Samstag, 15. Februar 2020

Donnerstag, 13. Februar 2020

Theodor Storm - Der kleine Häwelmann




Der kleine Häwelmann ist ein Märchen,
das Theodor Storm 1849
 für seinen Sohn Hans 
schrieb. 

Aehnlich wie später in „Little Nemo“ 
wird hier wohl ein
 „Traumabenteuer“ geschildert,
wobei das Bett als „Vehikel“ dient.




Die Geschichte wurde  1926  mit Bildern 
der Kinderbuchillustratorin Else Wenz-Viëtor
  im  Stalling-Verlag Oldenburg
 neu publiziert und wurde erst  damit 
 einem größeren Publikum 
bekannt.  






Else Wenz-Viëtor
 (30. April 1882 - 29. Mai 1973)
 gehörte in den 1920er und 
30er Jahren zu den bekanntesten
und produktivsten 
Bilderbuch-Illustratoren  Deutschlands.
Die vollständige Bilderfolge aus der 
Sammlung von Dr. E. Wälti 
ist hier zu finden.




Im Zusammenhang mit
 „Ausserkörperlichen Erlebnissen“ sei
 auf die Ausgangslage hingewiesen:
Nun lag der kleine Häwelmann eines 
nachts in seinem Rollenbett und konnte 
nicht einschlafen; die Mutter aber schlief 
schon lange neben ihm in ihrem grossen
 Himmelbett.




 »Mutter«, rief der kleine
 Häwelmann, »ich will fahren!« 
Und die Mutter langte im Schlaf mit
 dem Arm aus dem Bett und rollte die
 kleine Bettstelle hin und her, ....

Aehnliche Wirkung von schaukelnden 
Bewegungen  beschreibt Werner Zurfluh:
Mit Gagele: ist ein schaukelndes 
und rollendes Hin- und Herbewegen 
des Kopfes beim Einschlafen gemeint.
 Diese Angewohnheit war in meiner
 Kindheit sehr stark entwickelt und hat 
sich später sukzessive abgeschwächt. 
Sie wird heute (1997) nur noch selten
 und in sehr geringfügigem Masse ganz 
bewußt zum Zwecke einer Art von 
meditativer Eigenrhythmisierung beim
 Einschlafen eingesetzt. Die Vorstellung, 
dass die 'bewusste Aufmerksamkeit' 
beim Hin- und Herwiegen des Kopfes
 gewissermaßen schwebend "in der Mitte"
 verbleibt, wird durch diese 
Bewegungsweise erleichtert. Diese 'Technik' 
(sie könnte als 'Oszillationstechnik'
 bezeichnet werden) in Kombination mit
 einer Punktmeditation "lockert" 
irgendwie den Zweitkörper und 
erleichtert dadurch den Austritt.

Dienstag, 11. Februar 2020

Dennis Wheatley - Ian Fleming - Aleister Crowley




 Es fällt auf, dass so mancher
 Autor von Spionagethrillern,
selbst einmal in dieser oder 
jener Weise mit Geheimdienstarbeit
verbunden war.




 John le Carré oder auch 





In die Reihe dieser 
Autoren gehört auch
Dennis Wheatley, in 
Grossbritannien ein bekannter
Autor von okkulten Thrillern,
von denen auch etliche verfilmt wurden.
Wheatley, der im Ersten Weltkrieg
schwer verletzt wurde,
arbeitete zuerst als Weinhändler.
Durch die Weltwirtschaftskrise ging 
dieses Unternehmen bankrott und Wheatley
wandte sich dem Schreiben zu
wo er bald grosse Popularität erlangte.

 Weniger bekannt dürfte
sein, dass er im  Planungsstab des 
britischen Heeresministeriums 
tätig gewesen sein soll und in
dieser Funktion eng mit dem 
“British Intelligence Service”
verbunden war.
Seine okkulten Thriller haben
 durchaus Verbindungen zum
Geheimdienstmilieu und nicht zuletzt 
zu dem James Bond 
Erfinder, Ian Fleming.




Zusammen mit  Ian Fleming 
soll er an dem Plan beteiligt 
gewesen sein, den  Hitler Stellvertreter
 Rudolf Hess, der im Mai 1941 mit 
dem Fallschirm in Schottland
 landete, durch den Okkultisten
Aleister Crowley vernehmen 
zu lassen.
Schon Somerset Maugham
hatte Crowley in seinem Roman
"The Magician"
als Oliver Haddo, porträtiert
und zu dessen zweifelhaftem
Ruhm in Buch und Film beigetragen.

Dennis Wheatley soll Crowley
 bei Recherchen 
zu seinem Thriller 
"The Devil Rides Out" (1934)
 kennengelernt haben.
Auch geht das Gerücht,
 dass er zusammen 
mit  Maxwell Knight, dem
 Chef der Gegenspionage beim
 Geheimdienst M.I.5 an von Crowley 
durchgeführten Ritualen 
teilgenommen haben soll. 
Knight wird nebst Admiral
 John Godfrey als eines 
der Vorbilder von 
Flemings “M” genannt.

Die Grenzen zwischen Fiktion und
 Wirklichkeit verschwimmen
oft. Vieles, was wirklich geschah,
 unterlag der Geheimhaltung, oder
 tut es immer noch, fand aber
über Romane und deren 
Verfilmung dennoch Eingang ins
Alltagsbewusstsein.
Vielleicht trifft der Begriff “Faction” 
am ehesten , die verflochtenen 
Wechselwirkungen
 zwischen Phantasie und  Realität.




Fleming , so heisst es, soll den Schurken 
seines ersten Romans, Le Chiffre,
Crowley nachempfunden haben.



 In der Hammer-Verfilmung  
" The Devil Rides Out "(1968)
verkörpertt Charles Gray die  Crowley 
nachempfundenen Hauptrolle Mocata,
währenddem er von Christopher Lee bekämpft wird., 
In  “To the Devil a Daughter” (1976) spielt Lee
selbst die Crowleyfigur"Canon Copley-Syle

Auch Sir Christopher Lee, ein Cousin Flemings,
 deutete an, in jungen Jahren
ebenfalls in Geheimoperationen 
verwickelte gewesen zu sein.
 “I was attached to the SAS from time to time
 but we are forbidden – former, present, 
or future – to discuss any specific operations.
 Let’s just say I was in Special Forces and leave
 it at that. People can read in to that what they like,”

Lee, der nicht zuletzt durch seine 
Verkörperung des Erzschurken
"Dr. Fu Manchu” bekannt wurde, war auch als
Darsteller für Flemings “Dr. No” im Gespräch-

“Seltsam, aber so steht es geschrieben”

Sonntag, 9. Februar 2020

twen




Nachdem die fünfziger 
Jahre den “Teenager”
 erfunden hatten,
folgte am Ende des Jahrzehnts
der Versuch auch den 
“Twen”  zu etablieren.
 Ein in Old Germany erfundener 
Anglizismus , der als Begriff im
angelsächsischen Raum
 so gar nicht existierte.
 In dem sagenumwobenen Film
wurde 1959 der Song
 “Ein Twen geht Sonntags gerne aus!”
 geträllert.
Ob dieses Lied Einfluss auf die 
Titelgebung des gleichnamigen 
Heftes hatte, entzieht
 sich meiner Kenntnis.




Eigentlich  im Jahre 1959 gegründet,
 kam die Zeitschrift
"twen" 1960 auch bei 
uns an die Kioske.
Irgendwie sollte das Heft
 für die Zwanzigjährigen 
das sein, was “Bravo” für
die Jüngeren war.




Ich muss gestehen, dass
 das Heft weitgehend
spurlos an mir vorbeigegangen ist.
Als es gegründet wurde, war ich
 noch nicht einmal Teenager,
und als ich dann um die Zwanzig
 war, wurde das Heft,
nach mehrmaligem Verlagswechsel,
auch schon wieder eingestellt.






Das von Willy Fleckhaus
 geprägte Design stach aber
 allein schon an den Kioskauslagen
derart hervor,...




...  dass ich es 
heute noch vor Augen habe.





Der Fotograf  Will McBride 
trug das Seinige dazu bei,
dass “twen” irgendwie Kultstatus 
bekam ...




... und Uschi Obermayr
zu einer Ikone  jener Jahre wurde.

Freitag, 7. Februar 2020

Mittwoch, 5. Februar 2020

Heiri Strub - Zehn kleine Negerlein Teil 2



In älteren Versionen
von "Zehn kleine Negerlein",
überlebte das letzte 
Negerlein, nahm  eine 
Frau und bekam Kinder,
“ ... da waren’s wieder zehn”.

Und das Lied konnte als 
Kettengesang von 
Neuem beginnen.





Walter Widmer und Heiri Strub,
und das ist meines Wissens,
das Neue an ihrer Version,
erzählen nun die
Geschichte , wie ein Negerlein
nach dem Andern dazukommt,
bis sie wieder Zehn an
der Zahl  sind.






Ueber die genaueren Hintergründe,
die die Autoren zu
dieser, damals als
fortschrittlich empfundenen
Neuinterpretation
veranlasst haben,
konnte ich leider
 nichts in Erfahrung
bringen.






Das Buch spricht aber für sich selbst...








... und ich freue mich, 
zumindest einen Eindruck
 von diesem
interessanten Versuch 
vermitteln zu können.








Montag, 3. Februar 2020

The Greensboro Four




Am 1. Februar 1960 
begann in den USA
ein neues Kapitel  in der 
Auseinandersetzungen um
die Gleichberechtigung 
schwarzer Bürger
und die Rassentrennung.




Auslöser war das Schild  
 “Whites Only”. über
dem  “lunch counter” 
im Kaufhaus Woolworth 
der Stadt Greensboro 
( North Carolina).




Vier  schwarze Studenten, 
später als “Greensboro Four”
bekannt, blieben sitzen, 
obwohl sie nicht bedient wurden.




Am nächsten Tag waren es 
an die zwanzig Protestierende.

Es war die Geburtsstunde des
“ Sit-in ”als gewaltfreie Protestform 
und ein Meilenstein im Kampf gegen 
die Segregationspolitik.