv’ry Moon.
und sammelte 1959 weitere goldene 
Schallplatten in Old Germany.




Bill Ramsey: Souvenirs
Ramsay hatte sich bereits 
mit Wumba-Tumba Schokoladeneisverkäufer 
als Spassvogel vom Dienst
etabliert.

"Charly Chaplins Schuh
 und Picassos Kamm
Von der Garbo eine Brille und 
von der Monroe einen Schwamm
Von Louis (Armstrong) das weisse
 Tuch, das die Trompete hält
Und von Eddie die Pistole 
mit der er Gangster fällt

Mit Eddie, war, damals jedem Kind
 bekannt, Eddie Constantine gemeint.




Hans Blum: Charly Brown
ein Leiber - Stoller Titel, im Original
 von den Coasters gesungen.

"Charly Brown, Charly Brown,
das ist ein Clown, der Charly Brown.
Und wenn der Lehrer spricht,
wer hört gar nicht hin?
Charly Brown, der hat nur
 immer Unsinn im Sinn."




 Kriminal-Tango

“Kriminal-Tango in der Taverne,
dunkle Gestalten, rote Laterne.
Abend für Abend lodert die Lunte,
brühende Spannung liegt in der Luft.”

Ein Klassiker !



Peter Kraus: Sugar Baby

“A One, a Two, a Three, a Four!
Sugar-Sugar-Baby, oh-oh, Sugar-Sugar-Baby
Mmmhhh, sei doch lieb zu mir ”

Mit diesen Zeilen wurde
Peter Kraus definitiv
zum Teenageridol
seiner Zeit.

Auch sein  "Kitty Cat" liegt
mir noch in den Ohren.

 Conny Froboess
hatte zwei Erfolge:
"Mister Music"
und eher untypisch
"Kleine Lucienne"




Chris Howland: Das hab’ ich in Paris gelernt

"Das hab' ich in Paris gelernt
Und zwar im Handumdreh'n
Das lernt man sonst in keiner Stadt
So gut
So schnell und schön
Und wenn sie noch 'was lernen soll'n
Dann kommen sie hier her."

Chris Holland, alias
Heinrich Pumpernickel, ein Tausendsassa
der als Schlagerinterpret,
imFernsehen bis hin zu Karl
May und Edgar Wallacefilmen,
immer dabei war.




Melitta Berg hatte  mit
Nur du, du, du allein, einer  Coverversion
des Teddy Bears Hits
To Know Him Is to Love Him
ihren durchschlagendsten Erfolg.




Louis Armstrong & Gabriele (Clonisch)
sangen sich mit Onkel Satchmo's Lullaby
in die Herzen der Zuhörer

Es gab natürlich noch 
eine Menge anderer Titel,
oft eben Coverversionen von US Hits,
oder im Zuge der allgemeinen
 Italienbegeisterung 
eingedeutschte Hits aus Italien.

Ciao Ciao Bambina
war etwa in Versionen


 von Caterina Valente, 



Dalida und Peter Alexander
zu hören.
Oft hatten gerade
Interpreten mit fremdländischem Akzent
den grössten Erfolg.




Gegen Ende des Jahres
 landeten  Rocco Granata  bzw.  Will Brandes
einen Riesenerfolg mit Marina.

Dann waren da noch
"Wenn die Glocken hell erklingen"
an dem sich verschiedene
Interpreten versuchten.




Ted Herold
"Ich bin ein Mann"
"Hula Rock"
und
"Isabell"



Heidi Brühl: "Chico Chico Charlie /
Nur der Mond schaut zu "
A und B Seite hatten Erfolg und
man müsste wohl die Platzierungen
 zusammenrechnen.




Angèle Durand und
Danny Mann frönten dem
" Hula Hoop".

Tom & Tommy besangen
" Eine Handvoll Heimaterde"




Tommy Kent - "Oh, Susie Darlin'"
und Peter Alexander mit
"Mandolinen und Mondschein",
ein Titel den auch Willy Hagana einspielte.




Donnerstag, 7. Februar 2019

Deutsche Hits des Jahres 1959 - 1




Mit zunehmendem Alter scheint 
das Langzeitgedächtnis
zur Höchstform aufzulaufen. 
Immer wieder tauchen Erinnerungen
an längstvergangene Zeiten  auf,  
so frisch als lägen sie erst ein 
paar Tage zurück.
So ertappe ich mich immer wieder,
 wie ich Schlager  aus den 50er Jahren
vor mich hinträllere, als wären sie 
gerade  in die Hitparade gekommen.




Und während man früher
die alten Platten, mühselig
auf Flohmärkten zusammensuchen musste,
oder bestenfalls als "Compilation"
ergattern konnte,
genügt heute meist ein “klick”
auf YouTube, um die 
Erinnerungen aufzufrischen.




Allgegenwärtig war 1959 Freddy Quinn.
Neben  Die Gitarre und das Meer ...

"Juanita Anita, Juanita Anita ...
Jimmy Brown, das war ein Seemann,
Und das Herz war ihm so schwer.
Doch es blieben ihm zwei Freunde,
Die Gitarre und das Meer."

... hatte er noch eine Reihe
weiterer Erfolge in denen endlos die 
Wellen zwischen Bali und Hawaii
oder so  ähnlich rauschten 

Unter fremden Sternen
 (Fährt ein weisses Schiff nach Hongkong)




Du musst alles vergessen (Ay ay ay Amigo) 




Dalida: Am Tag, als der Regen kam

"Am Tag als der Regen kam
Lang ersehnt heiss erfleht
Auf die glühenden Felder
Auf die durstigen Wälder
Am Tag als der Regen kam
Lang ersehnt heiss erfleht
Da erblühten die Bäume
Da erwachten die Träume
Da kamst du"




Ivo Robic: Morgen, morgen
Robic stammte aus Kroatien und landete
 mit Morgen einen weltweiten Erfolg.
Billy Vaughn brachte eine erfolgreiche 
Instrumentalversion heraus und
selbst The Ventures nahmen den Titel auf.


"Morgen, morgen, lacht uns wieder das Glück
Gestern, gestern, liegt schon so weit zurück
War es auch eine schöne, schöne Zeit
Morgen, morgen, sind wir wieder dabei."




Chris Barber’s Jazz Band: Petite fleur. 
Ein Titel von Sidney Bechet, 
 der seinen Erfolg dem Aufschwung 
des des britischen „Trad“-Jazz
 ( Dixieland Jazz ) in ganz Europa verdankte.




Nilsen Brothers: Tom Dooley
Eine Schauerballade um einen
 (vermeintlichen) Mörder
der seinen Weg zum Galgen antritt, gehört
in das Genre “Cowboyschlager”.
Ein Liedtext, der unter uns Schülern damals,
zum Schrecken der Lehrerschaft,
 grossen Anklang fand.




"Alles vorbei, Tom Dooley,
noch vor dem Morgenrot,
ist es gescheh’n, Tom Dooley,
oh Boy, dann bist du tot.
Oh Boy, dann bist du tot.
Oh Boy, dann bist du tot.
Oh Boy, dann bist du tot."




Es gab auch eine deutsche 
Aufnahme des Kingston Trios,
die mit der der Nilsen
 Brothers konkurrierte.
Daneben versuchten
verschiedenen
Plattenfirmen immer wieder,
bei erfolgreichen Titeln,
mit eigenen Interpreten
ein Stück vom Kuchen
abzubekommen.